
The Faculty – Trau keinem Lehrer!
The Faculty | USA | 1998
IMDb, OFDb, Schnittberichte
THE FACULTY stellte für Robert Rodriguez einen ersten Schritt in Richtung breites Publikum dar. Richteten sich EL MARIACHI (1992), DESPERADO (1995), FOUR ROOMS (1995) und FROM DUSK TILL DAWN (1996) eher an Genreklientel, möchte der 98er-Streifen die Teenie-Slasher-Erfolgswelle mitreiten, die Wes Craven mit SCREAM – SCHREI! (1996) losgetreten hat. Danach sollte es für ihn mit SPY KIDS (2001) bekanntlich ähnlich popcornig weitergehen. Damit das Vorhaben auch gelingt, hat Rodriguez praktischerweise Kevin Williamson als Drehbuchautor mit an Bord, der nicht nur an ebenjenem SCREAM – SCHREI! beteiligt war, sondern danach auch noch den ähnlich gelagerten ICH WEIß, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST (1997) geschrieben hat.
Eigenständigkeit zeigt THE FACULTY dann jedoch in der Wahl der Sujets: Die Highschool, in anderen Slashern oft Ort des Austauschs zwischen den Morden, wird hier zum Dreh- und Angelpunkt, das Kollegium gar zu den Tätern. Dazu lehnt sich der Film eng an die US-amerikanischen Red-Scare-Film der 50er Jahre an, indem er eine unsichtbare Gefahr in Menschen eindringen lässt, die dann „gleichgeschaltet“ werden und einem „höheren Ziel“ folgen. Die Protagonisten stellen gen Ende auch fest, dass „alle zusammenhängen“. Und auch DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982) scheint Rodriguez und Williamson nicht unbeeindruckt gelassen zu haben, erinnert die Szene, in der die Kids per Drogenkonsum herauszufinden versuchen, in wem das Alien steckt, doch frappierend an Carpenters großes Vorbild – allerdings ohne dessen rohe Brillanz zu erreichen. Verpackt wird dieses Potpourri dann wiederum in topaktuelles 90er-Kolorit, beginnend mit The Offspring zur Eröffnung, gefolgt von allerhand wilden Klamotten, Frisuren – was bitte ist bei Josh Hartnett los? – und dieser herrlichen Naivität jener Tage.
Vor allem aber guckt sich der Film bei SCREAM – SCHREI! die Metaebene ab, von der aus die Protagonisten das Geschehen zu betrachten vermögen. Clea DuVall kann als Stokes auf den Roman Die Invasion von Robert A. Heinlein verweisen und DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978) als Referenz anführen. Daraus leitet sie gemeinsam mit Casey (Elijah Wood) ab, wie zu verfahren ist, und dass die einzige Chance darin bestehe, die erstbefallene Person zu töten. Die Figuren wägen dann ab, wie erfolgsversprechend es ist, sich auf kulturelles Wissen zu verlassen und treffen dann ihre Entscheidungen. Dieses in den 90ern und 00ern übliche Spiel mit Slasher-Konventionen kann Rodriguez in diesem Fall dank origineller Staffage insgesamt unterhaltsam darbieten.