DIE TOLLWÜTIGEN

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Die Tollwütigen
I Drink Your Blood | USA | 1970 | IMDb, OFDb, Schnittberichte

Horace Bones (Bhaskar Roy Chowdhury) ist der Anführer einer Truppe von Hippies mit satanistischen Neigungen, die durch die USA tourt. Eines Tages stoßen sie auf ein kleines Dorf, das die fortan terrorisieren. Irgendwann wird es dem kleinen Pete Banner (Riley Mills) zu bunt, und er vergiftet die Hippies mit Tollwut-infizierten Pasteten.

Zwei Jahre nach dem Sommer der Liebe war das Thema Hippies immer noch heiß genug, um Stoff für einen wilden Streifen zu bieten. Also hat David E. Durston sich hingesetzt und ein Drehbuch geschrieben, dass die Hippiekultur mit der anderen zeitgenössischen Angst der Amerikaner kreuzte: Satanistischen Sekten. Charles Manson hat mit seiner Truppe ein Jahr zuvor durch diverse Morde auf sich aufmerksam gemacht, und die Angst vor marodierenden, mordenden Hippes war im amerikanischen Hinterland riesengroß. Beste Voraussetzungen also für einen Streifen, der antrat um das Publikum zu schocken.
Die Handlung ist damit eigentlich auch schon erzählt, viel mehr gibt es nicht zu erwähnen. Allerdings reicht dieser Rahmen auch aus, denn der Film sucht seine Schauwerte in anderen Bereichen zu erzielen. Erwähnenswert ist aber allemal der Cast. Dieser besteht zwar zum größten Teil aus Laien und unbekannten Mimen, allerdings vereinigt Durston eine wirklich illustre Charakter-Truppe um den Hippe-Führer Chowdhury. Das asiatische Medium ist genau mit von der Partie wie der stereotype Schwarze. Dazu gibt es dann noch ein ununterbrochen williges Hippe-Mädel und einen zögerlichen Burschen, der irgendwann Angst bekommt und die Seite wechselt. Der ganze Haufen erfüllt dann so ziemlich jedes Klischee, das einem bösen, unangepassten Jugendlichen anhaften kann; und unterhält somit großartig.

Berühmt-berüchtigt wurde der Streifen aber nicht wegen seiner lustigen Charaktere, sondern wegen seiner derben Gewaltdarstellungen. Diese sind natürlich immer in Relation zu sehen, und wirken in ihrer Machart aus heutiger Sicht plump und unbeholfen. Trotzdem bietet der Film gerade in der zweiten Hälfte eine ordentliche Menge drastischer Aufnahmen, die dann bei einer Mutter, die ihr ungeborenes Kind pfählt, gipfeln. Doch auch drum herum werden immer wieder Gliedmaßen abgetrennt und es wird kräftig zugebissen. Wie erwähnt alles auf sehr übersichtlichem Niveau, aber derbe allemal. Das sorgt dann auch dafür, dass der Streifen als erster US-amerikanischer Film überhaupt ein X-Rating ausschließlich aufgrund der Gewaltdarstellungen erhielt. Somit hatte der Streifen natürlich seinen Ruf weg, und darf sich seit dem eines nicht zu unrecht entstanden Kultstatus erfreuen.
Dazu beigetragen hat sicherlich auch die einprägsame Soundkulisse des Films. Jede Szene, in der Spannung oder Entsetzen auf dem Plan stehen, ist von derart grellen Synthie-Klängen untermalt, dass so mancher Betrachter die Hände an die Ohren führen wird, um dem ständig anschwellenden Gedröhne zu entrinnen. Hilft aber nichts, da das ein ständiges Stilmittel des Films ist und somit gen Ende fast durchgehend vorkommt. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber ein weiteres Mittel, das diesen kantigen und eckigen Streifen formt.
All das verbindet sich zu einem schmutzigen Terror-Streifen, der schon sehr früh sehr explizit und böse daherkam. Alles wirkt wenig glatt und rund, und genau deshalb wird das Ding zu einem fiesen, kleinen Klassiker.

Ungehobeltes Stück Terror-Film, das einfach unangenehm und deshalb sehr unterhaltsam ist. Dazu gibt’s derbe Effekte und Klänge.

Eine Antwort zu “DIE TOLLWÜTIGEN

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