MUTANT – DAS GRAUEN IM ALL

Mutant – Das Grauen im All
Forbidden World | USA | 1982
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Schon die Rahmendaten machen MUTANT – DAS GRAUEN IM ALL zu einem Film, den man einfach lieben muss. Produzent: Roger Corman; Drehbuch (u. A.): Jim Wynorski; Regie: Der bis dato nicht als Regisseur aufgetretene Cutter Allan Holzman. Wie hat Holzman den Job bekommen? Der Legende (ein Begriff der heutzutage häufig gleichzusetzten ist mit der englischsprachigen Wikipedia) nach hat Corman von ihm eine sieben- bis achtminütige Sequenz verlangt, für die ein Astronaut und ein Roboter zur Verfügung standen. Holzman hatte vier Tage Zeit für ein Skript, die Produktion und den Dreh – und falls ihm nichts einfalle, verwies Corman darauf, dass er sich schon immer eine Space-Version von LAWRENCE VON ARABIEN (1962) gewünscht habe. Augenscheinlich haben Holzmans acht Minuten (die also nicht zufällig völlig von Rest des Films losgelöscht erscheinen) Corman also überzeugt, ein paar Dollar mehr in dieses äußerst flotte ALIEN-Ripp-Off zu investieren.

2. Der Film haut einem Wahnwitziges im Minutentakt um die Ohren. Nachdem Hauptrolle Mike Colby (TV-Recke Jesse Vint) mit einem flotten „Na, dann lass mal knacken“ den Hyperraumsprung von seinem Robot-Kumpanen SAM-104 einfordert, erreichen die beiden eine Forschungsstation auf dem Planeten Xarbia. Dort halten dann Forschungsassistenten ihren Kopf ins Brutgehege des menschenfressenden Mutanten, der Chefarzt Dr. Cal Timbergen (wunderbar abgedreht gegebene von Fox Harris) läuft grundsätzlich mit Kippe und in einem Kittel voller Blut durch die Gegend und die Wände bestehen aus Eierkartons und diesen zuklappbaren Fastfood-Verpackungen. Und das beschreibt nur die ersten fünf Minuten. June Chadwick als Dr. Barbara Glaser und Dawn Dunlap als Tracy Baxter (Funktion unbekannt) verleihen dem Film das nötige Sexappeal. Erstere verführt Mike auf edelstem Sexfilm-Niveau, letztere latscht derweil mit einer Sonnerbrille in die Sauna. Im Finale beschließt Barbara dann, mit dem Alien zu kommunizieren und dessen Wunsch nach Liebe nachzukommen – ein Wunsch, den das Viech dann sehr wörtlich nimmt. Gut, dass Mike ihren Plan schon vorher als das Dümmste bezeichnet hat, was er je gehört habe.

3. Auch wenn einige Kulissen aus den Corman-Produktionen SADOR – HERRSCHER IM WELTRAUM (1980) und PLANET DES SCHRECKENS (1981) stammen sieht Holzmans Debüt toll aus. Ja, alles wirkt etwas günstig, das Alien bisweilen lächerlich und die Blitzlicht-Effekt bedrohen die Gesundheit, aber irgendwie steckt stets auch das nötige Maß an Engagement im Dargebotenen: Wenn Dr. Timbergen mit dem Finger liebevoll eine Probe aus dem riesigen Haufen Menschengelee streicht, wenn die Mädels sich unter der Dusche gegenseitig einseifen oder wenn das Alien im Finale besiegt wird, indem Mike ihm einen Tumor ins Maul stopft, den er wenige Sekunden vorher ohne Betäubung aus dem Dotore herausgefummelt hat. In all diesen Szenen muss man den Film einfach liebhaben. Ich tue das jedenfalls sehr.

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