JÄGER DER VERSCHOLLENEN GALAXIE

Jäger der verschollenen Galaxie
Slave Girls from Beyond Infinity | USA | 1987
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Daria (Elizabeth Kaitan) und Tisa (Cindy Beal) müssen nach einer spektakulären Flucht auf einem unbekannten Planeten notlanden. Dort treffen sie auf den charmanten Zed (Don Scribner), der sie zunächst bei sich aufnimmt. Doch schon bald müssen die beiden leichtbekleideten Schönheiten feststellen, dass ihr Gastgeber mitnichten nur hehre Ziele verfolgt.

Die 1924 veröffentlichte Kurzgeschichte Das grausamste Spiel des US-amerikanischen Journalisten Richard Connell gehört sicherlich zu den meist-neuinterpretierten Werken der jüngeren Vergangenheit. Neben einigen frühen Verfilmungen, sind es vor allem die action-orientierteren Adaptionen wie RUNNING MAN (über den Umweg Stephen King) und der Jean-Claude Van Damme-Klopper HARTE ZIELE (1993), die die Geschichte um die herzlose Jagd von Menschen für sich wiederverwerten.
Und 1987 sollte auch der US-Amerikaner Ken Dixon seine Variante in die Tat umsetzen. Dixon hatte sich zuvor mit diversen Dokumentationen – darunter THE BEST OF SEX AND VIOLENCE (1981), FILMGORE (1983) oder ZOMBIETHON (1986) – über Wasser gehalten, seine einzige Spielfilmregie rührt von DIE SEX-ABENTEUER DES ROBINSON CRUSOE (1975) her. Das ein Herr mit diesen Referenzen dann auch noch alleiniger Drehbuchschreiberling sein soll, lässt schnell erahnen, wohin dieses Vehikel seinen Betrachter schippern möchte.

Daria: Wir müssen aussteigen!
Tisa: Aber das ist Wahnsinn!
Daria: Besser als nichts tun …

Und tatsächlich tapsen schon in den ersten Minuten ausschließlich halbnackte Damen durch die Gegend (und daran soll sich in den folgenden rund 70 Minuten auch nichts mehr ändern) und eine Geschichte nimmt ihren Lauf, die an Willkür und Zusammenhangslosigkeit kaum zu überbieten ist. Ein Planet, ein Jäger, Roboter, Mutanten, Laserknarren; im Minutentakt prasselt all dies auf den Zuschauer ein, ein vernünftiges Zuordnen der Geschehnisse ist kaum noch möglich.

Dabei versucht der Film, seine Sci-Fi-Versatzstücke mittels nackter Tatsachen zusammenzuhalten, was allerdings nur sehr dürftig funktionieren möchte. Zu bieder wirken die fellbewährten Damen im Jahre 1987, zu langweilig die naiven Pläne des Halunken. 30 Jahre zuvor wäre das Dargebotene eventuell dazu in der Lage gewesen, seinen Rezipienten in Wallung zu versetzen, doch Ende der 80er Jahre locken derartige Bummeleien niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.
Elizabeth Kaitan – die neben ein paar Kleinstrollen in Großproduktionen in Filmen wie LEKTIONEN DER LUST (1996), PETTICOAT PLANET (1996) oder STRAPS-AKADEMIE III (1996) die Hauptrolle gab – darf dann die zentrale Figur mimen. Diese besteht jedoch, wie auch ihre ständige Begleiterin Cindy Beal, fast nur aus ihrem Körperbau; der dann auch ständig mittels knapper respektive keiner Bekleidung dargeboten wird. B-Movie-Mime Don Scribner steht den beiden als unfassbar langweiliger Bösewicht-Stereotyp gegenüber und Trash-Fachfrau Brinke Stevens sowie die Effekte-Fachmann Carl Horner runden den hampeligen Cast ab.

Android: Ich dachte, du bist für das Haus zuständig?
Roboter: Gib nicht so an, du kannst gar nicht denken!

An den Effekten dieses Films war Horner übrigens nicht beteiligt, dafür aber die Effekte-Ikone John Carl Buechler. Der wird sich diese Arbeit aber kaum in seinen Briefkopf setzen, denn das Gebotene bedient maximal die Ansprüche von Trash-Zugeneigten. Ein paar höchst klapprige Kulissen, etwas Studio-Dschungel und ein (!) Matte Painting sind quasi alles, was es zu sehen gibt.
Immerhin hat die für die deutsche VHS-Veröffentlichung erstellte Synchronisation einige gelungene Sprüche zu bieten, die den Komödien-Charakter des Films noch einmal unterstreichen. Das reicht dann zumindest, um erfahrene Trash-Kosmonauten für eine Weile zu unterhalten; mehr aber auch wirklich nicht.

Vor allem dank seiner nur gut 70 Minuten Laufzeit, vermag der Film derartigen Stoffen Zugeneigten durchaus Unterhaltung zu verschaffen. Wer allerdings keinen Bock auf Laserpistolen, Mutanten und halbnackte Mädels hat, der sollte einen großen Bogen um dieses Vehikel machen.

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