PIRATES OF THE CARIBBEAN – SALAZARS RACHE

Pirates of the Caribbean – Salazars Rache
Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales | USA | 2017
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem die PIRATES OF THE CARIBBEAN-Reihe 2007 mit Gore Verbinskis letztem Beitrag PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT ihren Tiefpunkt erreicht hat, konnte Rob Marshall mit dem schon nicht mehr erwarteten PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN (2011) zumindest wieder eine kleine Kurskorrektur vornehmen. Und tatsächlich gibt es sechs Jahre später noch eine Fortsetzung; und tatsächlich gefällt mir diese noch mal ein Stückchen besser. Das norwegische Regie-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg profitiert dabei auch vom Drehbuch aus der Feder von Jeff Nathanson, der auch die die Wiederbelebungen INDIANA JONES UND DAS KÖNIGREICH DES KRISTALLSCHÄDELS (2008) und MEN IN BLACK 3 (2012) (mit-)bewerkstelligte.

Das große Plus der Skripts ist es dabei, dass es endlich mal wieder eine relativ straighte Piratengeschichte erzählt. Mit Henry Turner (Brenton Thwaites), Will Turners (Orlando Bloom) Sohn, greift ein frischer Akteur ins Geschehen ein, der den gewohnt solide agierenden Sparrow (Johnny Depp) fast zum Sidekick degradiert. Oscarpreisträger Javier Bardem kann sein Können in der Rolle des Captain Armando Salazar zwar nur bedingt entfalten, dafür flattern seine Haare aber so cool umher, wie ein die des ehrwürdigen LeChuck. MAZE RUNNER-Heroe Kaya Scodelario gibt eine toughe Carina Smyth, die auch Barbossa (Geoffrey Rush) x-ten Auftritt rechtfertigt. Ansonsten spart sich das Skript unnötiges Füllmaterial und zahllose Nebenrollen. Die Jagd nach dem nächsten willkürlichen Meeres-Artefakt (diesen Mal: der Dreizack des Poseidon) findet dann weitestgehend schnörkellos statt, was auch die mit nur 129 Minuten geringste Laufzeit der Reihe unterstreicht.

Bemerkt sei, dass zumindest in einigen Tricksequenzen wie dem Bankenraub oder dem Stapellauf auf handgemachte Effekte zurückgegriffen wurde. Das sieht toll aus und fühlt sich (trotz überschaubarer Geschwindigkeit) klasse an. Demgegenüber stinken die CGI-Effekte dann natürlich ab, die Zuschauenden bleiben aber von Effekt-Gewittern wie in Teil 3 und 4 verschont. Lediglich das Finale zeigt deutlich, warum der Streifen ein Budget von 230 Millionen US-Dollar verschlungen hat. Das geteilte Meer, an dessen Kante die Black Pearl entlangmanövriert, während ihr in die Schlucht hinabbaumelnder Anker Schauplatz des Showdowns ist – hier glühen die Prozessoren und bluten die Filmfanherzen.

Und auch einige andere Aspekte machen es – mal wieder – unmöglich, in dem Film mehr als oberflächlichste Unterhaltung zu sehen. Dass Jack seinen Kompass einfach so abgibt oder er die Black Pearl erst so spät aus Tasche und Flasche holt, macht innerhalb der Filmwelt einfach keinen Sinn. Und dass am Ende Frau Swann (Keira Knightley) um die Ecke kommt, um ihrem Will am Ufer in die Arme zu stürzen, kann ebenfalls nur als dämliches Marketingkonzept gelesen werden. Aber da jeder denkende Mensch eigentlich nur mit der Erwartung an diesen Film herangehen kann, oberflächlichste Unterhaltung zu bekommen, kann man ihm eigentlich nichts vorwerfen. Für einen verkaterten Sonntag also durch zu empfehlen.

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