MALIBU EXPRESS

Malibu Express
Malibu Express | USA | 1985
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der Privatdetektiv Cody Abilene (Darby Hinton) wird von der reichen Contessa Luciana (Sybil Danning) engagiert, um das Verschwinden diverser Hightech-Computer zu untersuchen. In deren Haus ereignen sich unter Einbeziehung der Töchter, Nichten und Haushaltshilfen allerlei sexuelle Ausschweifungen, die gleichzeitig mit dem Treiben des Kriminellen Matthew (Art Metrano) in Verdingung stehen. Für Cody ist das alles kein Problem: Ausschweifungen sind genau sein Ding …

Stop! Diese kurze Synopsis erinnert doch frappierend an Andy Sidaris‘ Spielfilmdebüt STACEY – BLOND, SCHNELL UND TÖDLICH (1973). Tatsächlich verwendet der ehemalige Sportdokumentarfilmer nicht nur die Rahmenhandlung aus seinem Frühwerk erneut, sondern auch zahlreiche kleinere Einfälle. Die einzelnen Mitglieder der Familie sind exakt gleich (Tochter, Nicht, homosexueller Schwiegersohn), erneut kommt es zur unbemerkten Dokumentation sexueller Handlungen und erneut treibt ein Helikopter einen Sportwagen durch die Wüste. Selbst kleine Details übernimmt Sidaris ungeniert: So entdeckt erneut ein ermittelnder Charakter einen wichtigen Hinweis im Zuge des lustvollen Reckens während des Beischlafs. Da ist es beinahe schon obligat, dass auch die gesamte Eröffnungssequenz aus STACEY stammt: eine blonde Schönheit legt in einem Sportwagen eine gute Rundenzeit hin, bevor sie sich dann splitternackt aus ihrem Rennanzug schält. Lange Rede, kurzer Sinn: MALIBU EXPRESS stellt in weiten Teilen ein Remake dar.

Leider vergisst Sidaris dabei aber, die größte Qualität seines Debüts zu erneuern: die weitgehend herrschende Gleichberechtigung. Nicht das wir uns falsch verstehen, auch in STACEY wackeln die Mädels allenthalben mit ihren Brüsten umher und Sex ist stets die einfachste, schönste und simpelste Lösung – aber immerhin wackeln auch die Männer nackt umher und lösen alles mit Sex. In MALIBU EXPRESS dagegen sind die Damen klar Objekt der männlichen Begierde, ihr einzige Ziel ist es, sich den Kerlen (sprich Cody) an den Hals zu werfen. Das geht soweit, dass Sybil Danning eine platte Offerte von Cody schon mal mit einem schlichten „Ich bin geil!“ beantwortet. Willkommen in der aufregenden Welt der Porno-Dialoge. Ein Augenzwinkern erlaubt sich Sidaris dann aber doch, wenn er den ansonsten stets smarten und coolen Cody zum schlechtesten Schützen des Films macht, der stets die Hilfe seiner Begleiterinnen benötigt, um in bewaffneten Auseinandersetzungen zu bestehen.

Ansonsten wird der von Darby Hinton auf C-Niveau gegebene Cody als Ermittler in den Fußstapfen der Noir-Herrschaften präsentiert. Um sich seine komplexen Ermittlungsarbeiten merken zu können, spricht er alles, was passiert, auf sein Diktiergerät. Und ich meine: alles! Wenn er seinen Wagen startet, wird das aus dem Off kommentiert, wenn er Brüste erblickt, wird das aus dem off kommentiert. Es ist wohl die erstaunlichste Eigenschaft des Films, dass es trotz dieser andauernden Off-Kommentierung erstaunlich schwerfällt, der Handlung zu folgen. Eigentlich gurkt Cody nur von Frau zu Frau und liefert sich zwischendurch Wettrennen mit einer Redneck-Familie, mit der schon sein – stets erwähnter, aber nie auftretender – Vater Probleme hatte. So ist es dann auch durchaus schwierig, den finalen Twist zu begreifen, fehlen selbst einem durchschnittlich aufmerksamen Beobachtenden doch wahrscheinlich einige inhaltliche Bausteine. Denn Sidaris ist es hier schlicht wichtiger, zahllose nackte Frauen unterzubringen – und um das zu erreichen ist selbst die Dame, die Cody bei der Vermittlung anruft, stets rollig und halbnackt und beginnt bei seinen Anrufen sofort damit, stöhnend an sich rumzuspielen. Damit ist auch eigentlich alles gesagt.

2 Antworten zu “MALIBU EXPRESS

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