JUMANJI

Jumanji
Jumanji | USA | 1995
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Waisen Judy (Kirsten Dunst) und Peter (Bradley Pierce) Sheperd entdecken in einer gerade frisch mit ihrer Tante Nora (Bebe Neuwirth) bezogenen Villa ein altes Brettspiel, welches schon nach kurzer Zeit diverse Dschungeltiere in dem Anwesen auftauchen lässt und schließlich den verwirrten Alan Parrish (Robin Williams) ausspuckt. Schnell stellt sich heraus, dass dieser vor 26 Jahren von dem Brettspiel in eine ferne Welt teleportiert worden war. Und je weiter das Spiel fortschreitet, desto gefährlichere Kreaturen dringen in die echte Welt ein …

1993 sorgte Steven Spielbergs Riesenerfolg JURASSIC PARK dafür, dass computergenerierte Effekte vollends Einzug in die Kinowelt hielten. Plötzlich schien alles möglich, was vorher für Schweißperlen auf der Stirn der Effektspezialisten gesorgt hatte. Diese Entwicklung nahmen die Autoren Jim Strain, Greg Taylor und Jonathan Hensleigh, der gerade erst das Skript zu STIRB LANGSAM – JETZT ERST RECHT (1995) fertiggestellt hatte, zum Anlass, um den Jugendroman Jumanji des US-amerikanischen Autors Chris Van Allsburg in eine Drehbuchfassung zu bringen. Denn dank der CGI-Technik erschien die cineastische Umsetzung der fantastischen Geschehnisse des Bestsellers jetzt nicht nur möglich, sondern folgerichtig. Als Regisseur wählte man Joe Johnston, der mit LIEBLING, ICH HAB DIE KINDER GESCHRUMPFT (1989) und der eigenwilligen Superhelden-Klamotte ROCKETEER – DER RAKETENMANN (1991) bereits einige ordentliche Arbeiten abgeliefert hatte.

Jumanji: Der Würfel muss 5 oder 8 ergeben, sonst musst du ewig im Dschungel leben.

Und wenn ein eher dem juvenilen Publikum zugetaner Regisseur die Drehbuchfassung eines Jugendbuchs in die Finger bekommt, dann ist es nicht völlig abwegig, vom Ergebnis ebenfalls ein Abenteuer für jüngere Semester zu erwarten. Und obwohl JUMANJI diesem Anspruch – mit all seinen Vor- und auch Nachteilen – weitestgehend gerecht wird, so lässt es sich Johnston nicht nehmen, doch gerade zu Beginn des Films zu zeigen, dass eine solche Ausrichtung keineswegs ansprechende Inszenierung und gekonntes Timing ausschließen muss; insbesondere die Exposition rund um den jungen Alan wird so zu einem stimmungsvollen Einstieg. Leider bricht sich dann irgendwann der unvermeidliche, auf jüngere Zielgruppen ausgerichtete Humor Bahn, aber der Film hat doch stets auch ein paar augenzwinkernde Augenblicke für erwachsene Kinder im Gepäck.

Tatsächlich scheint sich der Streifen zu mancher Sekunde kaum entscheiden zu können, ob er nun ein reinrassiger Kinderfilm oder doch lieber ein durchaus atmosphärischer Fantasystreifen inklusive düsterer Momente sein möchte. Während die im Drehbuch völlig beliebig aneinandergereihten Einstellungen häufig nur dem flachen Witz Platz zu bieten scheinen, fallen einige der Effekteinstellungen durchaus zu aufbrausend für allzu junge Konsumenten aus. Gerade die späteren Angriffe von Krokodilen oder Riesenspinnen oder auch die Treibsandböden innerhalb des Hauses dürften so manchem jungen Kinogast den Spaß (und die anschließende Nachtruhe) verdorben haben.

Jumanji: Dies wird keine leichte Mission. Affen behindern die Expedition.

Da helfen auch die humorigen Kirsten Dunst und Bradley Pierce (dessen Mutation zum Filmende hin bei zarten Gemütern ebenfalls für Unbehagen sorgen könnte) nichts, die hier als sympathisches Geschwisterpaar die Identifikationsfiguren für Kinder darstellen. An deren Seite liefert Robin Williams eine ordentliche, wenn auch teils etwas flache Darbietung ab. Einige zeitlose Gags, welche für sich genommen schon Grund genug sind, sich den Film anzusehen, baut er aber auch in dieses Engagement ein. Bonnie Hunt, kurz zuvor per EINE FAMILIE NAMENS BEETHOVEN (1993) dem TV-Sumpf entronnen, bleibt als Sarah ebenfalls arg stereotyp, während Jonathan Hyde in der Doppelrolle als Snob Sam Parrish und Kolonial-Jäger-Antagonist Van Pelt hier vollends britisch dahermimen darf.
Ein Einspielergebnis von über 250 Millionen US-Dollar (bei einem Budget von rund 50 Millionen) gab den Machern und ihrem Konzept dann Recht, auch wenn die unvermeidbare Alterung der (frühen) CGI-Effekte schnell dafür sorgte, dass die einst atemberaubenden Bilder zügig an Charme verloren. Heutzutage fällt die teils etwas krude Mischung aus CGI und handgefertigten Animatronics umso deutlich aus, was junge Zuschauer, und die bleiben bei allem Wenn und Aber die Hauptzielgruppe dieses Films, aber kaum stören dürfte.

Flotter Film für junge Fantasyfreunde, die jedoch bei so mancher Szenen die Hände vor die Augen schlagen dürften. Bei diesen stimmigen bis gruseligen Momenten gucken ältere Semester dann umso lieber zu, werden im Gegenzug aber von der arg flachen Handlung gebremst. Letztlich ist der Streifen für keine Zielgruppe der ganz große Kracher, bietet aber für jeden Geschmack etwas.

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Eine Antwort zu “JUMANJI

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