DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK

Die Mumie kehrt zurück
The Mummy Returns | USA | 2001
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Rick (Brendan Fraser) und Evy (Rachel Weisz) leben zusammen mit Sohnemann Alex (Freddie Boath) ein nettes Leben, als der Jüngling plötzlich vom finsteren Kurator Baltus Hafez (Alun Armstrong) und dem Priester Lock-Nah (Adewale Akinnuoye-Agbaje) entführt wird. Der Grund: Die beiden möchten den ebenso alten wie bösen Imhotep (Arnold Vosloo) wieder erwecken, der dann den Skorpionkönig (Dwayne Johnson) besiegen soll, was ersteren die Weltherrschaft einbringen würde. Und Alex trägt jenes Armband, welches zur Erweckung des Skorpionkönigs von Nöten ist.

Dem von Sean Daniel und James Jacks für Universal produzierten und von Stephen Sommers gedrehten DIE MUMIE (1999) war ein großer Erfolg an den Kinokassen beschieden, was eine Fortsetzung mit quasi deckungsgleicher Besetzung mehr als angeraten erschienen ließ. Für die flotte Mischung aus Abenteuer und Komödie schrieb Sommers höchstselbst eine Weiterführung, welche dem Zuschauer darlegt, wie sich das Leben der Hauptrollen Rick und Evy weiterentwickelt. Und ganz ohne Frage muss die Fortsetzung eines Sommerblockbusters größer und actionreicher ausfallen als das Original; eine Maßgabe, die nicht zum ersten Mal einem Sequel zum Nachteil gereichen sollte.

Evelyn: Er erwacht nur alle 6.000 Jahre einmal.
Rick: Richtig. Und wenn ihn niemand tötet, dann radiert er die ganze Welt aus.
Evelyn: Ja, woher weißt du das?
Rick: Hab‘ ich geraten, ist doch immer die gleiche Geschichte.

Denn obwohl man Sommers Drehbuch weder Erfindungsreichtum noch eine für eine derartige Produktion durchaus ordentliche Kontinuität absprechen kann, so ist es doch vor allem die starke Hinwendung zum Actionkino, welche DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK deutlich flacher als seinen Vorgänger wirken lässt. Während der nämlich im Sommer 1999 vor allem dank seiner ausgeprägten Abenteuerelemente unterhalten konnte, die nur hin und wieder durch brachiale Action unterbrochen wurden, fehlen dem Sequel ebendiese Qualitäten. Nichts ist mehr zu sehen von atmosphärischen Erkundungsgängen und längeren Dialogen, stattdessen folgt eine Actionsequenz der nächsten. Hinter jeder Ecke lauert der nächstgrößere Knall, ständig ringen die Protagonisten um ihr Leben. Das sorgt naturgemäß für einen Abnutzungseffekt, der auch an diesen – für sich genommen durchaus gelungenen – Szenen nicht spurlos vorübergeht. So büßt der Film dann leider seine Abenteuerstimmung ein, blanker Effektgewalt gehört die Bühne.

Darunter leiden dann auch die Rollen, die zwar auch schon im Vorgänger keineswegs durch übermäßige Tiefe beeindruckten, die hier aber noch mal ein ganzes Stück mehr wie Abziehbilder wirken. Brendan Frasers Rick verkommt vollends zum Oneliner-Klopper (auch wenn er den ein oder anderen selbstreferenziellen Treffer landet), Rachel Weisz‘ Evelyn gar zur Action-Heroine. John Hannah gibt wieder den Comic Relief Jonathan, während Arnold Vosloo erneut den CGI-bearbeiteten Antagonisten Imhotep mimt. Noch mehr durch die Computermangel wurde dieses Mal allerdings Wrestler Dwayne Johnson als Skorpionkönig gedrehte, der nur zu Beginn wirklich als Schauspieler auftritt, im Finale jedoch vollends CGI-animiert daherkommt. Trotzdem sollte dieser Auftritt für Johnson den Beginn einer durchaus erfolgreichen Spielfilmkarriere markieren.

Rick: Evy, ich weiß, was du jetzt denkst. Und die Antwort lautet nein. Wir sind grad erst nach Hause gekommen!
Evelyn: Und genau darin liegt der Vorteil: Wir haben schon gepackt.

Oded Fehr darf erneut als Ardeth Bay – die namentliche Verbindung zu Universals Klassiker DIE MUMIE (1932) – auftreten, Venezolanerin Patricia Velásquez gibt erneut die – nun ebenfalls deutlich körperbetonter zu Werke gehende – Anck-Su-Namun. Abgerundet wird der Cast durch Shaun Parkes, der kurz zuvor noch im Drogen-Klassiker HUMAN TRAFFIC (1999) mitmischte und der nun als Izzy Buttoms für Lacher sorgen soll.
So ist es unter anderem Izzys Flugmaschine, die zum Aushängeschild und zum Sinnbild dieser Fortsetzung wird. Wilder, höher, schneller, greller. Der Streifen legt in allen vordergründigen Bereichen eine Schüppe drauf, verliert dabei allerdings seine Kernkompetenzen aus den Augen. Die durchaus ausbalancierte Genre-Mischung des Vorgängers gerät so aus dem Gleichgewicht und es bleibt ein plumper Sommerblockbuster zurück, der Actionsequenz an Actionsequenz reiht. Das ist zwar nicht schrecklich, aber doch zumindest schade.

Anstelle einer geschickten Verquickung von Action- und Abenteuerelementen gibt es in dieser Fortsetzung nur noch Action, Action und Action zu sehen. Ständig übertrumpft sich der Film im Gebotenen selbst, Stimmung und Inhalt bleiben dabei allerdings allzu häufig auf der Strecke. Schade.

Advertisements

Eine Antwort zu “DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK

  1. Pingback: DIE MUMIE | SPLATTERTRASH·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s