DIE MASKE – VON NULL AUF HELD

Die Maske – Von Null auf Held
The Mask | USA | 1994
IMDb, OFDb, Schnittberichte

DIE MASKE – VON NULL AUF HELD ist einer dieser Streifen, die einem mit 25 Jahren Abstand zur Veröffentlichung echt leidtun können. Sowohl in meiner Erinnerung als auch in zeitgenössischen Kritiken wird der Film vor allem wegen seiner vermeintlich grandiosen Spezialeffekte gefeiert. Den damaligen Augen erschienen die aus heutige Sicht höchst fragwürdigen ILM-Effekte wohl täuschend echt. Obendrein hatte Jim Carrey ein paar Monate zuvor mit ACE VENTURA – EIN TIERISCHER DETEKTIV (1994) seinen Durchbruch gefeiert und genoss hier quasi Narrenfreiheit. Während Letzteres dem Film nicht schadet, sind die gruselig anzusehenden Effekte ein weiterer Beweis für die Kurzlebigkeit dieser auch zum Veröffentlichungszeitpunkt nie schön anzusehenden Angewohnheit der großen Studios.

Carrey darf in der Rolle des per mysteriöser Maske zum moralisch wenig gefestigten Heroen mutierenden Stanley Ipkiss nach zwanzig Minuten gnadenlos zu overacten beginnen. Das ist freilich Geschmackssache, ich kann mir das durchaus angucken. Cameron Diaz gibt als laszive Tina Carlyle ihr Kino-Debüt, Peter Greene bleibt als Antagonist Dorian leider blass, ganz generell ist der Begriff Nebendarsteller hier groß zu schreiben. Regisseur Chuck Russell, der mit NIGHTMARE 3 – FREDDY KRUEGER LEBT (1987) und DER BLOB (1988) großen Können demonstriert hatte, wird ebenfalls zum Opfer des flachen Drehbuchs und des unbedingten Willens der Produzenten, CGI-Carrey in den Mittelpunkt zu rücken. Dementsprechend besteht die zweite Hälfte des Films fast ausschließlich aus mehr oder minder originellen Eskapaden das grünen Typen, die durchaus interessanten Ansätze, die Stanleys Auseinandersetzung mit seinem Alter Ego betreffen, bleiben unverfolgt. Aber eine Charakterstudio hätte sicherlich auch keiner erwartet.

Da ich die Comic-Vorlage nicht kennen, fische ich nun noch etwas im Trüben: Schon die erste Einstellung (ein tolles Matte Painting von Edge City), aber auch die nette Low-key-Fotografie und die kräftig-bunten Farben wecken in mir irgendwie Erinnerungen an Warren Beattys DICK TRACY (1990). Leider erreicht Russells Werk dann aber in keiner Sekunde die Düsterheit, den Witz oder den Style von Beattys in meinen Augen deutlich zu wenig gefeiertem Knaller. Vielleicht lag es auch daran, dass DIE MASKE mich auch bei dieser Sichtung irgendwie nicht abholen konnte.

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