GHOSTBUSTERS 2

Ghostbusters 2
Ghostbusters II | USA | 1989
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Karriere der Geisterjäger ist vorbei. Peter (Bill Murray) verdingt sich im Fernsehen, Ray (Dan Aykroyd) in einem Bücherladen, Egon (Harold Ramis) forscht und Winston (Ernie Hudson) verbreitet Angst und Schrecken auf Kindergeburtstagen. Doch dann wird Danas (Sigourney Weaver) Sohn plötzlich Opfer paranormaler Geschehnisse und auch ihr Arbeitsgeber Janosz (Peter MacNicol) mutet unlauter an. Als sich dann auch noch ein riesiger Schleimfluss unter New York auftut, ist es Zeit mal wieder Zeit für die vier Jungs, die Protonenpacks zu schultern.

Nach dem ebenso überraschenden wie überragenden Erfolg von GHOSTBUSTER – DIE GEISTERJÄGER (1984) war man im Hause Columbia Pictures durchaus nachvollziehbarerweise darauf erpicht, zügig eine Fortsetzung in die Lichtspielhäuser zu bringen. Doch das Kreativteam um Regisseur Ivan Reitman und die Autoren Dan Aykroyd und Harold Ramis sah das Potenzial einer Fortsetzung als sehr begrenzt an. Um die Fans in dieser Phase nicht zu lange auf neues Futter warten zu lassen, entschied man sich bei Columbia dazu, den TV-Ableger Columbia Pictures Television und die DiC Entertainment mit einem Ableger in Form einer Comicserie zu beauftragen. Das Ergebnis REAL GHOSTBUSTERS sollte die Anhänger von 1986 bis 1991 erfreuen und neben zahlreichen neuen Charakteren und Handlungsfäden auch dafür sorgen, dass Slimer stark ins Zentrum des Universums rückte. Vielleicht war es der Erfolg dieser Serie, der die Köpfe hinter dem ersten Kinofilm 1989 letztlich doch dazu bewegte, sich von Columbia schließlich mit rund 30 Millionen US-Dollar ausstatten zu lassen, um einen Nachfolger auf den Weg zu bringen.

Dana: Und nach dem Essen versuch‘ bitte keinen deiner billigen Tricks, es ist alles anders geworden.
Peter: Oh, nein, nein, nein. Ich hab‘ ganz neue billige Tricks!

Entsprechend der realen Wartezeit zeichnet auch das Skript ein Bild der Geisterjäger fünf Jahre nach ihrem großen Erfolg. Selbstironisch und konterkarierend wie stets werden die Protagonisten hier auf die Schüppe genommen. Wie schon fünf Jahre zuvor ist sich der Film (und mit ihm seine Figuren) immer bewusst, dass paranormale Gespenster-Entferner eigentlich keinen Platz im rauen, kühlen New Yorker der späten 80er Jahre haben. Dementsprechend eigenbrötlerisch und verlacht treten die vier Herren auf, was immer wieder für humorvolle und augenzwinkernde Szenen sorgt. Peters Fernsehsendung, Rays Hort absonderlicher Bücher und Egons dem Skurrilen zugetane Form der Forschung charakterisieren die bekannten Figuren geschickt weiter aus.

Dabei gelingt es Aykroyd und Ramis durchaus ordentlich, ein weiteres Abenteuer für die Geisterjäger zu formulieren. Lediglich die allzu sehr auf Liebe und Gemeinschaftssinn bedachte Auflösung, welche zeitweilig in gemeinsames Singen und Tanzen ausartet, schmälert den grundsätzlich guten Eindruck ein wenig. Zwar fehlt Reitmans Inszenierung ein wenig der Drive des Vorgängers, der Film bleibt aber trotzdem jederzeit flott und spannend. Mitverantwortlich dafür sind natürlich ein weiteres Mal die flotten Spezialeffekte und Tricks, welche in der Breite vorbehaltlos überzeugen. Lediglich das schleimumhüllte Museum im Finale schmälert den ansonsten guten Eindruck, den die zahlreichen Rückprojektionen und Matte Paintings hinterlassen, ein wenig.

Egon: Hervorragend Louis, kurz aber völlig sinnlos.

Neben Aykroyd, Ramis, Murray, Hudon und Weaver rücken Rick Moranis als Louis Tully und Annie Potts als Janine Melnitz ein wenig mehr in den Mittelpunkt. Während deren Annäherung durchaus Charme versprüht, wirkt Moranis‘ Auftritt am Ende hingegen etwas überhast und undurchdacht. Neu mit dabei ist Peter MacNicol als durchaus humoriger Kautz Janosz Poha, der dem Antagonisten Vigo, der vom Boxer und Schauspieler Norbert Gruppe gegeben wird, dienlich ist. Obwohl häufig auf dünnem Grade wandernd, verfällt Janosz nie in blanke Albernheit, sondern reizt die Möglichkeiten der mit starkem Akzent und skurrilen Eigenheiten ausgestatteten Rolle stattdessen recht geschickt aus.
So stellt GHOSTBUSTERS 2 letztlich eine weitestgehend überzeugende Fortsetzung dar, die dem Vorgänger zwar in allen Belangen unterliegt, die aber trotzdem durchweg gelungene Unterhaltung bietet. Und auch eine weitere Fortführung wäre nach diesem Film möglich gewesen, denn neben den zahlreichen inhaltlichen Anknüpfungspunkten, die der Streifen offeriert, konnte er auch erneut an den Kinokassen überzeugen. Doch trotz 215 Millionen an weltweitem Einspielergebnis konnten sich die Schöpfer des GHOSTBUSTERS-Universums in der Folge nie wieder zu einer neuen Produktionen zusammenfinden. Die Gründe waren über die Jahre hinweg zahlreich und mannigfaltig und schließlich sollte sich der Rechteinhaber Columbia nach dem Tode Harold Ramis‘ Anfang des Jahres 2014 dazu entscheiden, die Serie 2016 mit einem schlicht GHOSTBUSTERS betitelten Reboot neu zu starten.

Völlig solide Fortsetzung, die die Qualitäten des Vorgängers weitgehend zu wiederholen vermag. Einzig das etwas zu kitschige Finale trübt den guten Gesamteindruck.

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2 Antworten zu “GHOSTBUSTERS 2

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