BESTIE DES GRAUENS

Bestie des Grauens
Missile to the Moon | USA | 1958
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Der Wissenschaftler Dirk Green (Michael Whalen) hat eine Rakete im Garten stehen, die ihm von der Regierung weggenommen werden soll. Also flüchtet er ins All, indem er die beiden flüchtigen Kriminellen Lon (Gary Clarke) und Gary (Tommy Cook) zur Mitreise zwingt. Was die drei nicht wissen: auch Steve (Richard Travis), ein Freund von Green, ist mit seiner Freundin June (Cathy Downs) an Bord.

Der von Hawaii stammende Richard E. Cunha hatte mit Streifen wie IN DEN KLAUEN DES GIGANTEN (1957) oder FRANKENSTEINS TOCHTER – DIE UNHEIMLICHE (1958) gezeigt, dass er mit äußerst kostengünstigen Produktionen umzugehen verstand und Produzent Marc Frederic, der auch für die genannten Werke verantwortlich zeichnete, beraumte deshalb innerhalb kürzester Zeit eine weitere gemeinsame Produktion unter dem Dach der Layton Film Productions Inc. respektive der vertreibenden Astor Pictures Corporation an. Und um die Pre-Production so einfach wie möglich zu gestalten, beauftragte man die Autoren Vincent Fotre und H.E. Barrie, der ebenfalls an FRANKENSTEINS TOCHTER – DIE UNHEIMLICHE mitgeschrieben hatte, damit, die Geschichte des gerade mal fünf Jahre alten CAT-WOMEN OF THE MOON (1953) erneut zu verwenden.

Green: Der Flug müsste gut verlaufen, vorausgesetzt das Unerwartete wird nicht eintreffen und davon gehe ich aus.

Das Ergebnis ist eine tolldreiste Erzählung, wie sie sich eigentlich nur das Sci-Fi-Kino der US-amerikanischen 50er Jahre erlauben kann. Da steht die Privatrakete des wirren Wissenschaftlers nicht nur einfach im Garten, sie ist auch von zwei ahnungslosen Sträflingen zu bedienen. Auf dem Mond leben neben unfassbaren Steinmonstern auch skurrile Plastikspinnen und zahllose hübsche Damen, die mit der genannten Rakete eine Rückkehr zur Erde planen. Das alles wird mit günstigsten Mitteln (schätzungsweise standen 65.000 US-Dollar zur Verfügung) dargestellt, sodass gleich eine der ersten Einstellungen eine sehr ungleichmäßig aufgehängte Wüsten-Leinwand offenbart. Nichtsdestotrotz schafft es die Storyline – vermutlich auch aufgrund ihrer überschaubaren Laufzeit – die Zuschauenden mit hinreichend Abwechslung bei der Stange zu halten – die Mixtur aus Frauenplanet, Spinne und Steinwesen ist dann doch zu abwegig, als das sie langweilen könnte.

Darstellend steht vor allem Richard Travis als Steve Dayton im Vordergrund. Travis hatte in Ron Ormonds und Herbert Tevos ebenfalls von machtvollen Damen und gefährlichen Wesen handelnden MESA OF LOST WOMEN (1953) mitgewirkt und in Cunhas Werk darf er erneut den prollig großmäuligen Alphatypen mimen. Tommy Cook, ebenfalls erfahrener Drive-In-Cinema-Mime, darf als Unsympath Gary ebenfalls großmäulig auftreten, bekommt aber der Part des Hinterlistigen verpasst. Sein Kumpane Lon wird von Gary Clarke gegeben, der als Monster in Herbert L. Strocks DER SATAN MIT DEN 1000 MASKEN (1958) mitwirkte. Cathy Downs erfüllt als June alle Klischee, dafür gibt es mit K.T. Stevens als Lido eine angenehm forsche Frauenrolle.

Gary: In den Zeitungen stand auch, ich hätte drei Autos geknackt.
Lon: Na und?
Gary: Es waren fünf Autos!

Erwartungsgemäß spielt diese Belegschaft mehr als nur überschaubar auf, aber wer will sich darüber schon beschweren? Dafür kann man sehen, wie ein Mensch auf dem Mond von Sonnenstrahlen verbrannt wird, mentale Kämpfe mittels massivem Anstarren ausgefochten werden oder die Damen in der der nachträglich kolorierten Fassung des Streifen mit knallblauer Welt durch die poppige Innenausstattung flitzen. Und in Endeffekt ist schon die Szene, in der sich das erste Steinwesen unerwartet von einer Felswand löst, den Genuss des Streifens wert. Versprochen!

Ein in seiner Kürze äußerst kurzweiliger Mischmasch aus Monsterfilm und Gesellschaftsutopie, der einfach so viel unterschiedlichen Nonsens auffährt, dass die 75 Minuten wie im Fluge vergehen.

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