THE EXPENDABLES 2

The Expendables 2
The Expendables 2 | USA | 2012
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Irgendwie ist THE EXPENDABLES 2 einer von den Filmen, die ein schlechtes Licht auf ihren Vorgänger werfen. Denn plötzlich scheint der durchaus vorhandene Charme von Stallones Ensemble-Stück THE EXPENDABLES (2010) nur Zufall gewesen zu sein und als solcher mitnichten von Verständnis zu zeugen. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Nachfolger – dessen Regie zwar in den Händen von Simon West lag, dessen kreative Leitung aber wohl bei Stallone blieb – sich nun plötzlich so unumwunden in den Sumpf des zeitgenössischen Action-Blockbusterkinos stürzt. Anders ist es nicht zu erklären, dass nun schon die Eröffnungsszene mehr ebenso durchgestylten wie charakterlosen Bombast liefert als der gesamte Vorgängerfilm; der sein Finale wenigstens noch in dunklen Korridoren und Höfen abhandelte.

Danach folgt dann ein höchst unzusammenhängendes Gehetze durch Osteuropa, welches noch viel weniger als die Story im Vorgänger dazu dient, Spannung aufzubauen. Vielmehr liefert das Skript von Stallone und Richard Wenk, den West wohl nach dem gemeinsamen THE MECHANIC (2011) mit ans Set brachte, vor allem den austauschbaren Rahmen für die Charakterisierung der diversen Haudegen durch vermeintlich coole Sprüche. Ein Konzept, das vollends danebengeht! Man verstehe mich nicht falsch: Dumme Sprüche, löchrige Handlungen und flache Charaktere sind mit Sicherheit nichts, was mir grundsätzlich den Spaß an einem Film verdirbt, aber in der Dumpfheit, mit der THE EXPENDABLES 2 diese vorträgt, geht dann doch zu weit. Arnold dient da nur noch als grauenhaft dümmlicher TERMINATOR-Stichwortgeber, Stallone verliest Grabreden für Typen, die man erst zehn Minuten lang kennt (Liam Hemsworth bekam nun doch seine eigentlich schon für 2009 geplante Rolle) und Chuck Norris kommt einfach so um die Ecke. Wirklich: einfach so. Und geht dann wieder. Da hätte sich jeder Viertklässler beim Aufsatzschreiben was Besseres ausdenken können. Einzig Dolph Lundgren darf mit einigen selbstreferenziellen Gags über das MIT und Nachtclubtüren punkten. Immerhin.

Neben Norris und Hemsworth gibt es mit Jean-Claude Van Damme nun auch ein bekanntes Gesicht auf Seiten der Bösen. Leider bleibt der erinnerungsträchtigste Moment der Muscles from Brussels aber jener, in dem er einen Kampf ohne Waffen mit Männlichkeit assoziiert. So alt, so bekannt, so dumm. Ähnlich schlimmes ahnt man, wenn Stallone und Willis Yu Nan in der Rolle der Maggie einführen. Wird Sly aber zunächst noch als Babysitter engagiert, der die Dame „im gleichen Zustand“ zurückbringen soll, zeigt sich schnell, dass die dann doch smarter und tougher ist, als gedacht. Sie foltert nicht nur Informationen herbei, sondern treibt die Handlung in der Folge maßgeblich voran und lässt sich mit keinem der Typen ein. Ein erfreulicher Lichtblick. Ändert aber leider auch nicht mehr daran, dass THE EXPENDABLES 2 all jener Befürchtungen erfüllt, die schon der erste Teil aufwarf – und somit den durchaus gelungenen Eindruck des Vorgängers ein wenig schmälert. Schade.

Eine Antwort zu “THE EXPENDABLES 2

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