DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS

Das Geheimnis des steinernen Monsters
The Monolith Monsters | USA | 1957
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Ein mysteriöser Stein taucht in der Nähe der US-amerikanischen Kleinstadt San Angelo auf und kurze Zeit später kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Der Geologe Dave Miller (Grant Williams) untersucht den Fall zusammen mit Professor Arthur Flanders (Trevor Bardette und schnell zeigt sich, dass das Gestein außerirdischen Ursprungs ist und die Kleinstadt zu zerstören droht.

Mit den Klassikern DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS (1954), TARANTULA (1955) und DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C (1957) hatte Regisseur Jack Arnold die 50er Jahre zu einem erfolgreichen Jahrzehnt für die Universal Pictures gemacht. Daran interessiert, derlei einträgliche Produktionen fortzuführen, beauftragte Produzent Howard Christie Arnold und die Drehbuchautoren Norman Jolley und Robert M. Fresco, der bereits an TARANTULA mitgearbeitete hatte, damit, einen weiteren Sci-Fi-Reißer zu ersinnen. Natürlich war der Starregisseur zunächst auch für den Stuhl der Stühle vorgesehen, doch da man ihn dann lieber an das Set des Romantik-Dramas IMMER ÄRGER MIT DEN FRAUEN (1958) beorderte, fand sich plötzlich sein Regieassistent John Sherwood an dessen Stelle wieder. Der hatte bis dahin lediglich den Western DIE MEUTE LAUERT ÜBERALL (1956) sowie die zweite Fortsetzung von Arnolds DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS, DAS UNGEHEUER IST UNTER UNS (1956), inszeniert.

Cathy: Ich möchte, dass ihr euch beim Spielen ein bisschen vorseht, ich mag keine schmutzigen Kinder!

Trotzdem beweist Sherwood, dass er während seiner bereits zwei Jahrzehnte als Assistent und 2nd-Unit-Regisseur einiges gelernt hat, inszeniert er den Streifen doch äußerst flott und unkompliziert. Dabei spielt ihm freilich das Skript in die Hände, welches gar keine großen Hampeleien zulässt. Simpel und stringent ist hier das Motto gewesen und genau so fällt der Film dann auch aus. Es ist bezeichnend, dass dabei selbst gröbste inhaltliche Fehler einfach durchrutschen; warum beispielweise nur ausgewählte Personen bei Kontakt mit dem unirdischen Gestein zu ebenjenem werden, wird nie geklärt. Dass der finale Jubel sich letztlich nur über einen kurzen Aufschub freut, verwundert ebenfalls außerordentlich, ist jedoch in Anbetracht der augenscheinlich unkomplizierten Unterhaltung, die der Streifen bieten will (und bietet), ebenfalls zu vernachlässigen.

Das schauspielende Personal ist mit Grant Williams recht prominent besetzt, war dieser doch kurz zuvor in Arnold DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C zu sehen. Hier fällt seine Darbietung als Geologe Dave Miller zwar etwas mäßiger aus, allerdings bleibt er ein engagierter Hauptcharakter, der den Zuschauer über weite Strecken ordentlich mitzunehmen versteht. An seiner Seite gibt es mit Lola Albright als Cathy Berrett eine erfahrene Aktrice zu sehen, die allerdings ganz dem Frauentypus ihrer Zeit entspricht und kaum etwas Eigenständiges beizusteuern hat. Les Tremayne, 1953 in Byron Haskins KAMPF DER WELTEN persönlich und 1956 in Fred. M. Wilcox‘ ALARM IM WELTALL zumindest als Erzählerstimme vertreten, gibt den verwirrten Lokalreporter Martin Cochrane und der US-Western-Haudegen Trevor Bardette darf auf seine alten Tage den Wissenschafts-Papa Prof. Arthur Flanders mimen.

Chief: Ist doch nicht zu fassen, auch die Kinder wollen heute bloß für Geld arbeiten!

Unter Supervison von Universal‑Effektspezialist Clifford Stine entstanden dann einige durchaus gelungene Spezialeffekte, die den reichlich ungewöhnlich Antagonisten schick in Szene setzen. Wenn man sich erstmal an dessen fehlende Lebendigkeit gewöhnt hat, dann vermag einen sein Fallen und Stützen auch durchaus zu unterhalten. Spannung erzeugt es auch im Rahmen des Möglichen und so ist die schwarze Masse tatsächlich ein erfrischender Kontrast zu all den Riesentieren, die in jenen Jahren die Kinoleinwände bevölkern durften.
Und tatsächlich ist es genau diese Eigenständigkeit, die DAS GEHEIMNIS DES STEINERNEN MONSTERS zu einem schmissigen B-Filmchen macht. Hier kämpft ein Geologe gegen ein außerirdisches Gestein. Ein Geologe. Gegen außerirdisches Gestein. Zwar driftet das manchmal in gar allzu unübersichtliche Fachterminologie-Schlachten ab, doch auch diese durchsteht der Film mit einem Augenzwinkern und letztlich unterhält er so durchaus trefflich.

Eine erfrischende Variation des klassischen 50er Sci-Fi-Horrors rückt hier Geologen und deren Forschungsgegenstand in den Mittelpunkt und kann so nach einer kurzen Eingewöhnungsphase erstaunlich gut unterhalten.

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