RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN

Rückkehr zum Planet der Affen
Beneath the Planet of the Apes | USA | 1970
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Taylor (Charlton Heston) und Nova (Linda Harrison) sind unterwegs in Richtung der Verbotenen Zone. Kaum dort angekommen stoßen die beiden auf merkwürdige Phänomene und kurze Zeit später ist Tylor spurlos verschwunden. Gut, dass bereits Brent (James Franciscus) auf die Planeten gelandet ist, um nach Tylor zu suchen; doch anstelle seines Kollegen stößt Brent auf ein ungeahntes Geheimnis.

Nachdem sich die Literaturverfilmung PLANET DER AFFEN zum Sci-Fi-Hit des Kinojahres 1968 entwickelt hatte, begann man im Hause 20th Century Fox Überlegungen bezüglich einer Fortsetzung anzustellen. Das war recht ungewöhnlich, war es doch zu jener Zeit den billigen B-Movies und Episodenfilmen vorbehalten, bei finanziellem Erfolg Fortsetzungen zu produzieren. Bei großen Studios war dieses heute vollkommen gängige Prozedere hingehen eher unüblich. Dementsprechend schwer tat sich der Produzent Arthur P. Jacobs dann auch, das Projekt auf den Weg zu bringen.
Da das Ende des Originals eine Weiterführung jedoch ohne weiteres zuließ, wandte sich Jacobs zunächst an Rod Sterling, der bereits das Script des Vorgängers mitgeschrieben hatte, und an Pierre Boulle, der die Buchvorlage geschrieben hatte. Die beiden entwarfen ein Drehbuch, in dem Taylor in der Verbotenen Zone mit Nova und den übrigen Menschen eine neue Zivilisation gründet und diese dann in eine finale Schlacht gegen die Stadt der Affen führt. Zu diesem Script gehörte auch das Konzept eines Kindes, das, von einem Affen und einem Menschen gezeugt, Merkmale beider Spezies aufweist und die letztendliche Degradierung des Affen-Kommandeurs Ursus zum Zirkustier. Diese und andere Ideen sollten jedoch nie umgesetzt werden, denn Charlton Heston weigerte sich gleich zu Beginn der Vorproduktion, eine tragende Rolle im Film zu spielen. Er sah die Geschichte als abgeschlossen an und war nicht daran interessiert, ein weiteres Mal in die Rolle des bärbeißigen Menschen Taylor zu schlüpfen. Nach zähen Verhandlungen ließ sich Heston zumindest darauf ein, in einer Nebenrolle aufzutreten, was dann schließlich in der heute bekannten Funktion – früher Auftritt und zügiges Verschwinden bis zum Finale – gipfelte.

Ursus: Der einzig gute Mensch ist ein toter Mensch!

Dieser Wunsch Hestons sorgte natürlich dafür, dass man die bisherigen Drehbuch-Drafts dem Mülleimer übergab und sich an den Autoren Paul Dehn wandte. Dieser hatte mit dem Drehbuch für das Bond-Abenteuer GOLDFINGER (1964) bereits einiges an Renommee einheimsen können und sorgte nun dafür, dass das Script trotz der bestehenden Einschränkungen funktionieren sollte. Um das zu schaffen, musste Dehn allerdings ein paar Logiklöcher in Kauf nehmen. So erscheint es geradezu albern, dass man auf der Erde zwanzig Jahre nach dem Start der ersten Mission eine Rettungsmission startet; ohne jegliches Wissen um den Verbleib der ersten Rakete. Aber auch das unbemerkte Dasein der Mutanten oder das konstruierte Verschwinden Taylors machen deutlich, dass Dehn bei der Drehbucharbeit immer wieder auf Situation stieß, in denen er der Funktion Vorrang vor der Logik geben musste.

