BASKET CASE 2

Basket Case 2
Basket Case 2 | USA | 1990
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Nach ihrem Sturz aus dem Hotelfenster werden Duane (Kevin Van Hentenryck) und sein Bruder Belial ins Hospital gebracht, doch nach wenigen Stunden flüchten sie mit Hilfe von Granny Ruth (Annie Ross) aus ebendiesem und verstecken sich auf deren Anwesen, denn Ruth gibt dort allerlei missgestalteten Wesen eine Heimat. Doch als eine Reporterin (Judy Grafe) Duane wiedererkennt, ist dieser Hort der Ruhe bedroht.

Eigentlich hatte Frank Henenlotter nie eine Fortsetzung für seinen Überraschungshit und Kultfilm BASKET CASE – DER UNHEIMLICHE ZWILLING (1982) vorgesehen, doch als er sich Ende der 80er Jahre ernsthaft um Gelder für neue Projekte bemühen musste, kam das Thema schnell wieder auf den Tisch. Denn neben Edgar Ievins, der neben dem erwähnten Streifen auch Henenlotters ELMER (1988) produziert hatte, sollte nun auch James Glickenhaus unter dessen Geldgeber treten. Und dieser sagte Henenlotter 2,5 Millionen US-Dollar für dessen Projekt FRANKENHOOKER (1990) zu, erwartete dafür aber als Gegenleistung zwei weitere Teile der BASKET CASE-Reihe. Und da auch für den zweiten Teil der Zwillings-Groteske 2,5 Millionen an Budget zur Verfügung stehen sollten, sagte Henenlotter entgegen seiner vorherigen Planungen bereitwillig zu.
Die Geschichte führt die Ereignisse des Vorgängers dann nahtlos – und unter der Verwendung von etwas altem Bildmaterial – fort und sorgt so sogleich für ordentliche Verwirrung. Denn Hauptdarsteller Kevin Van Hentenryck hat die Zahl seiner Lenze von 29 auf 37 erhöht und ist deshalb erst auf den zweiten Blick als gleiche Rolle zu erkennen; und die dem neuen Jahrzehnt angepasste Haarpracht tut da ihr übriges.

Ruth: Ich verstehe deine Traurigkeit und ich verstehe deinen Schmerz, aber anderen Menschen das Gesicht wegzureißen ist weder gut für deinen Ruf, noch ist es eine Lösung.

Ansonsten baut das Skript die Geschichte aber sinnvoll aus und hält sich dabei an das bewährte Prinzip der Steigerung. Denn nun tischt Henenlotter gleich eine ganze Gruppe missgestalteter Wesen auf; und verhehlt seine Inspiration durch Tod Brownings FREAKS (1932) in der Folge fast gar nicht. Denn während in Teil Eins noch Belials unerfüllter Wunsch nach Teilhabe am gewöhnlichen Leben im Mittelpunkt stand, so wird die Perspektive nun verkehrt und die gewöhnlichen Menschen werden innerhalb der Zufluchtsstätte zu den Ausnahmen. Das funktioniert über weite Strecken gut, bevor den Betrachter dann ein gänzlich überdrehtes Henenlotter-Finale, inklusive Beischlaf und Schwangerschaften – erwartet.

Zuvor zieht der Streifen seinen Unterhaltungswert vornehmlich aus den zahllosen tollen Puppen und Masken, die Effektspezialist Gabriel Bartalos aus der Tasche zaubert. Dieser hat auch Belial einer Frischzellenkur unterzogen und dem Kleinen einige neue Tricks und Modelle verliehen. Die Bandbreite der übrigen Wesen reicht von einfachen, aber gelungenen Maskenarbeiten, bis hin zu aufwendigen Animatronic-Helmen. In Verbindung mit einigen netten Splatter-Effekten braucht sich der Streifen so sicherlich nicht vor Clive Barkers fast zeitgleich erschienenem Konkurrenzfilm CABAL – DIE BRUT DER NACHT (1990) zu verstecken.

Duane: Er hat sich irrsinnig gefreut auf ein Interview mit Ihnen. Er dachte, Sie könnten ihm einige Fragen stellen und ihn besser kennenlernen. Dann verpasst er Ihnen ein neues Gesicht, ist sein Hobby …

Van Hentenryck mimt dann wieder gewohnt übertrieben und kann so vor allem im Finale richtig punkten. Annie Ross – bekannt aus SUPERMAN III – DER STÄHLERNE BLITZ (1983) – gibt daneben eine gelungene Pflegemutter der Missgestalteten, während Judy Grafe als spitzfindige Reporterin auch leidlich spielt. Ein großer Gewinn für den Cast ist auch Ted Sorel, der sich als Mad Scientist in FROM BEYOND – ALIENS DES GRAUENS (1986) einen Namen machte und der hier einen gelungenen Hard-Boiled-Detektiv gibt.
Die 2,5 Millionen an Budget merkt man dem Film übrigens nur in Sachen Spezialeffekte an, denn der übrige Look versprüht leider etwas zu viel TV-Charme; das Ding wurde nämlich nicht für die Leinwand, sondern für die Flimmerkiste gedreht. Zusammen mit der Verlagerung der Geschehnisse aus den dunklen Gassen New Yorks auf ein ruhiges Vorstadtanwesen verliert der Film so das raue Ambiente des Vorgängers. Wer also gerade dessen rüden und schmutzigen Charme schätzte, der wird vom Nachfolger enttäuscht sein. Wer jedoch lockere Monster-Unterhaltung mit einer durchaus sinnvoll eingearbeiteten Aussage sucht, darf sich diesen kleinen Happen durchaus genehmigen.

Inhaltich und bezüglich der Trickeffekte gelungene Fortsetzung, der leider der raue Charme des Vorgängers gänzlich abgeht. Unterhalten kann das Ding aber trotzdem.

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3 Antworten zu “BASKET CASE 2

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