DER FLUCH DER AZTEKISCHEN MUMIE

Der Fluch der aztekischen Mumie
La maldición de la momia azteca | Mexiko | 1957
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Mumie ist wieder in ihrem Grab, die Fledermaus ist verhaftet. Doch der fiese Dr. Krupp (Luis Aceves Castañeda) stellt schon wieder Planungen an, sich den sagenhaften Aztekenschatz unter den Nagel zu reißen. Just von seinen kriminellen Kumpanen aus den Fängen der Gesetzhüter befreit, kidnappt er Flor (Rosita Arenas), um aus ihrem Unterbewusstsein das Wissen um die Aufenthaltsort des Schatzes zu erlangen. Beim Versuch, sich des Reichtums zu bemächtigen, wird natürlich die wachsame Mumie wieder auf den Plan gerufen, sodass Flors Gatte Dr. Almada (Ramón Gay) wieder mal alle Hände voll zu tun hat – gut nur, dass ihm der Luchador El Ángel (Crox Alvarado) dieses Mal zur Seite steht.

Der gewiefte mexikanische Produzent Guillermo Calderón beauftragte den Regisseur Rafael Portillo 1957, zu einer Zeit, als das mexikanische Kino gerade das Potenzial von Horrorproduktionen erkannte, damit, mit einem Stab und einer Besetzung genügend Material für drei Kinofilme zu drehen. Am 13. November bekam das mexikanische Kinopublikum dann LA MOMIA AZTECA (1957) zu sehen und nur 28 Tage später, am 11. Dezember des gleichen Jahres sollte auch schon DER FLUCH DER AZTEKISCHEN MUMIE folgen. Diese eher an die US-amerikanischen Kino-Serials der 40er Jahre erinnernde Veröffentlichungspolitik legte es natürlich nahe, die Filme inhaltlich unmittelbar aufeinander folgen zu lassen – und in Anbetracht des Umstands, dass Calderón und Alfredo Salazar wahrscheinlich ohnehin nur ein einziges Drehbuch für alle drei Filme geschrieben haben, war dieses Verfahren wahrscheinlich auch alternativlos.

Flor: Laut Fluch stirbt erst der Vater und dann seine Tochter.

So dürfen die Zuschauenden dann der Verurteilung Dr. Krupps folgen, der diese jedoch nur spöttisch belächeln kann, weiß er doch dank eines Zettels mit einer darauf gekritzelten Fledermaus schon, dass er kurz darauf von seinen Handlangern befreit werden wird. Skurriler Weise geschieht dies in Verwendung einer Szene, die bereits in LA MOMIA AZTECA schon in Ansätzen zu sehen war. Doch während man sich einen Monat zuvor noch über die nur wenige Sekunden andauernde Sequenz, in der ein Wachmann und ein Gangster sich auf offener Straße beschießen, wundern konnte, wird diese nun in ihrer ganzen Länge präsentiert. In der Folge gibt es natürlich auch immer mal wieder etwas bereits bekanntes Material zu sehen, am unnötigsten ist dabei sicherlich die ellenlange Rückblende, die die Opferung vor Flors Urahnin und die Erzeugung der Mumie noch einmal en détail darstellt – zum Erreichen der gerade einmal knapp 60 Minuten Spielzeit ist diese Szene hingegen bitter nötig.

Um ein wenig Unterscheidbarkeit zu generieren, spielt der Film dann weniger in dem alten Aztekentempel, sondern überwiegend in Dr. Krupps Geheimlabor. Dieser mit einigen Apparaturen versehene Kellerraum fällt zwar im Gegensatz zu den Gemäuer-Kulissen des Vorgängers etwas ab, sorgt aber für einen Hauch an frischem Wind. Gleiches gilt für den Luchador El Ángel, der zwar völlig ungelenk und hilflos durch den Film zappelt (was die Enthüllung seiner wahren Identität dann allerdings auch wieder sinn- und humorvoll erklärt), die ebenfalls wenig ernstzunehmende Fledermaus des Vorgängers aber würdig beerbt (wenn auch auf der anderen Seite des Gesetzes). Und ganz nebenbei sorgt der Wrestler mit seiner misslichen Lage in Dr. Krupps Todeskammer, aus der ihn nur der kleine Pepe retten kann, für den größten Lacher des Streifens.

Dr. Krupp: Nur ein paar Drogen und schon verschwindet ihre Sturheit.

Der Rest ist wieder einmal unauffällige Arbeit von Portillo, abgeschmeckt mit den bekannten Naivitäten und der legeren Soundkulisse. Die titelgebende Mumie taucht dann erst in den letzten zehn Minuten des Films auf (und unterbietet damit ihre ohnehin schon geringe Screentime im Vorgänger noch mal deutlich) und rafft die Schergen sogleich zügig dahin. Dr. Almada, Flor und Konsorten werden vom am Ende friedlich davonschlurfenden Bandagierten selbstverständlich verschont, er weiß anscheinend sehr gut, wer hier auf welcher Seite steht. Abschließend begibt sich das titelgebende Geschöpf dann wohl in den Winterschlaf, denn bis zu seinem letztmaligen Auftritt in DIE AZTEKEN-MUMIE GEGEN DEN MENSCHEN-ROBOTER (1958) sollte es beinahe ein halbes Jahr dauern.

Unspektakuläre Fortsetzung, bei der es wohl im Auge des Betrachtenden liegen dürfte, ob man das nun gebotene Geheimlabor-Setting und den Luchador den Tempelbauten und der Fledermaus des Vorgängers vorzieht.

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4 Antworten zu “DER FLUCH DER AZTEKISCHEN MUMIE

  1. Oh Mann, das klingt alles so absurd. Die Bescheibung, die Lauflänge, die Zitate, die Szenen, die du beschreibst, da bin ich wirklich gespannt auf den letzten Teil mit dem noch bescheuerteren Titel.
    EIn Glück, dass du die anschaust und ich ganz einfach kurz und schmerzlos darüber lesen kann, anstatt selbst 60 Minuten zu investieren.

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