2020 – TEXAS GLADIATORS

2020 – Texas Gladiators
Anno 2020 – I gladiatori del futuro | Italien | 1982
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Im Jahr 2020 liegt die Welt in Trümmern. Nur noch ein paar letzte Bastionen bieten der Menschheit Zuflucht, außerhalb dieser Oasen regiert das Chaos. In einer der wenigen mit Energie versorgten Enklaven leben Nexus (Al Cliver) und Maida (Sabrina Siani) in Frieden; doch der ehemalige Weggefährte von Nexus, Catch Dog (Daniel Stephen), und der grausame Schwarze Satan (Donald O’Brien) stehen schon vor den Toren des Städtchens und haben nichts Gutes im Sinn.

Tatsächlich handelt es sich bei diesem Werk von Joe D’Amato und dessen Kumpel und häufigem Hauptdarsteller George Eastman um die erste italienische Adaption jener Endzeitwelle, die von internationalen Erfolgen wie MAD MAX (1979), DIE KLAPPERSCHLANGE (1981) und MAD MAX II – DER VOLLSTRECKER (1981) losgetreten wurde – noch bevor Enzo G. Castellari dem Genre mit THE RIFFS – DIE GEWALT SIND WIR (1982) und THE RIFFS II – FLUCHT AUS DER BRONX (1982) durchaus einiges an Respekt einbringen sollte. Das Drehbuch ersann George Eastman – unter Mitarbeit von Aldo Florio – gleich höchstselbst, die Rahmenbedingungen der Produktion sicherte hingegen D’Amato. Es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, wie die beiden Kumpanen in einem römischen Kino sitzend von MAD MAX II weggefegt werden und gleich am nächsten Tag damit beginnen, ihren eigenen Endzeit-Heuler aufzusetzen.

Professor: Was für eine Ordnung ist das, die durch Unterdrückung erreicht wird?

Und da das ganze Konzept von zerstörten und in Chaos gestürzten Welten zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verbreitet war, orientieren sich die Freunde einfach am Italowestern, der rund 15 Jahre zuvor die Kassen klingeln ließ und den Herren ihre ersten größeren Engagements einbrachte. So wirkt die Welt zunächst nur bedingt wie eine radioaktive Einöde (dafür ist Roms Umland auch einfach zu grün), sondern vielmehr wie eine futuristische Westernwelt. Kleine Städte mit freundlichen Bewohnern, die von düsteren Schurken heimgesucht werden; das weckt allzu staubige Erinnerungen. Erst als der von Al Cliver gegebene edle Ranger Nexus vom Kämpfer zum Ingenieur umschult und kurz darauf Energieschilde zur Anwendung kommen, erahnt der Zuschauende, dass er sich hier wohl doch in der futuro befindet.

Skurril mutet es dann an, dass der edle Held nach 35 Minuten das Zeitliche segnet und stattdessen der faschistische Schwarze Satan die Bühne betritt. Gegeben von Donald O’Brien, der schon zwei Jahre zuvor als verrückter Dr. Obrero in ZOMBIES UNTER KANNIBALEN (1980) freidrehen durfte, sorgt der dann wirklich für Endzeitstimmung, bastelt er doch sogleich an einem totalitären Dystopia. Gut, dass mit Endzeitfachmensch Harrison Muller als Jab und Peter Hooten (Tony aus EIN HAUFEN VERWEGENER HUNDE (1978)) als Halakron ein paar alte Freunde Nexus‘ parat stehen, um zusammen mit der Kannibalen- und Endzeit-Fachfrau Sabrina Siani in der Rolle der Witwe Maida die Stadt zurückzuerobern.

Maida: Du musst doch nicht immer die gefährlichsten Arbeiten tun.
Nexus: Wer soll’s denn sonst machen?

Und da ein einfacher Battle natürlich nicht genug wäre, bummeln die Heroen noch kurz beim Roten Wolf vorbei und erbitten Beistand. Der von Hal Yamanouchi in seiner ersten größeren Rolle gegebene Anführer der örtlichen indigenen Einwohnerschaft ruft natürlich gleich seine ganze Truppe zusammen und beweist in bester Echtzeitstrategie-Manier, dass jede noch so starke Einheit eine Schwachstelle hat. In diesem Falle können die Energieschilde nichts gegen die Speere der Ureinwohner ausrichten und ruckzuck ist die Siedlung Free Town wieder in der Hand der Guten. Das Ganze läuft für D’Amato-Verhältnis relativ unbrutal (auch wenn er natürlich einige schmierig-sadistische Szenen einbauen muss) ab, dafür ist die Musik von Carlo Maria Cordio ohrwurmverdächtig.

Ein eigentlich erschreckend blasser Streifen wird aufgrund seiner Rolle als erster Italo-Endzeit-Actioner und wegen seiner teils abgefahrenen Ideen zum einen leidlich unterhaltsamen Filmchen.

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