LETHAL WEAPON 4 – ZWEI PROFIS RÄUMEN AUF

Lethal Weapon 4 – Zwei Profis räumen auf
Lethal Weapon 4 | USA | 1998
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem Roger (Danny Glover) und Martin (Mel Gibson) ein Schiff mit illegalen chinesischen Einwanderern auftun, geraten sie zwischen die Fronten der Triaden und eines chinesischen Generals. In Person von Wah Sing Ku (Jet Li) wollen die Triaden einen riesigen Falschgeldhandel in Los Angeles durchziehen – was es für das dynamische Duo natürlich zu verhindern gilt.

Eigentlich wurde LEATHAL WEAPON 4 – ZWEI PROFIS RÄUMEN AUF etwas zu früh veröffentlicht. Denn eigentlich verfügt er über sämtliche Zutaten, die heutzutage Remakes respektive Requels ausmachen – und hätte somit durchaus etwas mehr Abstand als nur sieben Jahre bedurft. Regisseur Richard Donner führt seine liebgewonnenen Figuren Riggs und Murtaugh durch einen weiteren Fall und verlegt sich dabei eher darauf, bereits bekannte Elemente erneut zu verwenden als neue Ideen einzubringen. Vieles geht dabei eindeutig in Richtung liebevolle Hommage, was bei beinharten Serienfans vermutlich Freude, bei Zuschauenden ohne Fanbrille jedoch abwechselnd Irritation und Zorn hervorrufen dürfte.

Lorna: Wie ist passiert das?
Riggs: Eine Schießerei, ein Haifisch, eine Explosion – das Übliche eben.

Denn um die beiden Heroen noch liebeswürdiger zu machen, ist es Zeit, die Nachwuchsfrage zu stellen; nicht die dienstliche, hier sieht Komiker Chris Rock als Detective Lee Butters keinen Stich gehen das eingespielte Duo, sondern die familiäre. Schon in der Exposition eröffnen sich die beiden gegenseitig das anstehende Glück und den ganzen Film hindurch darf man den beiden dann beim Debattieren zuhören. Riggs hat Angst, Roger weiß von nichts. Letzteres dingt auch eine schräge Asymmetrie zwischen Roger und Lee, welche Richard Donner gleich mehrfach für dümmliche Homo-Witze nutzt. Puh.

Um neben der Familien-Ebene auch in Sachen Antagonisten Neues zu bieten, greift Donner dann ganz tief in die Kiste mit den asiatischen Klischees. Jet Li darf als Abziehbild Wah Sing Ku natürlich vor allem seine Kampfkunst demonstrieren – und böse sein. Kim Chan muss als Onkel Benny sogar dümmlich kichern; und sei es auch nur durch das dämliche Lachgas-Verhör. Eddy Ko bedient dann noch die Sparte „herzensgut“ und fertig ist das Klischee-Einwanderer-Potpourri. Leider hat das aber inhaltliche gar keine Relevanz, außer dass Riggs massig rassistische Oneliner durch die Gegend werfen darf. Das hat leider nichts mehr mit den humorigen Respektlosigkeiten zu tun, die dem Haudegen auch in den Vorgängern schon eigen waren.

Butters: Wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, besorgen wir Ihnen den dümmsten Anwalt, den wir finden können.

Das Finale drückt dann nochmal kräftig auf die Tränendrüse und legt sogar eine mentale Verbindung zwischen Martin und Roger offen, mithilfe Letzterer Ersteren in höchster Not doch noch retten kann. Herrje. Aber vielleicht spiegelt sich hier auch nur Donners eigene tiefe Verbindung mit seinen Figuren, widmet er ihnen, sich und dem gesamten Team doch gleich den Abspann, indem er diesen mit Setfotos und Gruppenbildern schmückt, während Wars Why can’t we be friends? im Hintergrund erklingt. Schade nur, dass der Rest des Films diesem durchaus stimmigen LETHAL WEAPON-Schlussakkord nicht gerecht wird.

Müder Abschluss der Serie, der weder neue Impulse liefert, noch die bekannten Elemente gewinnbringend neuverwertet. Donners augenscheinlicher Versuch, seinen Figuren ein liebevolles Denkmal zu setzen, misslingt leider in weiten Teilen.

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