PREDATOR 2

Predator 2
Predator 2 | USA | 1990
IMDb, OFDb, Schnittberichte

1. Vier Monate nachdem John McTiernans PREDATOR (1987) die Kinos stürmte sang Axl Rose bekanntermaßen höchst erfolgreich über die Untiefen des Großstadtdschungels. L.A. hatte New York als kriminelles Zentrum der USA schon zu diesem Zeitpunkt schon einige Zeit abgelöst; es ist also eine mehr als coole Idee der erneut engagierten Drehbuchautoren Jim und John Thomas, den mittelamerikanischen Dschungel gegen gangverseuchte Straßenzüge zu tauschen. Und da der Film in der Zukunft des Jahres 1997 spielt, kann man den beiden auch ein ordentliches Gespür für die damalige soziale Lage bescheinigen, denn tatsächlich sollte die Gewalt schon 1992 in Form der L.A. Riots in South Central eskalieren.

2. Stephen Hopkins, der sich mit NIGHTMARE ON ELM STREET 5 – DAS TRAUMA (1989) für diesen Job qualifizierte, lässt das subversive Konzept des Vorgängers zugunsten launiger Action fallen. Während McTiernan Arnold S. noch zum Gejagten machte und damit die Konventionen des Action-Kinos dekonstruierte, darf Danny Glover hier die Rolle von Mel Gibson aus der erfolgreichen LETHAL WEAPON-Reihe neu interpretieren. Zusammen mit der stereotypen Bande aus gutem Buddy (Rubén Blades), taffer Kollegin (María Conchita Alonso) und großmäuligem Newbie (Bill Paxton) gibt es feinste Cop-Action inklusive schreiender Chefs und verhafteten Prostituierten. Als Gegner dienen kolumbianische und jamaikanische Gangs (inklusive riesiger Joints in verqualmten Pimpmobilen) und Gary Buseys undurchsichtige Regierungsorganisation. Das ist alles nicht dezent, alles nicht bahnbrechend; aber es ist unheimlich unterhaltsam und von Hopkins nahtlos miteinander verwoben. Obendrein nimmt er eine gesunde ironische Distanz zu den Darstellungen ein; da berichten TV-Sendungen dann auch schon mal von „dreimal totem Abschaum und einem getöteten guten Cop“ oder bei einem Überfall fuchtelt plötzlich die Mehrzahl der Fahrgäste einer Metro mit Schusswaffen herum. Es ist dieses Augenzwinkern, die Lockerheit, die es dem Streifen so problemlos ermöglicht, seine zahlreichen, bisweilen simplen Einfälle zu einer so unterhaltsamen Mischung zu verquicken.

3. Alan Silvestris Soundtrack knallt.

4. Am Ende ist alles nur ein Spiel. Die Predatoren töten kein Schwangeren und erkennen die Niederlage ihres Compagnons am Ende fair an. Für sie ist es eine Jagd, ein Spiel. Vielleicht findet sich in diesem Schluss doch ein wenig Subversives. Jenes Wesen, das mit Leichtigkeit der ausufernden Gewalt der Gangs trotzt, das geheime US-Behörden auf das Äußerste fordert, versteht das Ganze nur als Spiel. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn die ganze Bande im Raumschiff ernsthaft angreifen würde. So bleiben die Helden – ja so bleibt die Menschheit – auch hier letztlich hoffnungslos unterlegenen, in ihren kleinlichen Auseinandersetzungen chancenlos. Kann aber auch sein, dass das ein wenig zu viel der Interpretation ist ..

3 Antworten zu “PREDATOR 2

  1. Ein absolut gelungenes Sequel, auch ohne Arnie, der zu viel Geld wollte.
    Weiter ist mir in Erinnerung geblieben, dass die Hitze im Film sich absolut auf die Zuschauer übertragen. Da tat richtig schön mitgeschwitzt.
    Ach ja, das kleine „Alien-Cameo“ ist mir erst bei der 2. Sichtung aufgefallen 😊

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  2. Jau, das ständige Schwitzen der Protagonisten hat mich auch so manches Mal über die Stirn fahren lassen. Erstaunlich eigentlich, dass eine so fortschrittliche Spezies so abhängig von Temperaturen ist. 🙂

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  3. Pingback: ALIEN VS. PREDATOR | SPLATTERTRASH·

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