DIE BLAUE DAHLIE

Die blaue Dahlie
The Blue Dahlia | USA | 1946
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Paramounts Superstar Alan Ladd, der mittels der Früh-Noirs DIE NARBENHAND (9142) und DER GLÄSERNE SCHLÜSSEL (1942) im Genre bewandert war, hatte kurz vor den Dreharbeiten zu DIE BLAUE DAHLIE tatsächlich noch im Weltkrieg mitgewirkt. Folglich kaufte das Publikum ihm die Rolle des Kriegsheimkehrers auch vorbehaltlos ab. Als solcher stößt Ladd in der Rolle des Johnny auf eine Heimat, die ihn nicht willkommen heißen möchte: seine versoffene Gattin Helen (Doris Dowling) hat sich mit dem Nachtclubbesitzer Eddie Harwood (Howard Da Silva) eingelassen und gesteht Johnny, dass sie wohl seinen Sohn auf dem Gewissen hat. Als sie kurze Zeit später ermordet wird, fällt zudem der Verdacht auf ihn und seine Ermittlungen rufen weitere Gewalt hervor. Das aus der Feder Raymond Chandlers stammende Drehbuch konzentriert sich dabei weniger auf eine spannende Ermittlungsgeschichte als viel mehr auf die düstere Welt, in der Johnny gefangen ist. Daheim sind er und seine Kriegskumpels George (Hugh Beaumont) und Buzz (William Bendix), der am stärksten vom Krieg gezeichnet ist, einfach nicht willkommen. Die etwas lapidare Auflösung (die wohl vom US-Militär so verlangt wurde) ändert nichts daran, dass der Film sich in großen Teilen jenen Schwierigkeiten widmet, mit denen heimkehrende Soldaten allzu häufig zu kämpfen haben.

2. Die große Stärke des Films sind seine gelungenen Dialoge. Gerade wenn Johnny sich mit seiner häufigen Filmpartnerin Veronica Lake (die ebenfalls in den oben erwähnten Noir-Grundsteinen mitwirkte) in der Rolle der undurchsichtigen Joyce wortreich duelliert, sprüht das vor Wortwitz und Hintergründigkeit. Aber die übrigen Figuren wie Harwood, der Hotelspion Newell (Will Wright) oder der bissige Hotelier Corelli (Howard Freeman) glänzen mit griffigen und prägnanten Sätzen. George Marshalls zügige und souveräne Inszenierung bedient sich zudem einer angenehmen Menge an Regen, Dunkelheit sowie Lowkey-Fotografie und macht aus der US-amerikanischen Westküste zwischen Malibu und L.A. so einen stimmigen Noir-Schauplatz.

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