DAS GEHEIMNIS DER 14 GEISTERREITER

Das Geheimnis der 14 Geisterreiter
Los diablos del terror | Mexiko | 1959
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Gastón Santos (Gastón Santos) wird zusammen mit seinem Kumpel Espero (Pedro de Aguillón) vom Anwalt Alvarenga (Luis Aragón) in ein verschlafenes mexikanisches Nest gerufen, um dort einige merkwürdige Geschehnisse zu untersuchen. Eine Bande ebenso mysteriöser wie vermummter Reiter terrorisiert das Dörfchen und schreckt auch vor Mordtaten nicht zurück; schnell stellt sich heraus, dass es wohl einen Zusammenhang mit der jungen Teresa (Alma Rosa Aguirre) gibt, die just in ihr Heimatdorf zurückgekehrt ist, um ihr umfangreiches Erbe anzutreten.

Der mexikanische Regisseur Fernando Méndez hatte sich mit den Horrorwerken VAMPIRO (1957), DER SARG DES VAMPIRO (1957) oder auch DER TOTE KEHRT ZURÜCK (1959) auch international einen Namen gemacht, bevor er gleichfalls 1959 daranging, die erlernten Gruselkompetenzen im staubigen Sand der Wüste zur Anwendung zu bringen. Er ließ sich dabei von Drehbuchautor Ramón Obón mit Stoff versorgen, der bereits einige Arbeiten für Méndez geleistet hatte. Als Inspiration dürfte gleichsam des Regisseurs eigenes Werk LAS CALAVERAS DES TERROR (1944) gedient haben, welches seinen Ursprung wiederum in einer Reihe von Serials hatte, bevor es zu einem dreistündigen Doppel-Spielfilm umgearbeitet wurde. Die 1959er Interpretation braucht da allerdings deutlich weniger Spielzeit, um ihre Geschichte vorzutragen.

Teresa: Ich bin nicht so furchtsam wie ich aussehe.

Die fällt entsprechend auch relativ dünn aus, handelt es sich doch um eine gradlinige Whodunit-Handlung, die obendrein nur einen einzigen, recht früh offenbarten Twist bereithält. Ansonsten folgt der im Kampf und im Gesicht etwas zu zart anmutende Hauptdarsteller Gastón Santos einem gradlinigen Plot, der von seinem Sidekick Pedro de Aguillón in der Rolle des tollpatschigen Espero immer wieder slapstickend unterbrochen wird. Das Ganze erinnert dabei durchaus an die ähnlich gelagerte Krimi-Komödien-Mixtur, die spätere EDGAR WALLACE-Werke anbieten. Der Krimihandlung entsprechend gibt es dann noch einige zwielichtige Charaktere wie den verdächtigen Don Remigio (gegeben von Antonio Raxel) oder den schmierigen Bullen Don Herminio (José Muñoz), die allerdings kaum für große Wirrungen zu sorgen vermögen – zu simpel ist da der Aufbau und das Verhältnis der Figuren.

Seinen durchaus vorhandenen Reiz entfaltet der Streifen immer dann, wenn die für die Titelgebung des Films verantwortlichen Herrschaften auftreten – was leider nur recht selten der Fall ist. Diese müssen aufgrund der in der mexikanischen Gesellschaft omnipräsenten Luchadores natürlich mit abgewandelten Wrestlermasken aufs Pferd steigen, um ihre Schandtaten ins geheimnisvolle Licht zu rücken. Dabei stimmen weder das im spanischen Titel verwendete Teufel noch das deutsche Geisterreiter, handelt es sich doch schlicht um ein paar unzufriedene Dorftrottel, die für ihren eigenen Vorteil über Leichen gehen. Mit dämonischen Ringen, Brandeisen und diversen anderen Spielereien, geben sich die Reiter aber trotzdem redlich Mühe, möglichst teuflisch zu wirken.

Die kleine Fliege: Eine Fliege, die schon seit vielen Jahren mitten im Rachen ihres schlimmsten Feindes lebt.

Ansonsten liefert der äußerst umtriebige mexikanische Komponist Gustavo César Carrión einen netten Soundtrack, der neben einigen in die Gegend gezimmerten Holzhütten hauptverantwortlich für die Etablierung des Western-Settings ist. Während sich die Handlung einige Hänger erlaubt, überzeugt das Finale dann mit einem schmissigen Kampf in einer stimmig ausgeleuchteten, von einem Erdbeben durchgeschüttelten Höhle, bei der auch der lange im Dunkeln bleibende Typ, der sich „die kleine Fliege“ nennt, endlich sein Gesicht in die Kamera reckt – und dabei die Erklärung für all die klebrigen Missgeschicke liefert, die dem armen Espero den ganzen Film hindurch widerfahren. Auch eine Art von Auflösung.

Während der Auftritte der Geisterreiter unterhaltsamer, ansonsten unter einigen Längen leidender Krimi im Westerngewand.

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