TERMINATOR 3 – REBELLION DER MASCHINEN

Terminator 3 – Rebellion der Maschinen
Terminator 3: Rise of the Machines | Deutschland/USA/Großbritannien | 2003
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ohne Frage: Zwölf Jahre nach TERMINATOR 2 – TAG DER ABRECHNUNG (1991), einem der größten Action-Blockbuster aller Zeiten, dessen Nachfolger inszenieren zu dürfen/müssen, ist eine Bürde. Eine übergroße. Eine, bei der Regisseur Jonathan Mostow von vorneherein klar gewesen sein dürfte, dass er nur versagen kann. Der Mann muss bei den Dreharbeiten bereits gehört haben, wie Kritiker und Fans die Messer wetzen. In diesem Lichte betrachtet muss man es Mostow und seinen Drehbuchautoren eigentlich hoch anrechnen, dass sie es augenscheinlich gar nicht versucht haben, die Vorgänger zu übertreffen oder auch nur weiterzuführen – sie verlagern sich schlicht darauf, Schwarzenegger einen weiteren Auftritt in seiner Paraderolle zu liefern und die bisherigen Auftritte zu referenzieren.

Dementsprechend kommt einem die Geschichte auch sehr vertraut vor: Während John Connor (Nick Stahl) mittlerweile ohne gesellschaftliche Bindungen oder verfolgbare Identität durch den Großraum Los Angeles treibt, erreicht die Terminatrix T-X (Kristanna Loken) nach ihrer Zeitreise die Stadt. Sie soll John und dessen zukünftige Gattin Katherine Brewster (Claire Danes) töten. Um das zu verhindern, sendet die Résistance der Zukunft den verbesserten T-850 (Arnold Schwarzenegger), der die beiden beschützen soll – dem T-X allerdings heillos unterlegen ist.

Um gar nicht erst in die Gefahr zu geraten, sich mit den Vorgängern messen zu müssen, macht Mostow schon in den ersten Minuten deutlich, dass er höfliche Distanz zu wahren gedenkt. Er führt Kristanna Lokens T-X mit ein paar Gags ein und macht sie so eher zu einer Parodie auf Robert Patricks T-1000. Dass der T-X auch über die gleiche Morph-Fähigkeit verfügt und sich lediglich durch seinen Waffenarm unterscheidet, unterstreicht diese Idee. Deutlicher noch wird der parodische Charakter aber bei Arnies Ankunft. Der läuft auf der Suche nach Kleidung, Waffe und Fahrzeug nämlich erneut in einer vermeintliche Truckerkneipe, nur um sich in einer „Girls Night“ mit Stripper wiederzufinden; dessen Sachen er sich natürlich schnappt und dessen Sternchen-Brille er probiert. Einen ehemaligen Killer, eine eiskalte Maschine derart einzuführen reicht völlig aus, um den folgenden Film – der sich danach in Sachen Gags deutlich zurücknimmt – zu prägen.

Und wenn einem das bewusst ist, dass unterhält der Streifen eigentlich recht gut. Die Actionszenen, allen voran der Verfolgung mit dem Kranwagen, sind brachial, abwechslungsreich und recht ordentlich gealtert. Der T-850 macht halt dabei er immer macht: er ballert, er analysiert nüchtern und bietet ein paar flapsige Kommentare. So wird er zum Hauptdarsteller, auch weil Nick Stahl John und Claire Danes Katherine diesen Job augenscheinlich verweigern. Stahl fügt Edward Furlongs Darbietung nichts mehr hinzu (hat aber immerhin ein paar schmissige Monologe), Danes bleibt sogar völlig beliebig. In den letzten Minuten entwickelt der Film dann sogar etwas Gewicht und präsentiert ein düsteres Ende, welches sogar eine nette Wendung bereithält. Dass ändert zwar auch nichts daran, dass der Streifen eigentlich nur ein Nobrain-Actioner im Gewand eines Klassikers ist – aber da er auch gar nicht mehr sein möchte, sollte man ihm genau das auch nicht zu Vorwurf machen, sondern sich einfach gut unterhalten lassen. Das kann der Film nämlich.

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