TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES

Teenage Mutant Ninja Turtles
Teenage Mutant Ninja Turtles | USA | 2014
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Nachdem das Franchise im Jahr 2009 von Mirage Studios an Nichelodeon verkauft wurde, lieferte IDW Publishing eine neue Turtles-Comicreihe, die bis heute fortdauert. Und nach dem wenig beachteten Animations-Kinofilm TMNT – TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES (2007) und dem TV-Film TEENAGE MUTANT NINJA TURTLES: TURTLES FOREVER (2009) sollte nach dem Verkauf auch ein großes Kino-Revival stattfinden. Mit Michael Bay und Paramount fanden sich potente Geldgeber, die das Projekt auf die Schienen brachten, und mit Jonathan Liebesman ein Regisseur, der sich mittels WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES (2011) und ZORN DER TITANEN (2012) für Derlei qualifiziert hatte.

2. Das Ergebnis ist die erwartbare Bay-Packung: Hochglanz-Action voller CGI-Übertreibungen, stereotype Figuren und eine belanglose Handlung. Die (völlig beliebigen) Actionszenen nehmen natürlich den Großteil des Films ein und gipfeln schließlich in einem einen vereisen Berghang hinabschlitternden Lastkraftwagen, unter, über und neben dem die Schildkröten herumgleiten. Im Finale darf ein die New Yorker Häuserschluchten hinabstürzender Funkmast als Rahmen dienen – dass dessen tatsächlicher Aufprall schlicht verlabert wird, verdeutlich noch mal die grundsätzliche Bedeutungslosigkeit der Actionelemente. Als Beispiel für die völlige Stereotypisierung der Figuren sei vor allem Will Arnett angeführt, der als Gob in ARRESTED DEVELOPMENT gezeigt hat, dass er unfassbares Humorpotenzial besitzt. Hier darf er in der Rolle des Sidekicks ausschließlich humorvoll gemeinte Kommentare abgeben, von denen keiner zündet – unglaublich! Dass Megan Fox in einem Bay-Film grundsätzlich ein Abziehbild ist, steht (leider) außer Frage; die belanglose Handlung ergibt sich aus der Verquickung von belangloser Action und stereotypen Figuren.

3. Und was ist mit den Turtles? Die funktionieren zugegebenermaßen ganz gut. Der Film hält sich weitgehend an das bereits in TURTLES (1990) erfolgreich verfolgte Konzept, die mutierten Teenie-Schildträger nicht als die düsteren Rächer der ersten Comic-Vorlagen zu zeichnen, sondern als plappernde Horde Kids. Das ist natürlich wieder Geschmackssache, bisweilen infantil und sicherlich keine Neuheit – aber eben solide Funktionalität. Dass das Ganze aber am Ende einfach nicht so richtig zünden will, zeigt sich in meinen Augen ebenfalls im Finale überdeutlich: Obwohl die vier Brüder ständig plappern, verzichten sie doch bis kurz vor Schluss auf ihren Signature-Quote „Cowabunga“. Wenn dieser dann aber schließlich doch nach der sinngemäßen Einleitung „Man, habe ich lange darauf gewartet, das mal wieder zu sagen“ ausgerufen wird, fühlt sich das nicht gewichtig an, sondern schlicht pflichtschuldig. Wie eben der ganze Film.

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