NINJA TURTLES III

Ninja Turtles III
Teenage Mutant Ninja Turtles III | USA | 1993
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Turtles langweilen sich: Außer Ninjutsu-Übungen in der New Yorker U-Bahn und ausuferndem Pizzakonsum gibt es nichts zu tun. Da bringt die Reporterin April O’Neil (Paige Turco) eines Tages ein merkwürdiges japanisches Artefakt vorbei, welches sie sogleich gegen den japanischen Feudalprinzen Kenshin (Henry Hayashi) austauscht – und das durch Zeit und Raum. Also folgen die vier Kröten ihrer Freundin mithilfe des Artefakts ins mittelalterliche Japan, um sie aus den Klauen des finsteren Lord Norinaga (Sab Shimono) zu befreien.

Nachdem auch TURTLES II – DAS GEHEIMNIS DES OOZE (1991) – trotz eines im Vergleich zum Erstling TURTLES (1990) spürbaren Abfallens der Qualität – ein ordentliches Einspielergebnis produzieren konnte, stellt Golden Harvest ganze 17 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um die Kröten weiter zu melken; und das, obwohl sich das Franchise langsam aber sicher auf dem absteigenden Ast befand. Man engagierte mit Stuart Gillard einen ausgewiesenen TV-Fachmann, der neben der Regiearbeit auch die Anfertigung eines Drehbuchs übernehmen sollte. Und ob es nun Gillards Idee war, die Schildträger mittels einer Zeitreise aus ihrer New Yorker Lethargie zu reißen, oder die der Produzenten sei mal dahingestellt, sicher ist, dass diese Konzeption dem Film zumindest in Sachen Optik durchaus gut getan hat.

Walker: Wer ist euer Schneider?
Leonardo: Wir sind nackt.

Denn zusammen mit dem beachtlichen Budget kann Gillard die Heroen nun durch allerlei hübsche Kulissen und Sets scheuchen. Insbesondere die ersten Shots des feudalen Japan wissen durchaus zu überzeugen und auch die zahlreichen Einstellungen des japanischen Hinterlands verbreiten eine ordentliche Stimmung – ungeachtet der Tatsache, dass all diese Aufnahmen entweder im Studio oder in Oregon entstanden sind. Demgegenüber fallen die kurzen Szenen in New York deutlich ab, seinen Charme entwickelt der Film sicherlich durch die asiatischen Einflüsse auf das Design.

Leider wird diese optisch durchaus interessante Idee dann aber von Gillards Drehbuch massiv torpediert. Denn auch wenn es sich um einen auf junge Zuschauende ausgerichteten Film handelt: derart tiefe Logiklöcher und Ungereimtheiten haben auch die kleinsten Kinogäste nicht verdient. Das Skript biegt sich die Geschehnisse derart abstrus zusammen, dass von einem konsistenten Film kaum noch die Rede sein kann. Glück und Zufall treffen allerorten auf Willkür und Sinnlosigkeit. Letztlich dient das alles nur dazu, den vier Hauptrollen zahllose Anlässe für dumme Sprüche und Präsentationen ihrer Kampfkunst zu bieten.

Lord Norinaga: Geheimnisse verbreiten sich wie der Gestank eines toten Schweines.

Die Kröten werden wieder von diversen Stuntmen dargestellt und auch Gillard folgt dem Anliegen von Michael Pressman aus TURTLES II – DAS GEHEIMNIS DES OOZE und versucht, die einzelnen Wesen charakterlich deutlich voneinander zu unterscheiden. Klappt ganz ordentlich, wirkt am Ende allerdings fast ein wenig zu überzeichnet. Paige Turco darf erneut als April durch die Gegend hüpfen und erstaunt die japanischen Feudalherren mit ihrem kurzen Rock wahrscheinlich ebenso sehr wie manch pubertären Kinogast. Elias Koteas kehrt nach kurzer Abstinenz auch wieder in einer Doppelrolle zurück und Stuart Wilson, gerade noch in BRENNPUNKT L.A. – DIE PROFIS SIND ZURÜCK (1992) mit dabei gewesen, darf als niederträchtiger Antagonist Walker kräftig overacten. Und mit Vivian Wu, bekannt aus Bernardo Bertoluccis DER LETZTE KAISER (1987), bekommt Turco sogar ernsthafte weibliche Konkurrenz.
Und tatsächlich fand auch dieser Film seine Kunden und konnte sein Budget zumindest mehr als verdoppelt wieder einspielen. Die allgemeine Kritik ignorierend wird der Film seine Zielgruppe sicherlich unterhalten haben, denn im Kern bietet auch NINJA TURTLES III genau das, was Heranwachsende vom ihm erwarten dürften: Großmäulige Kröten mit flachen Sprüchen, die ihre Widersacher mit viel Klamauk und Akrobatik zur Strecke bringen.

Dank des frischen und überwiegend gelungen dargestellten Japan-Settings kann der dritte Teil der Reihe durchaus unterhalten. Vorausgesetzt natürlich, dass man sich mit naiven Klamauk und einer geradezu schmerzhaft sinnlosen und willkürlichen Geschichte arrangieren kann.

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2 Antworten zu “NINJA TURTLES III

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