DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN

Die Schlacht um den Planet der Affen
Battle for the Planet of the Apes | USA | 1973
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Caesar (Roddy McDowall) ist nach der Zerstörung der menschlichen Städte gerade damit beschäftigt, eine friedliche und gerechte Affengesellschaft zu errichten. Doch das Auftauchen von überlebenden Menschen aus den Ruinen der ehemaligen Zivilisation und das Erstarken der aggressiven Gorillas unter der Führung von General Aldo (Claude Akins) bedrohen den Frieden der neuen Gesellschaft.

Obwohl EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN (1972) in Sachen Produktionen und Auswertung für alle Beteiligten alles andere als ein Spaß war, war der Streifen doch aufgrund der immer noch florierenden Affen-Begeisterung unter den Kinogängern dazu in der Lage, sein recht geringes Budget wieder einzuspielen und somit einen weiteren Teil der PLANET DER AFFEN-Reihe zu rechtfertigen. Da jedoch der Produzent Arthur P. Jacobs so langsam das Interesse an der Reihe verlor und sich stattdessen lieber anderen Projekten zuwenden wollte, war von vorneherein klar, dass es sich gleichzeitig um den letzten Ableger handeln würde.
Mit Paul Dehn konnte dann wiederum jener Autor verpflichtet werden, der die Reihe seit dem zweiten Teil prägte. Ähnlich wie im Vorgänger schrieb Dehn dann ein Skript, das – geprägt durch die zahllosen Krisen der Welt – sehr düster und pessimistisch ausfiel. Deutlicher noch als im Vorgänger zeichnete Dehn ein Bild von Zwietracht und Verderben, Hoffnung und Frieden fand sich weit und breit keiner. Das war den Herren der 20th Century Fox allerdings zu pessimistisch, sodass man Dehn nach einiger Zeit von dem Projekt abzog. Nachdem EROBERUNG VOM PLANET DER AFFEN ja bekanntlich im Nachgang bearbeitet werden musste, um ein zumindest einigermaßen friedfertiges Ende zu konstruieren, wollte man bei dieser Produktion von Anfang an eine positive Geschichte anstreben.

Kolp: Da haben wir sie also, die Affenstadt. Wenn wir sie wieder verlassen, wünsche ich keinen Baum mehr zu sehen, keine zwei Latten mehr zusammengenagelt und vor allem nichts mehr was lebt! Ich will, dass sie so aussieht wie … wie die Stadt aus der wir kommen!

Also engagierte man John William und Joyce Hooper Corrington. Das Ehepaar hatte ein paar Jahre zuvor das Skript zu Sagals DER OMEGA-MANN (1971) geschrieben und sollte nun Dehns Idee überarbeiten. Es wurden also nur rudimentäre Elemente übernommen und drum herum eine neue, hoffnungsvollere Geschichte geschrieben. Diese versucht sich auch wieder an den serientypisch gesellschaftskritischen Einsprengseln, kann allerdings zu keinem Zeitpunkt die Wirkung der Vorgänger erzielen.

Ein Hauptgrund dafür ist leider das mit gerade einmal 1,8 Millionen US-Dollar äußerst geringe Budget der Produktion, welches dafür sorgt, dass die entscheidende Schlacht zwischen Mensch und Affe viel zu spärlich ausfällt. Die Affenstadt besteht nur aus ein paar Baumhäusern, der Angriff der Menschen wird mittels zweier Jeep und 20 Soldaten geführt. Und auch wenn der erneut engagierte J. Lee Thompson sich sichtlich Mühe gibt, die bescheidenen Mittel bestmöglich zu kaschieren, so vermag die dürftige Optik die dramaturgische Tragweite doch zu keiner Zeit zu transportieren.

