M:I:III

M:i:III
Mission: Impossible III | China/Deutschland/USA | 2006
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der dritte Teil der MISSION: IMPOSSIBLE-Reihe muss sich qua des Erscheinungsjahres wohl oder übel den Vergleich mit Martin Campbells CASINO ROYALE (2006) gefallen lassen. Und dazu sei nur kurz die erste größere Actionszene herangezogen, die J.J. Abrams (der nach dieser Regiearbeit zum festen Produzentenstab der Serie werden sollte) darbietet: Agent Hunt rettet seinen Protegé Lindsey Ferris aus den Klauen der Gangster. Sie fliehen in einem zivilen Helikopter verfolgt von einem raketenbewaffneten Helikopter durch ein riesiges Windrad-Feld nahe Berlin (?). Die Sprengkapsel im Kopf Lindseys plant Hunt mittels eines Defibrillators (!) zu entschärfen. Doch zu spät. Enttäuschung, Trauer, Emotion. Wer diesen überdrehten Wahnwitz mit der edlen Ruhe des erwähnten BOND-Films vergleicht, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass M:I:III gar nicht den Anspruch haben kann, sich damit zu messen, sondern sich selbst als Durchschnittskost begreift; Zuschauende tun folglich gut daran, es dem Film gleichzutun.

Dann stören einen auch der absurde Konvoi-Angriff innerhalb der USA oder der arg träumerische Coup im Vatikan nicht. Erwartungshaltung ist eben alles. Als bloßes Actionfeuerwerk Baujahr 2006 tut der Film keinem weh. In einem Augenblick wird es gar sehr selbstreferenziell: Wirkt der (schon in M:I-2 (2000) verwendete) Einbruch in einen Hochhaus schon in der Planung ziemlich öde, überspringt Abrams ihn einfach und lässt Hunt nach zwei Minuten einfach als dem Fenster stürzen. Job erledigt, Langweile vermieden. Es ist dies vielleicht die für die Grundhaltung des Films repräsentativste Szene. Gemeinsam mit dem MacGuffin „Hasenpfote“ schreit sie förmlich: Scheiß auf den Inhalt!

Ärgerlicherweise versucht sich dieser Action-Durchschnitt dann aber daran, Tom Cruise‘ Ethan Hunt zu vermenschlichen. Ausgerechnet. Die Exposition stellt uns seine (plötzlich vorhandene) Ehefrau Julia (Michelle Monaghan) vor. Wenige Minuten später erfahren wir, dass Ethan seiner Auszubildenden Lindsey (Keri Russell) wohl aus Sympathie zu früh die Freigabe für eigene Missionen erteilt hat. Im Laufe des Films ist es für den als Bösewicht Davian hier heillos verschenkten Philip Seymour Hoffman ein Leichtes, Hunt mit diesen beiden Frauen unter Druck zu setzen. Julia und Lindsey sind seine Schwächen, ohne sie wäre Hunt unbesiegbar. Was oberflächlich als emotional verkauft werden soll, offenbart einen erschreckend einseitigen Blick; da hilft es auch nichts, dass Julia im Finale den zweiten Antagonisten abknallt und Hunt wiederbelebt – Ethans genauen Anweisungen folgend. Dieses Element macht M:I:III dann endgültig zu grauestem und stereotypstem Action-Durchschnitt.

2 Antworten zu “M:I:III

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