KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL

King Kong – Dämonen aus dem Weltall
Gojira tai Megaro | Japan | 1973
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der Erfinder Goro Ibuki (Katsuhiko Sasaki) hat einen Roboter entwickelt, dessen außerordentliche Fähigkeiten sich die Bewohner der unterirdischen Pazifik-Insel Seetopia, die aufgrund diverser Nukleartest vor ihrer Vernichtung steht, zu Nutze machen wollen. Also entführen sie Goros Sohn Rokuro (Hiroyuki Kawase) und entsenden das Monster Megalon. Doch der King Kong genannte Roboter holt schnell seinen Kumpel Godzilla zu Hilfe, um Megalon – der auch noch das außerirdische Monster Gigan an seiner Seite weiß – die Stirn zu bieten.

Seinen ersten Beitrag zum Godzilla-Franchise lieferte Regisseur Jun Fukuda mit dem etwas blassen FRANKENSTEIN UND DIE UNGEHUER AUS DEM MEER (1966) ab. Seine zwei folgenden Arbeiten, FRANKENSTEINS MONSTER JAGEN GODZILLAS SOHN (1967) und FRANKENSTEINS HÖLLENBRUT (1972), machen es dann einfach, die Entwicklung der Filmreihe nachzuvollziehen: die schrittweise Einführung neuer (guter wie schlechter) Monstren wird von einer zunehmenden Fixierung auf Klamauk und immer wildere Fights begleitet. KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL (1973) bildet da keine Ausnahme, sondern setzt diese Konzeption beinahe nahtlos fort – die dauerhafte Zusammenarbeit Fukudas mit Drehbuchautor Shin’ichi Sekizawa dürfte dabei mitverantwortlich sein.

Goro: King Kong halt! Hol Godzilla, du findest ihn auf der Insel der Monster!

Und auch wenn sich der Streifen mit der Präsentation seiner nicht-humanoiden Protagonisten etwas Zeit lässt, so bekommen diese doch mit zunehmender Spielzeit immer mehr Screentime eingeräumt, bis sich die vier schließlich in einem locker zwanzigminütigen Finalkampf gegenüberstehen. Der Roboter King Kong (der sich nach der Erkenntnis, zu klein für den Kampf zu sein, mal eben selber vergrößert) bestreitet zusammen mit dem mal eben herbeigerufenen Godzilla dann ein wahres Tag-Team-Match. Da werden Megalon (im Original als Megaro bekannt) und Gigan (eigentlich Gaigan) mal mit Sprungtritten, mal mit Haltegriffen besiegt – und zwischendurch wird sich flott abgeklatscht. Die Wesen werden hier geradezu vermenschlicht, der am Ende auf King Kongs Schultern sitzende Rokuro unterstreicht diesen Fakt.

Zwischen respektive vor den monströsen Darbietungen unterhält Fukudas Werk vor allem mit einigen wirklich tollen Miniaturen und Modellen. Der (schließlich in die Brüche gehende) Damm, der austrocknende See oder auch die viel zu kurz zu sehende Unterwasserstadt Seetopia sehen prächtig aus und zeugen von der hohen Kunst der FX-Schaffenden im Team; dem unter anderem die Spezialeffektfachmänner Teruyoshi Nakano und Sokei Tomioka angehörten, die sich bereits mehrfach um den Kaiju Eiga verdient gemacht hatten. Leider bleibt bei einer solchen Tricktechnik-Pracht nur wenig Budget übrig, sodass sich der Rest des Films fast ausschließlich in der spacigen Einzimmerwohnung von Erfinder Goro und auf den umliegenden Ausfallstraßen abspielt. Das ist auf Dauer etwas mau, zumal die Storyline auch nichts anbietet, außer ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel ohne Sinn und Verstand.
Da man sowas lachend eher verzeiht, versucht sich Fukuda noch an einigen Slapstick-Szenen. Da endet dann schon mal eine Motorradfahrt unter einem (natürlich auslaufenden) Betonsilo oder ein (geklautes) Modellflugzeug wird in den Händen Rokuros zur Waffe wider die Einbrecher. Flotter Swing aus der Feder von Riichirô Manabe und knallige Kostüme (auch hier darf man die viel zu kurzen Einblicke in die Welt von Seetopia noch einmal beklagen) machen den Streifen letztlich trotzdem zu einem ordentlichen Vertreter seiner Art.

Fukudas vierter Beitrag zur Godzilla-Reihe geht den zuvor eingeschlagenen Weg konsequent weiter und versucht, dem Franchise mit Humor, Wahnwitz und vor allem ausufernden Monster-Kloppereien unter Beteiligung mehrerer Wesen weiterhin Kinogäste zu bescheren. Kaiju-Freunde werden also jubeln.

Eine Antwort zu “KING KONG – DÄMONEN AUS DEM WELTALL

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