RED SONJA

Red Sonja
Red Sonja | Niederlande/USA | 1985
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Ja, Richard Fleischers Spätwerk RED SONJA hängt in allen Belangen am Nabel von CONAN – DER BARAR (1982) und CONAN – DER ZERSTÖRER (1984). Letzterer wurde ebenfalls von Fleischer gedreht, der dann von Produzent Dino De Laurentiis ein Jahr später erneut angeheuert wurde. Die Vorlage stammt aus den Conan-Comics, Schwarzenegger ist (aus lizenztechnischen Gründen mit anderem Namen) erneut dabei und Sandahl Bergman wird von seiner Freundin zur Antagonistin. Die größte Neuerung ist Brigitte Nielsens Mitwirken, welche in sämtlichem Promo-Material aber hinter Schwarzenegger zurückstehen muss.

2. Der Film ist spektakulär unspektakulär. Von Erhalt der Queste durch Sonjas sterbende Schwester bis zum Sieg im Finale gilt es für das quasi-familiäre Gespann zwar Hürden, aber keine Konflikte oder Wendungen zu bestehen. Sie eilen stets von einer Aufgabe zur nächsten, passieren hübsche Landschaften und nette Setbauten und werden dabei immer bessere Freunde. So erinnert der Film mehr noch als seine zahlreichen Kollegen an jene Rollenspiele und klassischen Heldenreisen, die ihm implizit Vorlage seien dürften: Das Abenteuer zählt, nicht die Entwicklung von Charakteren. Das Besiegen phantastischer Gegner gilt, nicht die Überwindung von zwischenmenschlicher Hürden. Das ist legitim und wird hier in Vollendung geboten. So gibt es mechanische Monster in Wassergrotten, Mordmaschinen, Riesenspinnen und eine vom Geist eines Alchemisten gesteuerte Gedanken-TV-Show.

3. „Du bist schließlich nur eine Frau“ weiß Arnolds Kalidor zu konstatieren; und so folgt er Sonja gegen ihren Willen und rettet diese dann drei, vier Mal im Film in höchster Not. Deren Antwort „Ich brauche keinen Mann, der mir zur Hilfe kommt“ wirkt in diesem Kontext dann etwas skurril, aber immerhin erlaubt sich der Film gleich mehrere Szenen, in denen er die beiden als gleichberechtigte Flirtende darstellt. Beide wollen nur Sex mit jemandem, der sie im Kampf besiegen kann, beide sinken nach dem Austragen des deshalb benötigten Kampfes aber erschöpft zu Boden. Das ist (nicht nur deshalb) Quatsch, weil sie ja logisch zu Ende gedacht nie miteinander schlafen könnten, aber immerhin wird dieser Unfug von beiden Geschlechtern gleichermaßen verbreitet. Auch das ist Gleichberechtigung.

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