MacDonald: Ich darf jetzt wohl gehen, ich komme um vor Hunger; könnte einen Ochsen verschlingen …
Lisa: Einen Ochsen?!
Caesar: Weißt du nicht mehr, Lisa? Menschen haben die merkwürdigsten Dinge gegessen: Rinder, Schweine, Hühner …

Aber auch inhaltlich gönnt sich der Film einige Ungereimtheiten. Während die parallele Aggression beider Seiten noch recht gut funktioniert, ist der Versuch der religiösen Aufladung eher misslungen. Kain und Abel müssen wieder einmal herhalten und auch das fünfte respektive sechste Gebot findet hier seine Affen-Entsprechung. Leider fehlt es allzu oft an schlüssigen Motivationen und die inhaltliche Beschränkung auf den nordamerikanischen Kontinent tut ihr Übriges dazu, dass der Film über weite Strecken völlig beliebig und unlogisch wirkt.
Einzig die offene Struktur gen Ende kann unterhalten, bietet sie doch genug Spielraum zur Interpretation. Hier ist es den Corringtons hoch anzurechnen, dass die nicht versuchen, die Geschichte mit dem Holzhammer passgenau zu machen, sondern ganz bewusst ein offenes – eventuell von den Geschehnissen der Vorgänger abweichendes – Ende wählen. Dieser Mut hätte, schon früher angewandt, dem gesamten Film sehr gut getan.

Natürlich steckt Roddy McDowall dann wieder hinter der Maske des Caesar – und stellenweise wohl auch hinter dessen Sohn Cornelius – und kann so wieder mit seinem trotz der Maske recht eigenständigen Spiel unterhalten. Claude Akins ist als General Aldo ein ebenfalls gelungener, wenn auch sehr einseitiger Widersacher, der jedoch ein weiteres Manko des Films offenbart: Die Masken, obwohl wieder von den Serien-erfahrenen Jack Barron und John Chambers angefertigt, leiden unter den begrenzen Mitteln teils stark. Während Caesar, Lisa und Aldo dabei noch erträglich wegkommen, wirken manch andere Affen fast wie Karnevalskostüme: Starre Masken, kaum sonstiges Make-up, ständige Wiederholungen.

Caesar: Die Sonne geht gleich auf und ich hätte diese Sache gerne erledigt, bevor sie untergeht.

Immerhin gibt es mit Lew Ayres als Mandemus und Paul Williams als Virgil zwei weitere tolle Affenfiguren, die ein wenig den Charme der philosophischen Affengesellschaften früherer Teile wiedererwecken können. Die Menschen fallen mit Austin Stoker, der drei Jahre später in Carpenters ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT (1976) die Hauptrolle geben sollte, als MacDonald und Severn Darden, der wiederum den Kolp gibt, recht blass aus. Vor allem letzterer verkommt aufgrund seiner geringen Screentime zum vollkommen belanglosen Mittel zum Zweck.
Ansonsten stehen noch ein paar gelungene Anspielungen und die wiederum stimmige – wenn auch mittlerweile altbekannte – atonale Musikuntermalung (diesmal von Serienneuling Leonard Rosenman beigesteuert) auf der Habenseite, allerdings soll das auch nichts daran ändern, dass das Finale der PLANET DER AFFEN-Pentalogie allzu blass und austauschbar ausfällt. Schuld daran sind vornehmlich die (zu) geringen finanziellen Mittel und der unbedingte Wille der Geldgeber, einen hoffnungsvollen, familienfreundlichen Abschluss hinzulegen. Hier erscheint es vor allem schade, dass man Dehns düsterer Vision keine Chance gegeben hat, die das Serienfinale eventuell beeindruckender gestaltet hätte; so bleibt letztlich ein Film, der die Reihe vollkommen belanglos abschließt.

Der letzte Teil der Pentalogie scheitert an seinen zu geringen Mitteln und dem erzwungenermaßen familienfreundlichen, und damit völlig belanglosen, Finale. Das ist schade, denn das Ende des Vorgängers und Paul Dehns frühe Drehbuchentwürfe hätten sicherlich die Möglichkeit für ein beeindruckenderes Finish geboten.

3 Antworten zu “DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN

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