ROAD HOUSE

Road House
Road House | USA | 1989
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der für seine außerordentlichen Fähigkeiten als Rausschmeißer bekannte James Dalton (Patrick Swayze) wird von Frank Tilghman (Kevin Tighe) engagiert, um dessen neuen Nachtclub, das Double Deuce, von einer miesen Spelunke in ein florierendes Gewerbe zu verwandeln. Dummerweise wird der Laden aber auch von dem herrschsüchtigen Kleinstadt-Gangster Brad Wesley (Ben Gazzara) terrorisiert. Neben dem Kampf um das Herz der Ärztin Dr. Elizabeth Clay (Kelly Lynch) muss Dalton sich also auch gegen die Schergen Wesleys behaupten.

DIE ROTE FLUT (1984) und natürlich DIRTY DANCING (1987) hatten Patrick Swayze zu einigem Ruhm verholfen. Alsbald stand dann Produzent Joel Silver vor der Tür, der gerade einer der ganz großen Fische im Teich war, hatte er doch neben den frühen Walter Hill-Kloppern DIE WARRIORS (1979), NUR 48 STUNDEN (1982) und STRAßEN IN FLAMMEN (1984) gerade wegweisende Action-Vehikel wie ZWEI STAHLHARTE PROFIS – LETHAL WEAPON (1987), PREDATOR (1987) oder STIRB LANGSAM (1988) auf den Weg gebracht. Vor diesem Hintergrund vermag es dann doch ein wenig zu erstaunen, dass Silver den recht unbekannten Rowdy Herrington auf den Regiestuhl setzte und mit R. Lance Hill und Hilary Henkin zwei ebenfalls unbekannte Autoren verpflichtete – und auch das Ergebnis unterscheidet sich durchaus deutlich von den oben genannten Klassikern.

Dalton: Schmerzen tun nicht weh.

Denn während vor allem Richard Donner mit ZWEI STAHLHARTE PRFIS – LETHAL WEAPON und John McTiernan mit STIRB LANGSAM dem Action-Genre nach den ausufernden Nationalismen und Übertreibungen der 80er Jahre einen neuen – bodenständigeren – Impuls verabreichten, geschieht dies bei ROAD HOUSE nur bedingt. Zwar geht es auch hier nicht um die Verteidigung der gesamten Menschheit oder den nachträglichen Gewinn des Vietnamkriegs, aber der Film hat eben doch jenen überbordenden Kampf- und Ikonencharakter, der das Actiongenre der 80er nun mal auszeichnete. Vor allem mit zunehmender Spielzeit nehmen die Gefechte an Intensität zu, gen Ende explodieren diverse Gebäude, fliegen brennende Mercedes‘ durch die Gegend und Kehlen werden per Hand zerfetzt. Herrington inszeniert den Streifen als völlig straighten Actioner, in dem die Hauptfigur stets einen Oneliner parat hat und sich alles den Regeln des Genres beugt.

Dementsprechend lassen sich die Zuschauenden dann auch weiß machen, dass der fiese Obergangster Wesley mitsamt seiner Gefolgschaft ausgerecht diese unbedeutende Kleinstadt (die tatsächlich nur aus drei bis vier Häusern zu bestehen scheint) mit all seiner Kraft terrorisiert – Ben Gazzara mimt den Scharlatan dabei so bierernst, dass man das einfach glauben muss. Der obercoole Swayze löst stets alles mit einem Faustschlag, auch wenn er eigentlich ein feingeistiger Uni-Absolvent ist, der in seiner Freiheit hochtrabend herumphilosophiert. Logisch. Eigentlich nicht. Aber egal, denn der Film verkauft einem diesen Quatsch derart schwungvoll und selbstüberzeugt, dass man als Rezipient einfach keinen Anstoß daran nehmen möchte.

Dalton: Du bist zu dumm für diesen Laden!

Allemal erwähnenswert ist noch Sam Elliott als Daltons Kumpel Wade, der hier bereits jene unfassbare Coolness aufbietet, die ihn Jahre später an die Theke jener Bowlingbahn in THE BIG LEBOWSKI (1998) befördern sollte. Kelly Lynch ist als Love-Interest Elizabeth gut getroffen und darf eine durchaus starke Frauenrolle geben; im Gegensatz zum Rest ihrer auftretenden Geschlechtsgenossinnen, die hier quasi ausschließlich auf ihre Körperlichkeit reduziert werden, um die schön gestalteten und fotografierten Bar-Sets mit ihren Reizen zu füllen – exemplarisch sei vor allem Julie Michaels in der Rolle der Denise genannt. Aber eigentlich passt auch das ja ganz gut in die knallbunte – und natürlich mit einem grandiosen Soundtrack versehene – Action-Welt, die 1989 eigentlich gerade abgelöst wurde, die ROAD HOUSE aber vollkommen charmant noch mal zum Leben erweckt.

Der Streifen hinkt der Entwicklung des Actiongenres eigentlich ein paar Jahre hinterher, wirkt aber vielleicht gerade deshalb so charmant und unkompliziert, wie er es eben tut. Hier gibt es (Sprüche-)Kloppereien am laufenden Meter und dabei stören weder Sinn noch Moral. Super!

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