AUSTIN POWERS – SPION IN GEHEIMER MISSIONARSSTELLUNG

Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung
Austin Powers: The Spy Who Shagged Me | USA | 1999
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nachdem Austin Powers (Mike Myers) die Welt gerettet hat, muss er feststellen, dass seine Angetraute ein Fembot ist, der ihn zu töten versucht. Urheber dieser Frechheit ist natürlich Dr. Evil (Mike Myers), der unterdessen den Schotten Fieser Fettsack (Mike Myers) damit beauftragt hat, Austins Mojo, die Grundlage seiner Potenz und – somit natürlich – seiner Selbstsicherheit, zu stehlen. Also muss Austin wieder in die 60er Jahre zurückkehren, sich dort mit seinem Fangirl Felicity Schickfick (Heather Graham) zusammentun und Dr. Evil ein weiteres Mal bekämpfen.

Nachdem sich AUSTION POWERS – DAS SCHÄRFSTE, WAS IHRE MAJESTÄT ZU BIETEN HAT (1997) auf dem Heimkinomarkt zu einem echten Erfolg entwickelt hatte, stellte New Line Cinema Mike Myers ein verdoppeltes Budget, nun runde 33 Millionen US-Dollar, zur Verfügung, um nun auch die Kinokassen klingeln zu lassen. Myers holte sich dann in Sachen Drehbucharbeit Unterstützung von Michael McCullers, den er schon von seiner Zeit bei SATURDAY NIGHT LIFE kannte, und ersann eine deutlich komplexere Geschichte als noch zwei Jahre zuvor, die deren Konzeption, die Hauptfigur aus den 60ern in die 90er zu versetzen, umkehrt und die bekannten Figuren stattdessen in die freiliebenden 60er Jahre verschlägt.

Austin: Aber solange die Menschen noch freien Geschlechtsverkehr ohne alles haben und dabei die anonymen Partner wechseln, während sie gleichzeitig mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentieren, was von allen toleriert wird, ohne Folgen, bin ich voll mit dabei!

Dabei wird die Grundkonstellation des Vorgängers, der Kampf zwischen den von Myers selbst verkörperten Charakteren Austin und Dr. Evil (nun ergänzt durch den fiesen Fettsack), natürlich beibehalten. Doch während der Vorgänger den Geheimagenten Austin vor allem mittels der toughen Rolle von Elizabeth Hurley ausdefinierte, fehlt dieses Mal eine starke weibliche Rolle. Heather Grahams Felicity Schickfick bleibt als bloßes Love-Interest ohne eigene Charakterzüge zu blass, um Austins erneuten Sexismus-Attacken zu widerstehen. Dafür erhält Dr. Evil mit Verne Troyer als Mini-Me eine tolle Ergänzung, die dafür sorgt, dass der Bösewicht nun die deutlich agilere Figur ist. Der übrige Cast, Mindy Sterling als Frau Farbissina, Robert Wagner als Nummer Zwei oder Seth Green als Scott Evil, bleibt bestehen und verrichtete seine Arbeit gewohnt solide. Myers dritte Figur Fieser Fettsack wirkt daneben wie eine Manifestation des omnipräsenten Fäkalhumors und verdient sich als solche kaum große Sympathien.

Der Humor bewegt sich also auf dem gleichen Level wie zwei Jahre zuvor: Zote jagt Zote, Flachwitz folgt Flachwitz. Immer wieder bleibt einem das Lachen ob der augenscheinlichen Naivität des Gebotenen im Halse stecken, aber immer wieder sorgen unerwartete Spitzen auch für echte Lacher. Der Film verwendet dabei die besten Ideen des Vorgängers erneut und befriedigt so vor allem die Erwartungshaltung der Fans. Bezüglich der Handlung versuchen Myers und McCullers zwar, etwas mehr Komplexität und Stringenz zu bieten, aber letztlich bleibt es erneut dabei, dass der Film seine Gags erneut klar über den Inhalt stellt. Die erhöhte Zahl an Handlungsfäden sorgt so eher für Verwirrung als für Vertiefung.

Anette: Wissen Sie, wie wir warm machen in Russland?
Austin: Ich ahne es …
Anette: Wir spielen Schach.
Austin: Tja, knapp daneben.

Neben der immens erhöhten Zahl an Gastauftritten gibt es erneut viele gelungene Anspielungen auf das Zeitkolorit der 60er Jahre und auch die diversen misslungenen Benennungen von Dr. Evil für seine Vorhaben können für Lacher sorgen. Die ohnehin überpräsente sexistische Konnotation wird durch die erwähnt schwache Zeichnung von Felicity leider bestärkt und die unverhohlene Verbindung von männlicher Potenz und geistiger Stärke hat ebenfalls einen faden Beigeschmack.
Aber letztlich ermöglichen es einem die grundsätzlich erneut vorhandenen komischen Kompetenzen des Films, über die diversen Schwächen hinwegzusehen und den Klamauk unbedarft zu genießen. So spielte der Streifen dann auch über 300 Millionen US-Dollar ein und bestätigte so den soliden Erfolg seines Vorgängers. Mit AUSTIN POWERS IN GOLDSTÄNDER (2002) sollte die nächste Fortsetzung also nicht lange auf sich warten lassen.

Kaum Neues, dafür mehr vom Bekannten. Und obwohl die kleinen Änderungen dem Film nicht unbedingt zuträglich sind, funktioniert er doch im Kern ähnlich gut wie der Vorgänger. Wer den mochte, der wird hier also wieder seinen Spaß haben.

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3 Antworten zu “AUSTIN POWERS – SPION IN GEHEIMER MISSIONARSSTELLUNG

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