BRENNPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK

Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück
Lethal Weapon 3 | USA | 1992
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem sie in den Streifendienst strafversetzt wurden, stellen Martin Riggs (Mel Gibson) und Roger Murtaugh (Danny Glover) fest, dass in L.A. Kugeln vertickt werden, die kugelsichere Westen zu durchschlagen vermögen – und die somit eine immense Gefahr für Polizeibeamte darstellen. Schnell stellt sich heraus, dass es der korrupte Ex-Cop Jack Travis (Stuart Wilson) ist, der zusammen mit dem niederträchtigen Gangster Tyrone (Gregory Millar) für deren Vertrieb sorgt.

ZWEI STAHLHARTE PROFIS – LETHAL WEAPON (1987) war ein erfrischender Kracher, BRENNPUNKT L.A. (1989) war dann schon spürbar auf die Schauwerte Action und Humor reduziert – und obendrein in seiner Aussage durchaus fragwürdig. Doch der Erfolg beider Streifen sorgte natürlich dafür, dass Richard Donner (erneut von den renommierten Autoren Shane Black, Jeffrey Boam, Robert Mark Kamen unterstützt) einen weiteren Auftritt des Duos Riggs und Murtaugh lieferte. Und auch dieser Teil der Reihe bewegt sich weiter in Richtung Komödie, schafft es allerdings gar nicht mehr, Ernst und Humor miteinander zu verquicken.

Martin: Hast du dich beim Rasieren geschnitten?
Roger: Ja.
Martin: Alte Klinge?
Roger: Altes Gesicht …

Waren es 1987 noch einzelne humorige Einsprengsel, die die überwiegend ernste Stimmung auflockerten, standen sich 1989 zwei Extreme gegenüber: auf der einen das alberne Duo, auf der anderen die fast schon comichaft-bösen Vertreter der Apartheit. Nun aber eröffnet Donner den Film schon mit der versehentlichen Sprengung eines öffentlichen Gebäudes durch Murtaugh und Riggs, welche mit müdem Applaus des Sprengstoffkommandos quittiert wird. In der Folge stehen Sprüche und Gags häufig über Geschichte und Logik, was grundsätzlich nicht zu verurteilen wäre – wären da nicht die äußerst düsteren Zwischentöne. Der von TV-Recke Gregory Millar gegebene Tyrone fällt so zum Beispiel dadurch auf, dass er unschuldige Handlager lachend in Beton ertränken lässt. Oder Murtaugh muss es – zugunsten eines ganz und gar unnötigen Sideplots – durchleiden, den Kumpel seines Sohns zu erschießen. Leider gibt der Film der eigentlich nötigen emotionalen Wirkung dieser Szenen kaum Raum, sodass sie meist isoliert wirken.

Joe Pesci darf als spaßiger bis nerviger Leo Getz wieder mitmischen und rückt noch näher an das Duo heran. Er soll Rogers Haus veräußern und greift auch in die Ermittlungen mit ein. Auch hier opfert Donner Sinn und Plausibilität für einige Gags und etwas Drive. Immerhin bleibt er dabei einer Grundkonstante der Filmreihe treu, denn die beiden Ermittler tragen wiederum nur wenig zur Auflösung des Falls bei. Erneut sind es entweder Zufälle oder andere Figuren, die für entscheidende Fortschritte bei der Aufklärung sorgen.

Roger: Oh, shit! Meine Füße nerven mich.
Martin: Ja, deine Füße nerven mich auch.
Roger: Wie können meine Füße dich nerven?
Martin: Weil ich mir das Gejammer über deine Füße anhören muss!

Viel Zeit fällt Rene Russo zu, die Riggs als Ermittlerin Lorna Cole eher auf herausfordernde Weise fordert. War es in BRENNPUNKT L.A. noch Patsy Kensit, die dem harten Kämpfer eine emotionale, ja gar turtelnde Seite abtrotzte, ist Cole Riggs nun sprachlich und körperlich gewachsen. Beide liefern sich Wortgefechte und vergleichen ihre Verwundungen. Lorna beherrscht den Nahkampf fast ebenso wie Riggs und wird so zur passenden Partnerin des Raubeins. Allein es geht dem Film durch diese Gleichförmigkeit eine weitere Ebene verloren.
Letztlich bleibt BRENNPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK natürlich ein netter 90er-Actioner, bei dem Kameramann Jan de Bont eine gewohnt gute Arbeit abliefert und die flotten Geschehnisse kurzweilig einfängt. Murtaugh und Riggs sind nach wie vor ein cooles Duo, dessen Art der Ermittlungsarbeit unterhält. Aber es fehlt eben mittlerweile jener Esprit, welcher die Vorgänger zu herausragenden Werken ihres Genres machte. Teil Drei ist nicht mehr originell, nicht mehr innovativ, er ist nur noch ordentliche LETHAL WEAPON-Unterhaltung. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Viele Gags treffen wenig Substanz und werden dabei von einigen unstimmig düsteren Szenen unterbrochen. Das alleine wäre unterdurchschnittlich, aber die Herren Murtaugh und Riggs heben es zumindest auf durchschnittliches Niveau.

2 Antworten zu “BRENNPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK

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