LARA CROFT: TOMB RAIDER – DIE WIEGE DES LEBENS

Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens
Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life | Deutschland/Großbritannien/Japan/Niederlande/USA | 2003
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nach einem Erdbeben in Griechenland ist der Tempel der Luna plötzlich zugänglich geworden. Die Archäologin Lara Croft (Angelina Jolie) untersucht diesen umgehend und stößt auf einen Hinweis, der zur Büchse der Pandora führen könnte. Doch die Schergen des sinisteren Jonathan Reiss (Ciarán Hinds) jagen Lara das gefundene Artefakt gleich wieder ab und es entbrennt ein Wettlauf in Richtung der Wiege des Lebens, jenem Ort, an dem die Büchse vermutet wird. Gut, dass Lara ihren alten Bekannten Terry Sheridan (Gerard Butler) an ihrer Seite weiß.

Simon Wests LARA CROFT: TOMB RAIDER (2001) mag zwar ein überaus durchschnittlicher Streifen gewesen sein, seinem Erfolg tat das aber keinen Abbruch. Knappe 300 Millionen US-Dollar landeten in den Kassen und diese ließen eine Fortsetzung mehr als angeraten erscheinen. Da sich unter den Produzenten aber auch der äußerst erfolgreiche und mit Ahnung versehene Lawrence Gordon befand, hatte man genug Expertise, um zu erkennen, dass das Publikum einen weiteren unterdurchschnittlichen Auftritt Laras nicht noch mal derart belohnen würde. Also schleppte Gordon gleich mal seinen Stamm-Autoren Steven E. de Souza an, der bereits Sachen wie NUR 48 STUNDEN (1982), PHANTOM KOMMANDO (1985) oder natürlich STIRB LANGSAM (1988) und STIRB LANGSAM 2 (1990) geschrieben hatte. Des Weiteren durfte sich West etwas Erholung gönnen und Jan de Bont, qualifiziert per SPEED (1994) und TWISTER (1996), übernahm an seiner Statt die Regie.

Terry: Im Wasser hinterlässt man keine Spuren.

Und siehe da, das Ergebnis wirkt tatsächlich um einiges runder als der Vorgänger. Die Hatz von Griechenland über das chinesische Hinterland nach Hongkong und Shanghai, welche letztlich in Kenia endet, unterhält durchaus und folgt einigermaßen logisch aufeinander. Auch de Bont setzt dabei vor allem auf Actionsequenzen, Momente in denen der Film dem Abenteuergehalt seiner Videospielvorlage gerecht wird, sucht man fast vergebens. Stattdessen entspinnt sich eine immer wahnwitzigere Jagd, während der Lara und Terry mit immer größerer Selbstverständlichkeit immer größere Unglaublichkeiten vollführen. Die überwiegende Abwesenheit klassischer Abenteuer-Strukturen fällt insbesondere nach dem überdeutlichen JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES-Zitat zu Beginn (Lara klärt zwei Männer vom Geheimdienst über die potenziell verheerende Wirkung eines mystischen Relikts auf) deutlich auf.

Leider bleibt der Streifen einer Schwäche des Vorgängers treu – Lara ist hier erneut kaum mehr eine Videospielfigur. Angelina Jolie gibt sich zwar alle Mühe, die Figur lebendig darzustellen, in Ermangelung jeglicher Emotionen und Hintergründe ist das allerdings denkbar schwer. Lara grinst einfach immer, zeigt nie Emotionen, quatscht immer cool daher und ist stets Herrin der Lage. Es wird durch diese Charakterzeichnung quasi verunmöglicht, sich dieser Figur auf einer anderen Ebene als der bloßen äußeren Betrachtung zu nähern. In Anbetracht der ohnehin überbordenden Reduzierung dieser Frauenrolle auf ihre sexuellen Reize ein geradezu fataler Fehler. Zudem wird der blasse Daniel Craig nun durch den durchaus interessanten Gerard Butler ersetzt, der Lara als Terry immer wieder die Stirn bietet und so durchaus zum ernsthaften Love-Interest getaugt hätte. Aber selbstverständlich hält Frau Croft diesen stets auf Abstand.

Terry: Du kannst mir den Arm brechen, aber küssen werde ich dich doch!

Als Antagonist Reiss darf Ciarán Hinds jedes denkbare Klischee bedienen, ebenso wie Simon Yam als dessen Gehilfen Chen Lo und Til Schweiger. Laras Crew bestehend Noah Taylor und Chris Barrie ist natürlich auch wieder nur mit der eindimensionalen Aufgabe versehen, die Härte und Coolness der Chefin mit ihrem eigenen Mangel an Fähigkeit und Stärke zu betonen. Der wilde Actionreigen öffnet sich dann im Finale erneut der Fantasy und haut noch mal mit mystischen Wächterwesen und einer die physikalischen Gesetze ignorierenden Wiege des Lebens auf den altertümlichen Putz. Leider legen genau diese Szenen aber allzu deutlich offen, wie vergänglich doch die Überzeugungskraft der CGI-Effekte ist – und betont gleichzeitig, dass de Bont kurz zuvor ein paar durchaus schöne Aufnahmen der kenianischen Weite gelungen sind.

Besser zu sein als der Vorgänger reicht in diesem Fall eben nur zu blassem Durchschnitt – aber immerhin.

Eine Antwort zu “LARA CROFT: TOMB RAIDER – DIE WIEGE DES LEBENS

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