SUPERMAN – DER FILM

Superman – Der Film
Superman | USA | 1978
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Da Mitte und Ende der 70er Jahre allerlei Sci-Fi- und Fantasy-Großproduktionen eine neue Kino-Ära einläuteten, ist auch das (Wieder-)Erscheinen Supermans auf der Leinwand zu dieser Zeit logisch. Und unbestritten war Richard Donners SUPERMAN – DER FILM bei seiner Veröffentlichung ein technischer und inhaltlicher Meilenstein: Produzent Alexander Salkind investierte Unmengen an Geld in eine Tricktechnik, die den Film jener Sphären enthob, in denen sich Superhelden(-TV-)filme wie SPIDER-MAN – DER SPINNENMENSCH (1977) bis dahin bewegten. Krypton sieht klasse aus, die Ausstattung ist imposant und die Flugszenen überzeugten tatsächlich – so sehr, dass sie den Verleihern gar als zentrale Werbezeile dienten. Auch auf inhaltlicher Ebene legte der Film mehr Ernst an den Tag als der Großteil seiner Vorgänger; ohne sich allerdings von den üblichen Albernheiten gänzlich befreien zu können.

2. Exemplarisch für die albernen Überzeichnungen diene jene Flugszene, in der Superman Lois durch den New Yorker Nachhimmel trägt. Viel zu lang und unterlagt mit den lyrischen Gedanken der schmachtenden Journalistin zerschlägt diese Sequenz die bis dahin durchaus vorhandene Stimmung des Films brutal. Um nicht falsch verstanden zu werden: auch zuvor ist der Film mitnichten eine bierernste Angelegenheit, aber die Topbestzungen Marlon Brando und Gene Hackman verleihen dem Streifen als weise Vaterfigur Jor-El und augenzwinkernd-böser Antagonist Lex Luthor ein angenehmes Gewicht; mit dem es nach dem Nachtflug leider vorbei ist. Der höchst alberne Überfall auf den Militärkonvoi leitet ein Finale ein, das aufgrund zahlloser Orts- und Figurenwechsel jeden Spannungsaufbau unmöglich macht. Es sei zwar berücksichtigt, dass aufgrund der begonnenen, dann aber fallengelassenen Back-to-back-Produktion mit SUPERMAN II – ALLEIN GEGEN ALLE (1980) sicherlich einige Unstimmigkeiten entstanden sind, aber das Ergebnis bleibt überaus unrhythmisch.

3. Lichtblick des Films bleibt Kal-Els Auseinandersetzung mit seiner Herkunft und der daraus erwachsenden Verantwortung. Es sind folglich jene Szenen des Films die stärksten, in denen er sich mit seiner Umwelt auseinandersetzen muss: In jungen Jahren mit den Klassenkamerad*innen oder im Erwachsenenalter mit seiner (Un-)Ehrlichkeit gegenüber Lois. Letztlich wendet er gar alle seine Fähigkeiten an, um den Laufe der Dinge zu verändern und Lois zu retten. Es manifestiert sich in dieser Szene der ganze Unsinn, der der Figur (und folglich dem Film) zugrunde liegt, aber ebenso die im Leben omnipräsente Gefahr des Scheiterns. Wenn der Gewinn nur groß genug ist, dann scheitert auch ein übermenschliches Wesen an den selbstgesteckten Zielen. Das nach ist 140 Minuten immerhin tröstlich.

Eine Antwort zu “SUPERMAN – DER FILM

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