
Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft
Honey, I Shrunk the Kids | USA | 1989
IMDb, OFDb, Schnittberichte
Joe Johnston verbrachte sein drittes Lebensjahrzehnt damit, Szenenbilder und Kostüme für die ersten drei STAR WARS– und die ersten zwei INDIANA JONES-Filme zu gestalten. Auch an DIE EWOKS – KARAWANE DER TAPFEREN (1984) und KAMPF UM ENDOR (1985) war er beteiligt, bevor er sich dann berufen fühlte, selber auf den Regiestuhl zu steigen. Bei einem derartigen Rucksack erstaunt es nicht, dass sich Johnston dann einem Drehbuch widmete, das ebenfalls fantastische Elemente aufweist. Schon eher erstaunt es allerdings, dass ebenjenes Drehbuch unter tatkräftiger Mithilfe von Brian Yuzna und Stuart Gordon entstand, die zuvor mit den Klassikern RE-ANIMATOR (1985) und FROM BEYOND – ALIENS DES GRAUENS (1986) einschlägigen Ruhm erlangt hatten. Wenn das mal keine Grundlage für einen tollen Film ist.
Das Ergebnis ist dann ein familiengerechter Popcornfilm, der seine Vorbilder nie verhehlt. Da ist zum einen das phantastische Kino der 50er Jahre, in dem die Protagonisten nur allzu häufig durch ferne und unbekannte Welten kraxeln mussten. Die damaligen Rückprojektionen sind 1989 animatronischen Ameisen gewichen, aber es gibt weiterhin jede Menge an Tricktechnik, Kulissenbau und Einfallsreichtum zu sehen. Der Dschungel ist nun der Garten hinterm Reihenhaus und so wird auch gleich Jack Arnolds DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C (1957) und dessen Spiel mit dem Alltäglichen als Vorbild aufgerufen. Verschiedene riesige Tiere erinnern dann noch an den Creature-Horror im Stile von TARANTULA (1955) und ein Schuss 80er Jahre darf in Form des an Doc Brown gemahnenden Privat-Wissenschaftlers Wayne Szalinski (Rick Moranis) auch nicht fehlen.
All diese Schauwerte verpackt der Film in eine Geschichte, die etwas Thrill, ein bisschen Romanze, vor allem aber viel Unschuld offeriert. Trotz einiger Szenen, die für allzu junge Gemüter etwas zu viel Spannung bereithalten dürften, stellt sich nie wirkliche Gefahr ein, es ist jederzeit klar, dass hier ein Wochenend-Abenteuer und kein Überlebenskampf stattfindet. Darunter leidet natürlich etwas die Tiefe, aber das ist einkalkuliert. Am besten tut man folglich daran, wenn man sich möglichst unschuldig für 90 Minuten begeistern lässt.








