BLACK EMANUELLE – 2. TEIL

Black Emanuelle – 2. Teil
Emanuelle nera: Orient reportage | Italien | 1976
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Die Reporterin Emanuelle (Laura Gemser) reist nach Bangkok, um dort eine Fotoreportage über das Königshaus anzufertigen. Doch schon auf dem Schiff dorthin trifft sie auf den attraktiven Archäologen Roberto (Gabriele Tinti), der die Sinnlichkeit der Journalistin weckt und die Reise wieder einmal zu einem erotischen Abenteuer werden lässt …

Gerade mal ein halbes Jahr sollte nach dem immensen internationalen Erfolg von Bitto Albertinis BLACK EMANUELLE (1975) ins Land ziehen, bis der Italiener Joe D’Amato eine Fortsetzung ablieferte, die seinen Werdegang maßgeblich beeinflussen sollte. Bis dato hatte sich der filmschaffende Allrounder im Punkto Regie lediglich durch ein paar Italowestern und ansonsten durch zahlreiche Arbeiten als Kameramann und Regieassistent hervorgetan, doch nun sollte er in jenes Genre vorstoßen, das seine Karriere nachhaltig prägen sollte.
Dafür versammelte D’Amato eine durchaus sehenswerte Autorschaft, die ihm ein Skript für den zweiten Ausflug der schwarzen Emanuelle liefern sollte. Neben Ottavio Alessi waren das vor allem Maria Pia Fusco – die im gleichen Jahr Berühmtheit durch ihr Mitwirken am Skript zu Tinto Brass‘ SALON KITTY erlangen sollte – und Piero Vivarelli, der wohl einige wenige Worte zum Drehbuch von Corbuccis DJANGO (1966) beigesteuert hatte. Dieses Dreigestirn ist dann mit den Ansprüchen eines BLACK EMANUELLE-Buchs natürlich gänzlich unterfordert und so verwundert es schließlich kaum, dass die Handlung wieder nur rudimentärste Formen aufweist.

Debra: I wish I’d known you earlier, I have so much to learn.
Emanuelle: Just relax, I’ll show you …

Einige Anflüge von Kritik an den gesellschaftlichem Umgang mit Sexualität sind dann das höchste der Gefühle, in einem derart sexistischen Film wie diesem wirken diese Versuche allerdings wie blanker Hohn. Stattdessen gibt es eine Vergewaltigung zu sehen, die das Opfer Emanuelle allerdings kaum zu schocken vermag. Stattdessen stellt sie sich den Dingen und wenn sie es schon nicht genießt, so hat sie es doch nach wenigen Minuten wieder vergessen. D’Amato-Chauvinismus in Reinkultur.

An sich versucht der Film sich mittels etwas Gewalt vom Vorgänger abzuheben. Das funktioniert leider nur mäßig, ist die meist psychische Gewaltanwendung doch aufgrund der erwähnten Ausrichtung kaum in der Lage, den Zuschauer zu packen. Physische Gewalt müssen leider nur ein paar Tiere erleiden, da D’Amato der Meinung ist, dass der Todeskampf einiger armer Geschöpfe zur Unterhaltung gereichen kann. Tiersnuff-Alarm!
Laura Gemser kann in ihrer Rolle als ebenso selbstbewusste wie lüsterne Reporterin durchaus überzeugen, auch wenn ihr schauspielerisch naturgemäß kaum etwas abverlangt wird. Trotzdem macht es eine Zeitlang Spaß, der Dame bei ihren Umtrieben zuzusehen. Ihr Mann Gabriele Tinti und Kannibalen-Fachmann Ivan Rassimov geben dann gleichfalls unsympathische Herren, die letztlich dafür sorgen, dass Emanuelle sich dieses Mal intensiven um ihre weiblichen Kontakte – unter anderem Debra Berger – kümmern kann.

Roberto: Emanuelle, I’m glad to see that you still have so much to learn about oriental men.

Die Szenen, die das visualisieren, fallen dann wiederum erdrückend zahlreich aus. Sind die ersten Zusammentreffen noch leidlich unterhaltsam, ermüdete das ewige Rauf und Runter nach einiger Zeit und eine sich mit der Zeit einstellende Abwechslungslosigkeit trägt ebenfalls dazu bei, dass man nach der Hälfte der Spielzeit alles gesehen hat. Schade auch, dass die beste der wiederum vorhandenen Bildmontagen bereits gleich zu Beginn präsentiert wird. Der Beischlaf an Bord eines Dampfschiffes wird mit Hilfe der Kolben eines riesigen dampfen Schiffmotors versinnbildlicht. Hardcore-Inserts gibt es im Unterschied zu Albertinis Streifen diesmal nicht, eine Version, die Gerüchten zufolge solche enthält, ist wohl verschollen.
Immerhin steuert Nico Fidenco einen sehr gelungenen Score bei – der jedoch ebenfalls irgendwann Abnutzungserscheinungen zeigt – und die Kameraarbeit des Joe D’Amato ist ja ohnehin ein Element, welches so manchen seiner Filme vor dem Totalausfall gerettet hat. Dass der zweite Teil der Reihe letztendlich trotzdem etwas für Liebhaber bleibt, muss eigentlich nicht erwähnt werden; aber es sei doch besser nochmal betont.

D’Amatos Einstieg in die Reihe bringt kaum Innovation, sondern viel mehr Altbekanntes. Etwas mehr Gewalt und Sleaze können kaum bleibenden Eindruck hinterlassen, Freunde des Vorgängers allerdings auch nicht verschrecken.

3 Antworten zu “BLACK EMANUELLE – 2. TEIL

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