MOULIN ROUGE

Moulin Rouge
Moulin Rouge! | Australien/USA | 2001
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nach STRICTLY BALLROOM (1992) und ROMEO + JULIA (1996) ist MOULIN ROUGE das Finale der nur qua ihres Showbiz-Sujets zusammenhängenden Red-Curtain-Trilogie von Baz Luhrmann – oder wird der anstehende ELVIS (2022) das Ganze in Zukunft zur Quadrilogie werden lassen? Egal. Entsprechend des anwachsenden Naturells von Filmreihen ist MOULIN ROUGE natürlich der pompöseste der drei Filme. Das Musical überschlägt sich geradezu in Sachen Ausstattung, Kostüme und optischen Ideen. Luhrmann schafft ein einem Traum (oder dem Klischee) entsprungenes Montmartre mit ein Moulin Rouge, das zwar mit der Realität nur wenig zu tun hat, aber den Zuschauenden einen 120-minütigen optischen und akustischen Rausch garantiert. Letzterer zeichnet sich dabei durch eine riesige Songauswahl aus und beinhaltete zahlreiche Anachronismen; dabei passen die diversen Rock- und Popklassiker erstaunlich gut zur Wende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Dabei geht diese Idee auf Kosten eigener Kompositionen, was echte Musical-Menschen vielleicht stört – mir ist es recht.

Nicole Kidmann und Evan McGregor machen als Hauptrollen eine gute Figur und sind wohl auch erstaunliche Gesangstalente. Die von ihnen verkörperte Geschichte um die wahre, jedoch nicht zu rettende Liebe ist zwar wenig originell, aber immerhin überwiegend glaubwürdig. Es ist derartig überzeichneten Filmen jedoch inhärent, dass sie nur allzu gern daran scheitern, ihre Themen wirklich ernsthaft zu vermitteln; fallen Form und Inhalt doch bisweilen zu weit auseinander.

In der folglich nett anzusehenden, aber darüber hinaus hohlen Liebesgeschichte gibt es allerdings eine interessante Figur. Der von Jim Broadbent gegebene Moulin Rouge-Besitzer Harold Zidler zeigt uns im Finale die ganze Amoral des Showgeschäfts. Zunächst ist er es, der den Duke (Richard Roxburgh) als Investor an Land zieht, diesem Satine anbietet und alles tut, um das Geschäft weiterlaufen zu lassen. Aus dieser unsympathischen Rolle soll er im Finale befreit werden, wenn er den verzweifelten Duke davon abhält, Satine und Christian zu erschießen. Ja, er schlägt seinen Investor nieder und rettet den beiden das Leben – rettet damit aber auch sein Geschäft. Der Auftritt war ein Erfolg, das Publikum wird wiederkommen und zwei erschossene Hauptdarstellende wären eine wahrlich größere Misere als ein vergraulter Investor; Harold hat also lediglich ein weiteres Mal den für sein Geschäft günstigsten Weg eingeschlagen – und soll uns doch als geläuterter Mensch verkauft werden. Ein fader Beigeschmack am Ende des Films.

2 Antworten zu “MOULIN ROUGE

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