STAR WARS: EPISODE III – DIE RACHE DER SITH

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith
Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith | USA | 2005
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Klonkriege sind vorbei und Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist auf der Jagd nach General Grievous (Matthew Wood) und Count Dooku (Christopher Lee), um das erstarkende Imperium aufzuhalten. Doch der Kopf der dunklen Mächte sitzt in Person von Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) in Coruscant und ist damit beschäftigt, Anakin Skywalker (Hayden Christensen) zu korrumpieren, der so auch die Bindung zu seiner Frau Padmé Amidala (Natalie Portman) verliert.

Der zweite Teil der STAR WARS-Prequel-Trilogie, STAR WARS: EPISODE II – ANGRIFF DER KLONKRIEGER (2002), führte das mit STAR WARS: EPISODE I – EINE DUNKLE BEDROHUNG (1999) Begonnene konsequent fort; nur dass statt den Albereien Jar Bar Binks‘ nun die Beziehung zwischen Anakin und Padmé im Mittelpunkt des Geschehens stand. Beinharte Anhänger der ursprünglichen Trilogie konnte das freilich nicht begeistern, solide Science-Fiction-Unterhaltung stellte es aber trotzdem allemal dar. Vor Anfang an als weitere Trilogie konzipiert, verwandte George Lucas dann das gesamte Jahr 2003 darauf, ein Drehbuch für den dritten Teil anzufertigen. Das Hauptproblem war dabei sicherlich, dass die nahtlose Verbindung der beiden Trilogien schwieriger werden sollte als zunächst gedacht. Ging Lucas bis dahin davon aus, dass die dritte Episode lediglich aus der Zusammenführung des bereits Geschaffenen bestünde, brauche er fast das ganze Jahr, um all die Details und Handlungsstränge wirklich miteinander in Einklang zu bringen.

Darth Sidious: Ich spüre große Furcht in dir, Skywalker! Du verfügst über Hass, du verfügst über Zorn, doch du benutzt sie nicht.

Und letztlich ist dabei sicherlich der mit Abstand mitreißendste Spannungsbogen der Prequel-Trilogie herausgekommen. Beginnt der Film noch ein wenig überhastet und fahrig (die frühe Begegnung mit dem ungeschickt eingeführten und auch im weiteren Verlaufe des Films stets deplatziert wirkenden Grievous lässt hier schlimmes erahnen), findet er mit zunehmender Spielzeit immer mehr in einen Rhythmus, der zum Finale hin wirklich tolle Stimmung und Spannung erzeugt. In Anbetracht der Tatsache, dass das Finale de facto bereits bekannt ist, eine beachtliche Leistung.

Insbesondere die Enthüllung des Imperiums und das Erstarken des Imperators müssen hier als stärkste Momente des Films genannt werden. Der zunehmende Einfluss von Palpatine auf Anakin ist ebenfalls herauszuheben, vollzieht sich dessen Wandel doch durchaus langsam und nachvollziehbar. Lucas‘ behält es sich vor zu zeigen, dass Anakin sich lang sträubt und er letztlich nur von seiner Liebe zu Padmé übermannt wird. Schwer zu sagen, wieviel mehr an emotionaler Tiefe hier noch möglich gewesen wäre, wenn Hayden Christensen nicht in STAR WARS: EPISODE II – ANGRIFF DER KLONKRIEGER durch diverse unnötig alberne Szenen deutlich an Kredit bei den Fans verloren hätte.

Padmé: So geht die Freiheit zugrunde, mit donnerndem Applaus…

Doch insgesamt muss man Christensen bescheinigen, dass er die Rolle des Anakin diesmal deutlich besser getroffen hat als noch drei Jahre zuvor (was nichts daran ändert, dass er für seine Leistung mit einer Goldenen Himbeere bedacht wurde). Erwachsener und böser, weniger dumme Onliner schmetternd und einfach reifer präsentiert er seinen Anakin und macht so vieles wieder gut. Ewan McGregor ist als Obi-Wan weiterhin eine treffliche Besetzung und Natalie Portman muss nach ihrer zentralen Position im Vorgänger nun ein wenig hinter den beiden zurückstehen. Dafür rückt Ian McDiarmid mit seiner tollen Darbietung als Palpatine/Imperator nun vollends in den Mittelpunkt und zusammen mit Christensen ist er immer wieder für intensive Momente verantwortlich. Frank Oz, Kenny Baker und Anthony Daniels dürfen noch mal ihre altbekannten nicht-menschlichen Rollen bekleiden und Christopher Lee und Samuel L. Jackson verleihen dem Film auch in den Nebenrollen edlen Glanz.

Und das gleiche Attribut muss man auch der Optik des Films zuteilwerden lassen – ungeachtet der omnipräsenten Computertechnologie. Denn Industrial Light & Magic schafft es, dem Film einen imposanten und stimmigen Look zu verpassen. Coruscant sieht großartig aus, der Wandel zum totalitären Imperium vollzieht sich in unzähligen kleinen Details und die Schlachten in Raum und auf dem Boden sehen prächtig aus. Natürlich werden Fans klassischer Effektkunst mal wieder von der schieren Menge an digitaler Tricktechnik vor den Kopf gestoßen, aber immerhin sieht der Film auch heute noch deutlich wertiger aus als der sechs Jahre zuvor entstandene erste Teil der Prequel-Trilogie.

Darth Sidious: Ich habe schon lange auf diesen Augenblick gewartet, mein kleiner grüner Freund.

So ist es Lucas dann also gelungen, seine immer in harscher Kritik stehende Prequel-Trilogie zu einem zufriedenstellenden – in den letzten 30 Minuten sogar durchweg gelungenen – Ende zu führen. Natürlich ist der Vergleich mit den alten drei Filmen unangemessen und undurchführbar, aber STAR WARS: EPISODE III – DIE RACHE DER SITH kommt dank einiger wirklich ikonischer Momente näher an das Feeling der Ur-Trilogie heran als die beiden Vorgänger. Die Fans quittierten das mit einem weltweiten Einspielergebnis von rund 850 Millionen US-Dollar, was den Film bei lediglich 113 Millionen US-Dollar an Budget (er ist somit der günstigste der drei Neuen gewesen) zu einem weiteren finanziellen Erfolg machte. Und auch wenn die neue Trilogie nie auch nur ansatzweise den Stellenwert der Ur-Trilogie erreichen wird, so stellen die drei Prequels doch eine insgesamt stimmige und unterhaltsame Erweiterung des STAR WARS-Universums dar – mit einem dritten Teil als gelungenem Abschluss.

Der Abschluss der Prequel-Trilogie überflügelte seine beiden Vorgänger und wird so zu sehr stimmigem Sci-Fi-Bombast-Kino. Vor allem die letzte dreiviertel Stunde überzeugt aber auch inhaltlich und lässt immer wieder echtes STAR WARS-Feeling aufkommen.

Eine Antwort zu “STAR WARS: EPISODE III – DIE RACHE DER SITH

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