SCHWARZE REVANCHE

Schwarze Revanche
Black Sister’s Revenge | USA | 1976
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Emma Mae (Jerri Hayes) zieht vom Land zu ihrer Tante und deren Familie nach Los Angeles; ihre Cousinen Dana (Teri Taylor) und Ulika (Synthia Saint James) nehmen sie sogleich mit auf eine Party, wo sie den drogenabhängigen Jesse (Ernest Williams II) kennen und lieben lernt. Als Jesse dann nach einer Auseinandersetzung mit den Coppers im Knast landet, organisiert Emma Mae das Viertel, um ihn dort rauszuholen.

Jamaa Fanaka, Teil der L.A. Rebellion, hatte mit TERROR TOWN (1975) ein Debüt abgeliefert, welches seinen Anspruch, die Klischees der Blaxploitation mit Darstellungen des tatsächlichen Lebens der afro-amerikanischen Community zu verbinden, deutlich werden ließ. Also ging er ein Jahr später daran, weiter an diesem Konzept zu arbeiten und erneut musste Fanaka dazu selber die Rollen des Regisseurs, des Autoren und des Produzenten bekleiden und mit Hilfe von Mitteln als seinem familiären und universitären Umfeld auskommen. Folglich ist der begrenzte Produktionsrahmen wieder an allen Ecken und Enden zu erkennen, aber so sind es wieder mal die inneren Werte, die den Film aus der Masse der kostengünstigen Blaxploiter hervorheben.

Typ: Würde bitte die Dame ihren geilen, runden Hintern aus meinem Gesicht entfernen?

Im Zentrum der Geschichte steht das von Laiendarstellerin Jerri Hayes verkörperte Dorfmädel Emma Mae, welches die Gepflogenheiten der Großstadt schnell erlernt und sich zügig ein Namen im Stadtviertel (gedreht wurde überwiegend in Compton) macht. Emma Mae entwickelt sich so immer mehr von naiver Blauäugigkeit weg, hin zu selbstbewusstem Agieren. Nur in Sachen Liebe bleibt sie bis zur vor Schluss völlig blind, was dem Film dann auch maßgeblich zu seinem dramatischen Charakter verhilft. Letztlich haben es die Zuschauenden hier mit einem Liebesdrama zu tun, welches Fanaka in die Realität afro-amerikanischen Lebens im L.A. der 70er Jahre verpackt.

Anders als noch ein Jahr zuvor, als Fanaka diverse Originalaufnahmen in seinen Film einfügte, wird diese Umgebung nun jedoch ausschließlich fiktiv dargestellt. So bewegt sich die Arbeit ein wenig mehr in Richtung Klischee und hetzt einige knallbunte Stereotype aufeinander. Malik Carter wird als Big Daddy zur Verkörperung dieser Entwicklung, aber auch der Autowaschsalon oder der Black-Power-Banküberfall machen deutlich, dass sich SCHWARZE REVANCHE deutlich von der unverfälschten Echtheit eines TERROR TOWN wegbewegt.

Typ: Wenn du eine bumst, die muss sich ja vorkommen als wenn sie von einem Affen gefickt wird.

Was nicht heißen soll, dass Fanaka nicht wieder die volle Breitseite an gesellschaftskritischen Tönen erklingen lässt. Die Lebensumstände der Familie Stansell sind beklagenswert, Gewalt bricht überall und ständig hervor und jedes Aufbegehren wird sofort „von oben“ gebremst. Angenehm ambivalent fällt der Umstand auf, dass auch Emma Mae nie zögert, Schläge zu verteilen und einzustecken. Nur im Finale wirkt die erneute Gewaltanwendung Emmas (dieses Mal gegenüber dem endlich enttarnten Jesse) allzu platt und enttäuscht folglich; hier hätte man von Fanaka sicherlich mehr erwarten dürfen. Aber das ist ein kleiner Wermutstropfen, den man locker verschmerzen kann.

Jamaa Fanakas zweiter Streich lässt zwar den knallharten Realismus seines Debüts vermissen, schafft es jedoch trotzdem, den Blaxploitation-Rahmen mit einem gut gezeichneten Drama und einigen eindringlichen Darstellungen der afro-amerikanischen Realität der 70er Jahre zu füllen.

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2 Antworten zu “SCHWARZE REVANCHE

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