MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND

Mad Doctor of Blood Island
Mad Doctor of Blood Island | Philippinen/USA | 1968
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Dr. Bill Foster (John Ashley) macht sich mit der hübschen Sheila Willard (Angelique Pettyjohn) auf den Weg zur geheimnisvollen Insel Blood Island, um dort diversen forscherischen Tätigkeiten nachzugehen. Doch schnell stellt sich heraus, dass jegliche Forschungsarbeit im Schatten von grünen Zombies steht, die die Insel terrorisieren. Also nehmen die beiden Kontakt zu dem auf der Insel ansässigen Wissenschaftler Dr. Lorca (Ronald Remy) auf, der – so hofft das dynamische Duo – etwas Licht ins Dunkel zu bringen vermag.

Der vom US-amerikanischen Produzenten Kane W. Lynn und dessen Hemisphere Pictures produzierte erste Teil der BLOOD ISLAND-Trilogie, BRIDES OF BLOOD (1968), sorgt in den USA für klingelnde Kassen und belegte, dass es sich bei kostengünstig auf den Philippinen runtergedrehten Horror-Reißern um ein belastbares Konzept handelte. Also wurde sogleich ein weiterer Streifen in Auftrag gegeben, der sich der Sicherheit halber eng am erfolgreichen Vorbild orientieren sollte. Das Regie-Duo Gerardo de Leon und Eddie Romero wurde ebenso beibehalten, wie die Hauptrolle John Ashley. Dieser hatte bei den Dreharbeiten zu BRIDES OF BLOOD Freundschaft mit Romero geschlossen und da er in den USA gerade eine Scheidung hinter sich hatte, bot sich ein längerer Aufenthalt auf den Philippinen ohnehin an. Dieses Mal kritzelte Reuben Canoy ein paar Drehbuchzeilen auf einen Bierdeckel und schon konnte der zweite Trip über die Blutinsel beginnen.

Carlos: How could I forget you? You brought so much joy, so much adventure into my childhood here.
Marla: Perhaps now into your manhood also.

Um dabei wenigstens etwas Abwechslung zu bieten, hat man sich an der Konzeption des Monsters zu schaffen gemacht und den atomaren Hintergrund des Vorgängers durch einige wirre Pflanzenexperiment des aktuellen Mad Scientist ausgetauscht. Der Dr. Lorca genannte Schurke wird vom Philippiner Ronald Remy recht ordentlich verkörpert und selbiger bringt durch sein Schaffen mehrere Kreaturen von grüner Farbe und hoher Aggressivität hervor. Das zentrale Monster sieht dabei leider etwas billig aus (selbst im Vergleich zum Atomwesen des Vorgängers), sorgt jedoch für eine beachtliche Anzahl blutiger Vorkommnisse. Diverse weniger schlimm entstellte Monstren erweitern die Truppe von Grünlingen, letztlich bleibt der ganz große Knall aber aus. Dass die antagonen Wesen hier nicht ganz so gern gesehen sind, wie im Vorgänger liegt übrigens auch darin begründet, dass die Kamera bei jedem Auftreten der Bestien wie wild hinein- und hinauszoomt und so schon den ein oder anderen Schwindelanfall ausgelöst haben dürfte.

John Ashley darf dann mit neuem Namen seine alte Rolle erneut bekleiden und sich wiederum über die Insel schlagen. An seiner Seite tritt dieses Mal die US-Amerikanerin Angelique Pettyjohn auf, die ein paar Jahre später im pornographischen Bereich ein Zuhause finden sollte und dort unter anderem den Nazi-Harcore-Porno STALAG 69 (1982) drehte, in welchem sie die Rolle von Dyanne Thorne aus ILSA – DIE HÜNDINNEN VOM LIEBESLAGER 7 (1975) um einige eindeutige Darstellungen erweiterte. Hier bleibt sie aber noch recht bedeckt und dient mehr als charmant lächelnde Ergänzung Ashleys. Alicia Alonzo darf als indigenes Mädel Marla vor sich hinwackeln, während Ronaldo Valdez und Tita Muñoz eine stereotype Mutter-Sohn-Story hergeben. Alles nichts Weltbewegendes, aber wer würde das schon erwarten.

Dr. Lorca: He have to stay here for a while. When he comes to, just give him some hot soup … and no green vegetables of course!

Leider fällt der Streifen aber im Vergleich mit dem Vorgänger etwas ab, da es schlicht und einfach an Eigenständigkeit mangelt. Die humorvollen Elemente des Vorgängers wie um sich greifende Pflanzen, Jungfrauen raubende Latexklopse und flotte Mutationen fehlen hier und sorgen dafür, dass die erneut auftauchenden Längen während der Dialoge einem deutlich gewichtiger erscheinen. Einzelne Actionszenen lockern das zwar auf, erreichen aber nicht das Niveau von BRIDES OF BLOOD. Während bei diesem übrigens in den US-amerikanischen Kinos Plastikringe an die Besucherinnen ausgegeben wurden, durften sich die Besucher von MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND eine Portion grüne Pampe genehmigen, die ihnen an der Kinokasse ausgehändigt wurde. Dafür wurde eigens eine Introsequenz gestaltet, die dem Zuschauer den Hintergrund dieses Gimmicks erklärt.
Einige abscheuliche Szenen mit realen Tiertötungen trüben den Eindruck zusätzlich und lassen MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND letztlich als überaus durchschnittlichen zweiten Teil der BLOOD ISLAND-Trilogie respektive des – wenn man geneigt ist, diverse andere philippinisch-amerikanische Produktionen jener Tage hinzuzuzählen – BLOOD ISLAND-Universums erscheinen. Am finanziellen Erfolg in Übersee ändert das aber nichts und so sollte der dritte Teil in Form von DRAKAPA, DAS MONSTER MIT DER KRALLENHAND (1971) nicht lange auf sich warten lassen.

Durchschnittliche Fortsetzung, die die Versatzstücke des Vorgängers ein wenig verrückt, im Kern aber die gleiche Art von Unterhaltung bietet. Fans des ersten Teils können also getrost noch Mal nach Blood Island reisen – allzu viel sollte man dabei allerdings nicht erwarten.

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4 Antworten zu “MAD DOCTOR OF BLOOD ISLAND

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