DRAKAPA, DAS MONSTER MIT DER KRALLENHAND

Drakapa, das Monster mit der Krallenhand
Beast of Blood | Philippinen/USA | 1971
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Dr. Bill Foster (John Ashley) will die Blutinsel nach getaner Arbeit eigentlich gerade verlassen. Doch als der Kahn gerade abgelegt hat, muss er feststellen, dass das Chlorophyll-Monster Drakapa ebenfalls an Bord ist. Nach einem kurzen Kampf befindet sich Foster wieder auf der Insel, diesmal in Begleitung von Myra J. Russell (Celeste Yarnall), und muss sich erneut gegen den doch noch nicht besiegten Dr. Lorca (Eddie Garcia) und dessen Schöpfungen zur Wehr setzen.

Drei Jahre nach BRIDES OF BLOOD (1968) und MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND (1968) sollte Kane W. Lynn, seines Zeichens Produzent bei der US-amerikanischen Produktionsfirma Hemisphere Pictures den dritten Teil der BLOOD ISLAND-Filme in Auftrag geben. Dieses Mal fungierte auch der mittlerweile auf den Philippinen heimisch gewordene Hauptdarsteller John Ashley als Produzent und der philippinische Regie-Altmeister Gerardo de Leon überließ seinem Zögling Eddie Romero den Regiestuhl vollends. Jener ließ sich von Beverly Miller bei der Erstellung eines Drehbuchs assistieren, musste dabei jedoch ein paar Haken schlagen, um den Film an den Vorgänger MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND anzuflanschen.

Myra: Also Sie sind Dr. Lorca.
Dr. Lorca: Ja, und Sie sind Myra Russell, Reporterin des nicht so sehr angesehenen Honolulu-Kuriers.

So taucht der eigentlich besiegte pflanzliche Antagonist mal eben auf eben jenem Schiffchen auf, mittels welchem John Ashley als Dr. Foster das Eiland zu verlassen sucht. Dass Dr. F dabei von einer unbekannten Dame begleitet wird, die sich, einer gewissen Logik folgend, ja schon vorher auf der Insel befunden haben müsste, kann getrost als nötige Schummelei betrachtet werden; Foster kann ja schließlich nicht ohne adäquates weibliches Anhängsel über das Eiland turnen. Dr. Lorca hat die Explosion auch auf ungeklärte Weise überlebt, wird nun allerdings von Eddie Garcia verkörpert. Ronald Remy stand augenscheinlich nicht mehr zur Verfügung, aber auch der B-Fachmensch Garcia schafft es ohne Weiteres, den sonnenbebrillten Mad Scientist raushängen zu lassen. Bruno Punzalan gibt erneut den igor‘esken Razak und als indigenes Mädel Laida darf dieses Mal Liza Belmonte fungieren.

Während es bei der Besetzung und der daraus folgenden Qualität der schauspielerischen Darbietungen also weder große Schritte nach vorne noch nach hinten zu vermelden gibt, muss man bezüglich der Darbietungsweise und dem daraus resultierenden Schwung leider Abstriche bemerken. Während die beiden Vorgänger eine immer wieder durchaus unterhaltsame Mischung aus Horror (etwas), Sex (ein wenig) und Brutalitäten (hier und da) anboten, handelt es sich bei DRAKAPA, DAS MONSTER MIT DER KRALLENHAND eher um einen Abenteuerstreifen. Dr. Foster ist dabei häufig mit ellenlangen Erkundungsgängen beschäftigt, die schon aus dem simplen Grunde, dass er diese Insel zum dritten Male besucht, verwundern. Dass während dieser Latschereien auch noch wenig passiert, macht die Trips nicht besser. Die langsam aufkommende Langeweile wird dann durch die Entscheidung, das titelgebende Monstrum mit abgetrenntem Kopf in einem Kellergewölbe aufzubewahren, deutlich verstärkt. Erst gen Ende erhebt sich Drakapa, doch dann ist es für die meisten Zuschauer wohl schon zu spät.

Lorca: Außer dieser einfachen Vorstellung habe ich keine persönliche Meinung, was Mord, was Gewissen oder Justiz betrifft.

Warum sich der deutsche Verleiher Alfia / Äquator dazu entschieden hat, diesen Teil als ersten auch in die bundesdeutschen Kinos zu bringen, bleibt wohl sein Geheimnis. Die eindeutigen Verweise auf die Vorgänger aber auch noch in die deutsche Synchronisation aufzunehmen, zeugt schon von eher irritierenden Geschäftspraktiken. Immerhin hat man es den hiesigen Freunden südostasiatischer Exploitation somit auch mal ermöglicht, ein Werk des zunehmend bekannten Eddie Romero zu genießen. Das sollte dann erst wieder 1973 in Form des – deutlich besseren – FRAUEN IN KETTEN möglich werden.

Recht müder dritter Ausflug auf die Blutinsel, der es vor allem an den grundlegenden, exploitativen Tugenden seiner Vorgänger mangeln lässt. Es bleibt eine recht lahme Abenteuer-Kiste, die lediglich in wenigen Momenten in abseitigen Schwung kommt.

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2 Antworten zu “DRAKAPA, DAS MONSTER MIT DER KRALLENHAND

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