C.H.U.D. – PANIK IN MANHATTAN

C.H.U.D. – Panik in Manhattan
C.H.U.D. | USA | 1984
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Douglas Cheeks einzige Spielfilmregie ist ein Werk, das eigentlich alle Ingredienzien aufweist, um mich vorbehaltlos zu begeistern. Schon die Eröffnungsszene erzeugt ein wohliges Schauern: eine Seitenstraße New Yorks, Regen, Neonlicht und eine einsame Frau mit Hund inmitten der Einstellung. Es folgt der erste Überfall aus dem Gullideckel – dazu synthetische Klänge. Eine Pracht. Und auch danach hält der Film den Blick stets auf die unschönen Seiten des Big Apple der 80er gerichtet. Im Obdachlosen-Milieu angesiedelt wird der Blick auf die Verlierer der Reaganomics gerichtet; Daniel Stern ragt dabei aus Suppenküchenkoch A.J. („Wer bist Du?“ – „Ich bin der Suppenkoch“) aus der gelungenen Riege an Mimen (die in einer kleinen Szene auch John Goodman umfasst) heraus; aber auch das Wohnhaus von George und Lauren (Kim Greist, ein Jahr später in Terry Gilliams BRAZIL (1985) mit von der Partie) oder die Wache von Captain Bosch tragen dieses Flair maßgeblich mit. Dazu kommen noch ein paar korrupte Politiker, die ihre Einkünfte über das Wohl der Menschen stellen, ein atom-mutiertes Latexmonster und einige nette Splatter- und Gore-Effekte. Eigentlich perfekt.

2. Es sind wohl die vielen Arhythmien, die es mir schwermachen, den Film so zu feiern, wie er es eigentlich verdient hätte. Immer wieder springt Cheek spontan von Setting zu Setting, immer wieder werden etablierte Stimmungen eingerissen und so verschenkt. Dazu kommen Momente wirklichen Unsinns, wenn Lauren dem Abfluss ihrer Dusche mit einem Kleiderbügel Blut entlockt oder das von einer riesigen Horde an Bullen festgesetzte Monster plötzlich in ihrem Treppenhaus steht. Klar darf sich ein kleiner Trasher auch derlei erlauben – wahrscheinlich muss er es zur Rechtfertigung dieses Attributs sogar –, und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich ob der zerfasernden Erzählweise (ja, noch so eine Eigenschaft von derlei Filmen, ich weiß) gedanklich abdrifte.

3. Letztlich zeigt diese Sichtung wohl am deutlichsten, wie individuell jede Filmrezeption ist. Und wie weit der Wille, etwas zu mögen, und die tatsächliche Erfahrung bisweilen auseinanderliegen. Ich möchte diesen Film mit jeder Faser meines Körpers genießen, allein, es ist mir (dieses Mal) nicht gelungen. Ich setzte also meine Hoffnung auf jenen Tag, an dem ich C.H.U.D. – PANIK IN MANHATTAN das nächste Mal sehen werde, und hoffe, dass er mir dann genauso gut gefallen wird, wie ich es mir von einem Film dieses Kalibers eigentlich erwarte. Wünscht mir Glück!

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