Das Ergebnis zeigt dann aber, dass ihm dies durchaus gelungen ist, funktioniert das Script doch abseits dieser Ungereimtheiten erstaunlich gut. Vor allem die Fortführung der gesellschaftkritischen Aspekte des Films weiß zu gefallen. Anstatt die Aussagen des Originals zu kopieren, widmet sich die Fortsetzung Themen wie Religion und Militarismus und schafft es so, ein eigenständiges Statement abzugeben; auch wenn man anmerken muss, dass diese Sujets bei weitem nicht so subtil und einfallsreich präsentiert werden, wie noch im Jahre 1968.

Prof. Zaius: Was ist passiert, ist sie hingefallen?
Zira: Cornelius hat mich geschlagen …
Prof. Zaius: Was?
Zira: … weil ich mich bei der Versammlung so schlecht benommen habe.
Prof. Zaius: Hm … das kann man ihm nicht übel nehmen.

Dafür ist ein weiteres Problem verantwortlich, mit dem die Produktion zu kämpfen hatte: Aufgrund des neuen Hauptdarstellers mussten viele Thematiken noch einmal wiederholt werden (schließlich erlebt Brent die Affenzivilisation – im Gegensatz zum Zuschauer – zum ersten Mal). Zusammen mit dem Anspruch, aus Brent einen Taylor-Ersatz zu machen, führte das dazu, dass sich die ersten zwanzig Minuten anfühlen wie eine Essenz des Vorgängers. Danach hat sich der Zuschauer dann aber mit James Franciscus arrangiert, dessen unvermitteltes Auftreten zunächst für einige Verwirrung sorgt. In der Folge gibt Franciscus dann einen ordentlichen Hauptdarsteller, der jedoch nie aus dem Schatten der Vorlage treten kann, und in den Szenen mit Heston auch deutlich hinter diesem zurücksteht.

Auch die ikonische Schlusswendung des Originals war von vorneherein unerreichbar, sodass sich Dehn für einen früheren, und trotz allem sehr gelungenen, Twist entschied, als er aus den Menschen plötzlich radioaktive Mutanten mit religiösem Wahn machte. Hier wird klar, dass auch die Menschen auf dem Affenplanten keine friedliche Partei darstellen, das die Gestrandeten auch hier nicht willkommen sind. Danach führt der Film den religiös-martialischen Wahn der Mutanten gekonnt aus und findet in der goldenen Kobaltbombe eine weitere gelungene Ikonographie.

Taylor: Wie zum Teufel sind Sie hierhergekommen?
Brent: Auf dem gleichen Weg wie Sie: Raumschiff, Affenstadt und U-Bahn!

Ted Post, der für Franklin J. Schaffner eingesprungen war, der wiederum analog zu Heston keinen Sinn in einer Fortsetzung sah, inszeniert das Ganze dann angenehm schnell und unkompliziert. Vor allem das äußerst konsequente Ende (je nach Quelle eine Idee Hestons oder Dehns), das auch in seiner Darstellung sehr abrupt daherkommt, belegt das; aber auch zuvor versteht es Post blendend, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Mitverantwortlich dafür sind auch die gelungenen Kulissen, die den Stil des Originals zunächst fortführen, dann aber zu einem eher postapokalyptischen Thema wechseln. Gut aussehen tut das allemal, auch wenn man in Sachen Sinn und Logik wiederum ein paar Augen zudrücken muss.
Letztlich stellt RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN eine durchaus gelungene Fortsetzung dar, die vor allem in Anbetracht der äußerst ungünstigen Produktionsbedingungen zu überzeugen weiß. Folglich wurde der Film auch ein weiterer finanzieller Erfolg und ebnete so den Weg für weitere Fortsetzungen (sowohl innerhalb der Filmreihe, als auch ganz allgemein im Filmbusiness). Und auch wenn dem Streifen die Genialität des Vorgängers abgeht, manches etwas konstruiert wirkt und Franciscus letztlich nur ein Heston-Double ist, so bietet der doch gelungene Affen-Unterhaltung; und was will man denn schon mehr?

Gerade in Anbetracht der Produktionsumstände eine gelungene Fortsetzung, die zwar nicht mit dem Original mithalten kann, aber für sich genommen durchaus gut unterhält; auch ohne Heston und Freiheitsstatue.

4 Antworten zu “RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN

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