KING KONG GEGEN GODZILLA

King Kong gegen Godzilla
Gojira tai Mechagojira | Japan | 1974
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Keisuke Shimizu (Masaaki Daimon) und sein Bruder Masahiko (Kazuya Aoyama) erfahren bei der Erforschung einer unbekannten Höhle von einer bevorstehenden Monster-Schlacht. Kurz darauf erhebt sich tatsächlich der freundliche Godzilla, doch attackiert dieser sogleich seinen Freund Anguirus. Bald wird auch der Grund dafür offenbar: Außerirdische haben Godzilla in Roboterform nachgebaut und wollen die Erde zerstören, da können nur der echte Godzilla und der Wächter König Shīsā helfen.

Jun Fukuda hat die GODZILLA-Reihe mit seinen Beiträgen FRANKENSTEINS HÖLLENBRUT (1972) und KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL (1973) durchaus konsequent weiter in Richtung Nonsens ausgebaut; und auch mit KING KONG GEGEN GODZILLA rückt der Regisseur, der zusammen mit Masami Fukushima auch das Drehbuch verfasste, nicht von dieser Linie ab. Anstelle der Bewohner des Königreichs Seetopia gilt es dieses Mal allerdings (wieder), die Menschheit gegen außerirdische Aggressoren zu verteidigen.

Keisuke: Schönes Durcheinander – Diese Riesenviecher müssen sich doch nicht unbedingt auf der Straße prügeln!

Das liefert Fukuda die Möglichkeit, diese nichtirdischen Herrschaften einfallsreich auszugestalten. Um nicht zu viel Budget für Raumstation oder derlei Firlefanz zu vergeuden, hängen die Aliens, die sich auch nur durch das Tragen von Silberklamotten von Menschen unterscheiden, in einer Höhle herum, in die sie zumindest eine recht ansehnliche Geheimbasis gezimmert haben. Ihre am meisten beeindruckende Eigenschaft offenbaren sie jedoch nur demjenigen, der auf die schießt. In diesem Fall wandelt sich die getroffene Stelle von menschenähnlicher Haut zu affengleichem Fell – und tatsächlich nur die getroffene Stelle; da rennt also auch mal ein Alien mit halbem Affengesicht durch die Gegend.

Das so frei gewordene Produktionsbudget stellte Fukuda dann anscheinend fast vollständig der Abteilung Spezialeffekte zur Verfügung, sehen diese doch wirklich prächtig aus. Sowohl die Landschaften als auch die Städte wirken enorm detailreich und fliegen dann im Laufe des Films wirklich wunderschön in die Luft. Insbesondere der Kampf an Hafen ragt hier mit feinen Hafenbauten und sich im Wasser spiegelnden Explosionen (die zudem erstaunlich maßstabsgerecht wirken) heraus. So wird der Film auch zu einem tollen Beleg dafür, dass man die tricktechnische Qualität eine Kaiju nicht an seinen Monstren festmachen sollte, sondern an den Bauten und Tricksereien.

Keisuke: Wer sind Sie? Ihrer Aufmachung nach zu urteilen, sind Sie kein Erdbewohner.

Apropos Monstren: Neben Godzilla und seinem zunächst gleichgewandeten Widersacher gibt es mit dem dann enttarnten Mechagodzilla einen sehr cool Gegner. Die Blechbüchse hebt sich mit Waffenhänden und sonstigen Schnickschnack sofort angenehm von jenen Wesen, mit denen sich Godzilla so rumschlagen muss, ab. Godzillas Kumpel Angilas beweist noch einmal kurz, dass die Viecher echt nicht gut getrickst sind, und letztlich darf mit dem von Königstochter Nami per schmachtendem Gesang herbeigerufenen König Shīsā (aus dem in der englischen Synchronisation übrigens King Caesar wird) noch ein wenig japanische Mythologie Einzug halten. Dieses löwenartige Wesen wacht nämlich sonst auf den Dächern und an den Treppen japanischer Tempel und Paläste. Außer der Reflektion von Energieangriffen kann der aber nicht viel, weshalb er (von einem kurzen, fehlerhaften Einschub in DIE BRUT DES TEUFELS (1975) abgesehen) erst 2004 zu GODZILLA: FINAL WARS wieder aus der Mottenkiste geholt wurde.

Inhaltlich macht Fukudas fünfter Serienbeitrag wahrlich nicht anders als seine Vorgänger, aber das Landschaftsdesign sowie die Tricks und Effekte verleihen ihm zumindest in dieser Hinsicht eine exponierte Position innerhalb des Franchise.

3 Antworten zu “KING KONG GEGEN GODZILLA

  1. Das war immer einer meiner Lieblinge aus der „Godzilla Classic“ -Reihe. Sehr cool fand ich die Idee den über mehrere Filme zum Guten gewandelten Godzilla zunächst (vermeintlich) als böse daherkommen zu lassen. Da war damals im Kino das Rätselraten groß, was wohl zu diesem Sinneswandel geführt haben könnte. Als „Kenner der Szene“ wußte man aber ziemlich schnell, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Ich meine mich erinnern zu können, dass „die Stimme“ und der Energiestrahl, der gespeit wurde, nicht zum echten Godzilla gehörten….. Aber das ist lange her. Den Film habe ich aber immer noch in sehr positiver Erinnerung. Aber warum hieß Angilas plötzlich Anguirus????

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