BEVERLY HILLS COP III

Beverly Hills Cop III
Beverly Hills Cop III | USA | 1994
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Bei dem Versuch, eine Bande von Autoschiebern auszuheben, kommt Inspektor Todd (Gilbert R. Hill), der Vorgesetze des Detroiter Cops Axel Foley (Eddie Murghy) ums Leben. Der Verantwortliche für diese Missetat ist der Geldfälscher Ellis DeWald (Timothy Carhart), der gleichzeitig Sicherheitsdirektor des Freizeitparks Wonderworld ist; und da dieser Park in Los Angeles beheimatet ist, muss Axel mal wieder an die Westküste reisen, um mit seinem alten Kumpel Billy Rosewood (Judge Reinhold) Verbrechen aufzuklären.

Ab dem Ende der 80er Jahre musste Eddie Murphy ein gewisses Abflauen seiner Karriere beobachten. Schon DER PRINZ AUS ZAMUNDA (1988) ließ diese Tendenz erahnen und der maue Versuch, mit UND WIEDER 48 STUNDEN (1990) Murphys Debut NUR 48 STUNDEN (1982) neuaufzulegen, darf auch als relativ misslungen angesehen werden. Der von Jonathan Lynn gedrehte EIN EHRENWERTER GENTLEMAN (1992) ließ mit seinem miesen Einspielergebnis dann bereits die Alarmglocken schrillen, also nahm man sich bei der Konkurrenz von Paramount vor, bezüglich der Zusammenarbeit mit Murphy auf altbewährte Konzepte zu setzen. Und was lag da näher, als die notorische Quasseltasche wieder in die Rolle des Axel Foley schlüpfen zu lassen, jenen Charakter, mit dem in BEVERLY HILLS COP – ICH LÖS‘ DEN FALL AUF JEDEN FALL (1984) und BEVERLY HILLS COP II (1987) die Grundsteine für eine große Karriere gelegt wurden.

Axel: Haben Sie einen 50-Dollar-Schein?
Flint: Ich habe eine Frau und drei Kinder, ich habe seit zwölf Jahren keinen 50er mehr gesehen!

Und um die altbekannte Mixtur aus Action und Komödie sicher zum dritten Leinwandauftritt zu geleiten, engagierte man bei Paramount zwei Fachmänner für diese Genres, Regisseur John Landis und Drehbuchautor Steven E. de Souza. Erster hatte mit Klassikern wie BLUES BROTHERS (1980), AMERICAN WEREWOLF (1981) oder der frühen Murphy-Komödie DIE GLÜCKSRITTER (1983) sein feines Händchen in Sachen Humor bewiesen und letzter hatte mittels der Skripte zu Action-Reißern wie PHANTOM KOMMANDO (1985), RUNNING MAN (1987) oder natürlich STIRB LANGSAM (1988) und STIRB LANGSAM 2 (1990) jeden Zweifel daran ausgeräumt, ob ihm die Konzeption zünftigen Krawalls schwerfalle. Und obwohl John Ashton für die Rolle des Taggart nicht mehr zur Verfügung stand, konnte man mit Judge Reinhold den zweitwichtigsten Mimen nach Murphy ebenfalls wieder an Bord holen.

Doch leider entpuppt sich der dritte Teil der Serie schon nach relativ kurzer Zeit als weitgehend inspirationslose Neuauflage des bereits Bekannten. Landis schafft es so zwar, dem Zuschauer ein heimeliges Gefühl zu vermitteln, opfert so aber zeitgleich die Eigenständigkeit seines Beitrags zum Franchise. Es ist einfach so, dass jeder Spruch, jede Szene in irgendeiner Form schon einmal da war. Axels forsche Auftritte, seine bewusste Provokation von Freunden wie Feinden gleichermaßen ist demnach zwar durchaus unterhaltsam anzusehen, aber letztlich zu vorhersehbar, als dass sie wirklich fesseln könnte. Da erstaunt er dann auch kaum noch, dass John Ashtons Rolle durch Hector Elizondo als Jon Flint quasi deckungsgleich ersetzt wird – Innovationsbereitschaft sieht anders aus.

Typ: Hast Du nicht gesagt, sie haben keine Kanonen?
Axel: Sie müssen ihre Weltanschauung geändert haben.

Altbekannt ist auch der Umstand, dass die Reihe gänzlich auf die Hauptfigur zugeschnitten ist und die Antagonisten demnach recht blass ausfallen. Nebenrollenfachmensch Timothy Carhart darf als Ellis DeWald einen stereotypen Widersacher geben, der mal wieder an seiner Überheblichkeit scheitert, während der gute John Saxon zumindest Freunden von Genreproduktionen ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Theresa Randle gibt ein mäßiges Love-Interest und mit Alan Young gibt es einen Altstar des US-Kinos zu sehen.
Der altbekannte Soundtrack wurde von Nile Rogers etwas aufgemöbelt, aber grundsätzlich bleibt hier alles beim alten. Dafür gibt es eine paar übertriebene Gimmicks und Bronson Pinchot darf als Serge erneut auftreten. Die Action fällt zwar mitunter etwas spektakulärer aus, bewegt sich aber auch in einem deutlich softeren Rahmen als noch bei den beiden Vorgängern. Weltweite 110 Millionen US-Dollar an Einspielergebnis wogen die investierten knapp 70 Millionen zwar auf, doch da der Großteil des Gewinns außerhalb der USA eingefahren wurde, erwies sich der Film als relativer Flop für Paramount. Gleiches gilt auch für die Stimmen der Kritiker, die Murphys dritten Auftritt als BEVERLY HILLS COP recht unverhohlen abkanzelten – und auch bei aller Liebe für den flapsigen Bullen aus Detroit, sie hatten damit weitestgehend Recht.

Eine überwiegend inspirationslose Wiederholung der bekannten Versatzstücke, die sich weder in Sachen Action noch bezüglich des Humors mit den beiden Vorgängern messen kann.

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Eine Antwort zu “BEVERLY HILLS COP III

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