STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS

Star Wars: Der Aufsteig des Skywalkers
Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker | USA | 2019
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Die nun abgeschlossene dritte Trilogie weist einen merkwürdigen Bogenschlag auf. J.J. Abrams kehrt mit seinem zweiten Beitrag wieder zu jener Mixtur aus Fanservice und Huldigung zurück, die er schon 2015 als STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT vorlegte. Rian Johnsons STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI (2017) steckt dazwischen als spürbar andere Herangehensweise. Was einem letztlich besser gefällt, ist sicherlich Geschmackssache, ich kann mit Abrams irgendwie schwungvolleren Stil gut leben.

2. DER AUFSTIEG SKYWALKERS schafft es letztlich tatsächlich, die neuen Figuren nahe an die Zuschauenden heranzutragen. Rey, Finn und Poe, aber auch die diversen Nebenrollen haben Konturen, bedeuten mir etwas und sind mehr als bloße Neuauflagen der altbekannten Heroen (wobei es Oscar Isaacs Poe nicht immer gelingt, sich deutlich genug vom jungen Han abzusetzen). Insbesondere Adam Driver brilliert in der Rolle der Kylo/Ben – schade (oder klasse), dass sein einziges Lächeln von Rey zur Hälfte verdeckt wird.

3. Das Finale ist ausreichend bedeutsam und tragend. Auch wenn sich Abrams schamlos bei der Dreilagigkeit aus DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (1983) bedient, so fühlt sich das Ganze doch derart echt und wichtig an, dass man mitfiebert. Dazu tragen natürlich auch die knackige Inszenierung und die angenehm düstere Stimmung auf Exegol bei.

4. Trotz der erwähnten eigenen Ansätze huldigt Abrams der ersten Trilogie zu sehr. Die Vielzahl der Verweise/Anspielungen/Reminiszenzen ist einfach zu groß. Der Film traut es sich schlicht nicht, sich einfach auf seine (wie erwähnt durchaus gelungenen) Figuren und Geschichten zu verlassen. Alle paar Minuten muss etwas passieren, was alte Fans vermeintlich frohlocken lässt: ein Kampf in des Imperators altem Todesstern-Zimmer; ein X-Wing wird aus dem Wasser gezogen (Luke gestikuliert gleich mal mit); Lando taucht auf und wird sogleich befragt, wie man das damals alles angestellt habe; C-3PO wird rebootet, um noch mal seinen ersten Satz zu sagen; die Ewoks dürfen noch mal kurz knuddelig sein. Es bleibt zu hoffen, dass die schon angekündigten weiteren Trilogien endlich den Mut finden, gänzlich eigene Geschichten zu erzählen – und das wird nur gelingen, wenn man endlich mal begreift, dass man die Bedeutung der ersten Trilogie nicht reproduzieren kann.

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