
Barbarian Queen
Barbarian Queen | Argentinien/USA | 1985
IMDb, OFDb, Schnittberichte
Roger Cormans Produktionsfirma New Concorde schloss zu Beginn der 80er Jahre mit Héctor Oliveras Aires Productions einen Vertrag über zehn in Argentinien zu produzierende Filme ab. Die Barbaren-Welle, losgetreten von CONAN – DER BARBAR (1982), ließ gerade vor allem die Italiener im Wochentakt halbnackte Typen durch die Umgebung von Cinecittà scheuchen, aber auch Corman wollte ein Stück vom Kuchen; und das klappte mit dem ersten der zehn Filme, DER TODESJÄGER (1983), auch ganz ordentlich. BARBARIAN QUEEN, bei dem Héctor Olivera auch gleich selbst Regie führte und Howard R. Cohen (EIN MANN WIRD ZUM KILLER (1978), SAMSTAG, DER 14. (1981) oder eben DER TODESJÄGER (1983)) das Drehbuch schrieb, kann da zwar nicht ganz mit-, aber nichtsdestotrotz unterhalten.
Cohens Drehbuch orientiert sich dabei strikt am großen Vorbild CONAN – DER BARBAR: Ein Dorf wird überfallen, Mord, Vergewaltigung und Brandschatzung hinterlassen menschliches Elend, Rache ist bitter notwendig. Doch da Strahlemann Argan (Frank Zagarino) vom bösen König Arrakur (Arman Chapman) entführt wurde, muss seine Verlobte Amethea (Lana Clarkson) mit ihren Freundinnen ran. Die Frauen schnetzeln sich dann durch diverse Gegnerhorden, verbünden sich mit ihren als Sklaven gehaltenen Männern und besiegen den finsteren König. In der grandiosesten Szene des Films wird Amethea dabei vom einer Vorzeit-Version eines Mad Scientist misshandelt. Der mit Steinzeitbrille (!) und Dampfmaschinen (!!) ausgestattet Unhold quält die nackte Amethea mithilfe einer Maschine, deren Metallhand Amethea an der Brust zwickt (!!!). Als er sie dann noch vergewaltigt, packt sie ihn mit ihren Beinen (oder ihrer Vagina) so fest, dass er schreit und stößt ihn in ein Säurebecken. Tolle Szene! Aber auch die kann nicht verhehlen, dass der Film trotz starker Frauen in den Hauptrollen natürlich ganz und gar vom male gaze bestimmt ist. Ganz und gar.
Ansonsten gibt es ein bisschen Kunstblut und zumindest in den Kerkern durchaus stimmig beleuchtete Pappmaché-Kulissen. Die Burg sieht hingegen wahrlich bescheiden aus, wahrscheinlich ist das Budget in die zahllosen Kostüme der Hauptdarstellerinnen und in das knallbunte Steinzeit-Gerberbviertel geflossen. Aber am Ende gibt es eine durchaus ordentliche Massenkampfszene, da hat man in ähnlichen Filmen schon sehr viel weniger Menschen eine „Schlacht“ darstellen sehen. Alles in allem kann man diesem 71-Minuten-Corman-Klopper nichts vorwerfen, wenn man weiß, was einen erwartet.