WES CRAVENS MINDRIPPER

Wes Cravens Mindripper
The Outpost | USA | 1995
IMDb, OFDb, Schnittberichte

In einer geheimen Forschungsbasis in der Wüste bastelt ein vom finsteren Alex (John Diehl) angeführtes Team aus Wissenschaftlern im Namen der Regierung an einem Mittel, dass Tote wieder zum Leben erweckt. Unglücklicherweise ersteht ein Versuchsobjekt jedoch in Form einer grässlichen Mutation wieder auf und bringt den Großteil der Forscher um. Und als wäre das nicht genug, ist auch noch der Ex-Mitarbeiter Stockton (Lance Henriksen) mit seiner Familie auf dem Weg in die Basis.

Wenn ein Filius in des Vaters Fußstapfen treten muss, dann ist das – je nach Größe der Stapfen – nicht immer ganz einfach. So stand Jonathan Craven, Sohn des berühmten Wes Craven, dann auch Mitte der 90er Jahre vor einer gewaltigen Herausforderung. Denn außer einem Auftritt im Alter von sieben Jahren in Papas Terror-Klassiker DAS LETZTE HAUS LINKS (1972) sowie der Mitarbeit am ebenfalls vom Vormund stammenden SHOCKER (1989), konnte Jonathan bisher nichts vorweisen. Höchste Zeit also selber einen Film zu schreiben respektive zu produzieren. Papa Wes leistete natürlich als Executive Producer Unterstützung – auf das sich der Film einig wenig von der Konkurrenz auf dem angepeilten Direct-to-Video-Markt abheben könne – und so nahm das Elend seinen Lauf.
Denn was man von Jonathans Script erwarten kann, dass wird einem in den ersten 120 Sekunden bereits deutlich vor Augen geführt: Irgendwelche Wissenschaftler sammeln – natürlich mit einem hochgeheimen Regierungsauftrag ausgestattet – die Leiche eines Typen ein, der einfach so in der Wüste von einem Berg gefallen ist und verpassen ihm sogleich eine ordentliche Dosis ihres wiederbelebenden sowie für Mutationen sorgenden Mittelchens. Wow! Selten hat man wohl eine derart bekloppte Exposition gesehen, deren einziger Sinn es tatsächlich ist, die Erwartungen des Zuschauer gleich mal ein angemessen niedriges Level zu bugsieren.

Larry: Ich habe seine Vitalwerte kontrolliert und irgendetwas stimmt da nicht.
Mark: Ich weiß, die Werte sinken schnell. Wirkt er nicht größer als früher?
Larry: Vielleicht lagert er Wasser im Gewebe ein?
Mark: Erwarte nicht, dass ich ihn auswringe!

Denn in der Folge eiern sowohl die Wissenschaftler, als auch die herangekarrte Familie vollkommen sinnbefreit durch grottenhässliche Kulissen. Warum das Ganze überhaupt geschieht, warum die Protagonisten die Höhle nicht einfach verlassen oder warum die grenzdebilen Kids überhaupt mit in diese Basis geschleppt werden ist dabei nicht zu beantworten. Scheint aber auch keinen zu interessieren, Regisseur Joe Gayton lässt seine Mimen einfach über die komplette Spielzeit hinweg durch die Höhlen stolpern.
Immerhin findet sich unter diesen Darstellern Lance Henriksen, der mit (zumeist Neben-)Rollen in Filmen wie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART (1977), TERMINATOR (1984) oder natürlich als Bishop in ALIENS – DIE RÜCKKEHR (1986) durchaus auf veritable Leistungen verweisen kann. Dementsprechend verschämt führt Henriksen seine Leutchen dann auch durch die Tunnel dieser Horror-Gurke, während sich die darstellerischen Leistungen an seiner Seite gegenseitig zu unterbieten versuchen. Vor allem Giovanni Ribisi – die bis heute fleißig die hintersten Nebenrollen großer Hollywood-Produktionen besetzt – nervt als Sohnemann Scott bis zum Äußersten.

Stockton: Wie geht’s euch? Alles klar?
Scott: Mir gut und deinem Bein?
Stockton: Ist noch gebrochen …

Zumindest gibt es bei der lahmen Hatz durch die nur sehr mäßig ausgestatteten Kellergewölbe hin und wieder den mutierten Herren zu sehen, der zwar außer einem Stachel, der ihm aus dem Mund ragt, auch nichts zu bieten hat, damit aber immerhin für ein paar leidlich originelle Ableben sorgt; die die FSK wiederum dazu brachten, dem Filmen einen 18er-Stempel aufzudrücken.
Die gewieften europäischen Verleiher sahen das Übel wohl schon kommen und machten sich bezüglich der Veröffentlichung ihre eigenen Gedanken, was dann dafür sorgte, dass der Film heute zumeist als dritter Teil von Cravens HÜGEL DER BLUITGEN AUGEN (1977) angepriesen wird. Dabei stellt die Tatsache, dass des Sohnes miserables Erstlingswerk dabei dem filmischen Waterloo des eigenen Vaters – IM TODESTAL DER WÖLFE (1985) – folgt, immerhin einen erwähnenswerten Punkt an diesem Streifen dar. Immerhin.

Totlangweiliger Höhlen-Horror, der außer mit grausigen Mimen und schrecklicher Ausstattung noch durch das gänzliche Fehlen einer sinnvollen Handlung besticht. Als Mutprobe vielleicht noch geeignet …

Eine Antwort zu “WES CRAVENS MINDRIPPER

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