DIE AZTEKEN-MUMIE GEGEN DEN MENSCHEN-ROBOTER

Die Azteken-Mumie gegen den Menschen-Roboter
La momia azteca contra el robot humano | Mexiko | 1958
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Fünf Jahre nachdem Dr. Almada (Ramón Gay) und seine Flor (Rosita Arenas) von der aztekischen Mumie aus dem Labor des Dr. Krupp (Luis Aceves Castañeda) befreit wurden, lädt el doctor einige Kollegen in sein Haus ein, um ihnen von einem ungeahnt grausamen Fall zu berichten: Tatsächlich hat Dr. Krupp Flor erneut entführt, um mit ihrer Hilfe den Aufenthaltsort des bandagierten Untoten zu ermitteln, den er mit Hilfe eines auf Basis einer Leiche angefertigten Roboters ein für alle Mal zu vernichten gedenkt.

Lagen zwischen der Veröffentlichung von LA MOMIA AZTECA (1957) und DER FLUCH DER AZTEKISCHEN MUMIE (1957) lediglich 28 Tage, sollte beinahe ein halbes Jahr vergehen, bis mit DIE AZTEKEN-MUMIE GEGEN DEN MENSCHEN-ROBOTER der finale dritte Teil das Licht des Kinoleinwand erblicken sollte. Da das Material für alle drei Filme gleichzeitig gedreht wurde, vermag diese relativ lange Schaffenspause durchaus etwas zu erstaunen; bei näherer Betrachtung erscheint es jedoch plausibel, dass dem Produzenten Guillermo Calderón sowie seinem Autor Alfredo Salazar und dem Regisseur Rafael Portillo einige graue Haare bezüglich des noch verbleibenden Filmmaterials gewachsen sind. Dessen gab es augenscheinlich viel zu wenig für einen kompletten dritten Film, sodass man sich äußerst großzügig bei bereits verwendeten Szenen bedienen musste, um ein Werk von einer Stunde Spielzeit abliefern zu können.

Dr. Alamda: Sie haben die von Gott gesetzten Grenzen überschritten?
Dr. Krupp: Wir könnten so manches Geheimnis in unseren Händen halten, würde die Angst uns nicht in unserer Forschung bremsen.

Dementsprechend dürfen die Zuschauenden dann rund 40 Minuten den Ausführungen des Dr. Almada folgen, der die Geschehnisse der beiden Vorgängerfilme noch einmal rekapituliert. Dass er das zwei Kollegen aus der wissenschaftlichen Elite Mexikos erzählt, die das alles eigentlich schon wissen müssten, lässt den Rezipienten wenigsten nicht mit dem Gefühl, hier einen sehr lauwarmen Eintopf serviert zu bekommen, allein. Erneut wird Flors früheres Ich geopfert, ihr Freund eingemauert und Dr. Krupp gejagt. Sogar der Vorspann aus LA MOMIA AZTECA findet erneut Verwendung, Kenner der Reihe dürften zu diesem Zeitpunkt einen harten Kampf mit zufallenden Augen ausfechten – den zu gewinnen es sich allerdings lohnt.

Denn in den letzten 20 Minuten des Films beginnt dann endlich die eigenständige Handlung, die sich vor allem Dr. Krupps, der von Luis Aceves Castañeda mal wieder begnadet überzeichnet gegeben wird, wirren Ränkespielen widmet. Der Antagonist mit Hang zu Kostümen entführt Flor per Flüsterattacke, und bastelt dann auch Leichenteilen und nuklearen Substanzen einen unfassbar klobigen Rumpelroboter, um sich ein für alle Mal der Mumie zu entledigen und sich ihres Schatzes zu bemächtigen. Die Helden Almada und Pinacate, der nun wieder von seiner früheren Rolle als Lucador Angel befreit ist, eiern indes über sämtliche Friedhöfe der Stadt, bis sie das Grab der Mumie gefunden haben, nur um dann sämtliche Metallhändler der Stadt anzugrasen, bis sie jenen gefunden haben, der Dr. Krupp mit einer Ladung Blei beliefert hat, mit welcher sich der Schurke gegen die atomare Strahlung zu schützen gedenkt. Detektivarbeit par excellence!

Dr. Krupp: Niemand kann meinen Durst verstehen, dass ich Gräber durchforstete, lebende Tiere quälte, um einem toten Körper Leben einzuhauchen.

Leider gibt es den titelgebenden Roboter erst in den letzten zehn Minuten zu sehen, und sein Wirken bleibt eher überschaubar. Letztlich scheppert die Mumie den Blechmann kurzerhand um und sichert mit dem Ableben Krupps endgültig die Unberührtheit des aztekischen Schatzes. Die LA MOMIA AZTECA-Trilogie endet somit mit einem Film, der mehr als seine Vorgänger auf Nonsens und Kasperei setzt. Er bleibt ein unverblümt naiver Schlusspunkt unter eine Filmreihe, die die Ungezwungenheit und Leichtigkeit des mexikanischen Horrorkinos der 50er und 60er Jahre durchaus gelungen auf einen Punkt bringt.

Wer die vierzig überaus redundanten Anfangsminuten übersteht, wird mit zwanzig feinen Nonsensminuten belohnt, in denen Dr. Krupp böse lacht, sein Roboter ein wenig umherhampelt und die Heroen sich die Füße vertreten. Ein würdiger Abschluss.

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2 Antworten zu “DIE AZTEKEN-MUMIE GEGEN DEN MENSCHEN-ROBOTER

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