PIRANHAS II – DIE RACHE DER KILLERFISCHE

Piranhas II – Die Rache der Killerfische
Killer Fish | Brasilien/Großbritannien/Italien/USA | 1979
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Eine Gruppe von Verbrechern – angeführt von dem genialen Paul (James Franciscus) hat eine riesige Zahl an Diamanten geklaut. Um diese vor der Polizei zu verstecken, versenkt die Truppe die Steine kurzerhand in einem See, um sie 60 Tage später wieder ans Tageslicht zu holen. Was Pauls Mitstreiter allerdings nicht wissen: Das teuflische Genie hat eine gehörige Anzahl an Piranhas in dem See ausgesetzt, die jeden, der sich die Beute unter den Nagel zu reißen versucht, kurzerhand dahinraffen.

Nachdem DER WEIßE HAI (1975) die Tierhorrorwelle losgetreten hatte, schaffte es der junge Joe Dante, mit PIRANHAS (1978) einen der gelungensten Filme des Genres vorzulegen und damit selber eine Welle an Nachahmern zu starten. An schnellsten reagierte dabei Antonio Margheriti, der nur ein Jahr später eine länderübergreifende Koproduktion auf den Weg brachte. Wie zu jener Zeit in Italien üblich, war man dabei vor allem darauf bedacht, einen möglichst exotischen Drehort vorweisen zu können, was die Produktion dann nach Brasilien verschlug.
Dort inszenierte Margheriti einen Streifen, der trotz seines Namens eher als Abenteuer- bzw. Katastrophenfilm zu bezeichnen ist. Denn die namensgebenden Fische kommen nur sehr spärlich im Film vor. Stattdessen geben Tornados und Dammbrüche einen Rahmen für die Gangstergeschichte, mit der sich der Zuschauer vornehmlich konfrontiert sieht. Aufgrund dessen geht dem Film dann leider jeder – ansonsten im Genre durchaus vorhandene – zivilisationskritische Tenor ab, so dass der Film nicht nur inhaltlich, sondern auch formal kaum etwas mit Tierhorror zu tun hat. Die recht simple Storyline krankt dann auch noch an einer gehörigen Länge im Mittelteil, bevor das Finale den Streifen zugegebenermaßen recht kurzweilig zu Ende führt.

Hotelier: Das dürfte er seiner Freundin verdanken. Wie sagt man so schön: Junges Blut tut alten Reitern gut!

Auffällig ist dabei, dass der Zuschauer vornehmlich dem Bösewicht Paul folgt, und es somit äußerst schwer fällt, Sympathien aufzubauen. Denn der zunächst noch trickreiche Gangster stellt sich mit fortschreitender Spielzeit als hinterhältiger Gauner heraus, der selbst seine Frau betrügt und letztlich sein Leben lassen muss. Nur wenigen Zuschauern dürfte es folglich gelingen, mit dieser Rolle mitzufiebern. Der eigentliche Held Lasky bekommt hingegen kaum Screentime und verkommt so fast zur Nebenrolle.

Das sorgt dann dafür, dass der ihn verkörpernde Lee Majors, der als DER SECHS MILLIONEN DOLLAR MANN bereits Fernsehbekanntheit erlangt hatte und als EIN COLT FÜR ALLE FÄLLE noch weltbekannt werden sollte, kaum zu sehen ist. Stattdessen gibt es dafür James Franciscus, der 1970 in RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN und ein Jahr später in Argentos DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE die Hauptrollen übernahm. Dieser spielt gefällig und wird von Karen Black begleitet, die ein wenig überzeichnet daherkommt, was dem insgesamt gelungenen Eindruck, den die Besetzungsliste hinterlässt, aber keinen Abbruch tut.

Kate: Nicht einmal mir hast du etwas gesagt. Das ist ausgesprochen respektlos!
Paul: Das ist die Ansicht einer Frau, nicht die eines Geschäftsmannes!

Dieser positive Eindruck wird durch eine gelungene Effektarbeit weiter gefestigt. Dabei liegt das Augenmerk weniger auf die Fischen, die wie erwähnt kaum zu sehen sind, sondern vielmehr auf einer gehörigen Anzahl an Explosionen und vor allem Miniaturen. Schon die Eröffnung macht dies deutlich und die späteren Überschwemmungen und Stürme können wirklich beeindrucken. Teilweise fühlt man sich angesichts der großräumigen und detaillierten Bauten fast in eine Produktion der Toho versetzt; denn hier fehlt eigentlich nur eine große Echse, die innerhalb der Bauten wütet.
Und genau dieser Effektreigen macht die flache Story schnell vergessen und sorgt dafür, dass man diesem Abenteuerfilmchen leichtfüßig zu folgen vermag. Dabei gibt es weder schauspielerisch, noch inhaltlich große Würfe zu begutachten, aber dafür ebenso unkomplizierte, wie solide Unterhaltung.

Margheriti macht die maue Geschichte mit Hilfe von gelungenen Effekten und einer simpel-soliden Inszenierung wett und kann so ordentlich unterhalten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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