DIE RACHE DES DR. FU MAN CHU

Die Rache des Dr. Fu Man Chu
The Vengeance of Fu Manchu | Deutschland/Großbritannien/Hongkong/Irland | 1967
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Dr. Fu Man Chu (Christopher Lee) lebt und sein neuester Plan ist teuflischer als alle zuvor. Er hat einen seiner willenlosen Sklaven mit dem Gesichts seines Erzfeindes Nayland Smith (Douglas Wilmer) ausgestattet und in London einen Mord begehen lassen. Als wird der berühmte Inspektor zum Tode verurteilt und die Ergreifung Fu Man Chus steht nicht nur im Interesse der Sicherheit der Welt, sondern auch seines eigenen Lebens.

Und weiter geht’s. Nachdem ICH, DR. FU MAN CHU (1965) und DIE 13 SKLAVINNEN DES DR. FU MAN CHU (1966) veritable Erfolge darstellten, sollte auch 1967 nicht ohne ein neues Leinwandabenteuer rund um den chinesischen Meister-Verbrecher auskommen. Dass es dabei in Sachen Inhalt kaum Weiterentwicklung zu verzeichnen geben sollte – wohl aber bezüglich des Stabes und der Besetzung – sollte für die ohnehin sehr gleichförmige Reihe kaum zur Bedrohung werden.
Auf dem Regiestuhl sollte anstelle von Don Sharp, der die beiden ersten von Harry Alan Towers produzierten DR. FU MAN CHU-Filme der 60er Jahre inszeniert hatte, nun Jeremy Summers Platz nehmen, der im selben Jahr auch DIE PAGODE ZUM FÜNFTEN SCHRECKEN und DAS HAUS DER TAUSEND FREUDEN für Towers drehen sollte. Das Drehbuch schrieb der Produzent allerdings wieder eigenhändig; und ließ dabei so langsam einen eklatanten Mangel an neues Ideen erkennen.

Ronny: Vorsicht, du Gartenzwerg, in den Tasche sind meine besten Zigarren! Wenn die jetzt hin sind, mach ich dich zu Hackfleisch!

So fällt die Geschichte nicht nur vollkommen erwartbar aus (ein Übel, das der Serie ohnehin stets anheftet), sondern bedient sich auch bereits bekannter Elemente aus DIE 13 SKLAVINNEN DES DR. FU MAN CHU. So scheint die Erpressung mittels Bedrohung der Töchter bekannter Wissenschaftler Fu Man Chus liebste Technik zu sein, die er schamlos wiederholt. Die Idee, seinen Erzfeind zu diskreditieren erweist sich ebenfalls schnell als Humbug, vor allem, wenn die Gerichtsverhandlung in London ansteht. Das die Rollen Ronny und Ingrid mehr schlecht als recht mit der übrigen Handlung zusammenhängen, wird da schon fast zur Nebensächlichkeit.

Dass der Streifen aber trotzdem ordentlich unterhält, ist dem Grundkonzept der Serie geschuldet. Die kurze Spielzeit, die diesmal mehr denn je mit unterschiedlichen Settings angefüllt ist und die auch unter Summers kurzweilige Inszenierung – die nie um eine ordentliche Logiklücke verlegen ist – machen auch aus diesem Teil der Serie feinste Trivialunterhaltung. Vor allem die exotisch anmutenden Hongkong-Episoden heben den Teil dabei von seinen Vorgängern ab und verpassen ihm den Charme der ohnehin jederzeit grassierenden Welle eskapistischer Fernost-Produktionen.

Ronny: Dann geht’s los.
Ingrid: Wohin?
Ronny: Die Weltherrschaft aufbauen, die Weltherrschaft des Verbrechens; und Fu Man Chu ist unser Oberboss!

Douglas Wilmer gibt dann zusammen mit Howard Marion Crawford wieder die gewohnte Combo Smith/Petrie und Horst Frank darf sich auch in dieser Reihe als inhaltlich zwar wie erwähnt relativ belangloser, aber schauspielerisch durchweg gelungener Fiesling präsentieren. Christopher Lee und Tsai Chin – die in der Zwischenzeit per MAN LEBT NUR ZWEIMAL (1967) zum Bondgirl geworden ist – spielen ihre Rollen ebenfalls mittlerweile routiniert runter werden für den Serienfreund langsam zu alten Bekannten.
Des Weiteren gibt es Maria Rohm zu sehen, die Towers drei Jahre zuvor geheiratet hatte und die bereits in dessen Produktionen BLONDE FRACHT FÜR SANSIBAR (1965), IN BEIRUT SIND DIE NÄCHTE LANG (1965) oder SUMURU – DIE TOCHTER DES SATANS (1966) zu sehen war. Ihr Debut innerhalb der DR. FU MAN CHU-Reihe fällt dann ordentlich aus, auch wenn sie an Franks Seite viel zu oft nur als Blickfang eingesetzt wird.
Es bleibt also alles beim Alten innerhalb der Reihe, was den Zuschauer je nach Geschmack erfreuen oder langweilen dürfte. Wer die locker-belanglose Unterhaltung der Serie schätzt, der wird auch mit diesem Teil sein Spaß haben, wer schon mit der beiden Vorgängern nichts anfangen konnte, der sollte hingegen einen Bogen um dieser Streifen machen.

Inhaltliche Überraschungen bietet der Streifen tatsächlich keine, dafür gibt es mehr vom Bekannten und ein schönes Hongkong-Setting; Fu Man Chu-Jünger können also beherzt zugreifen.

2 Antworten zu “DIE RACHE DES DR. FU MAN CHU

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