CAMEL SPIDERS – ANGRIFF DER MONSTERSPINNEN

Camel Spiders – Angriff der Monsterspinnen
Camel Spiders | USA | 2011
IMDb, OFDb, Schnittberichte

Irgendwo im Mittleren Osten kämpft eine Truppe von GIs gegen Einheimische. Während letztere von riesigen Spinnen dahingerafft werden, bemerken erstere nicht, dass einige Exemplare der Achtbeiner es sich im Korpus eines Gefallenen gemütlich gemacht haben. Zurück in den USA verlassen die Spinnen den Leichnam und vermehren sich ungehemmt.

Seit Beginn dieses Jahrtausends hat der B-Filmer Roger Corman das Genre des abgedrehten Tierhorror für sich erkannt. Denn Filme wie DINOCROC (2004), DINOSHARK (2010) oder Mixturen à la DINOCROC VS. SUPERGATOR (2010) sind schnell produziert und versprechen ob ihrer skurrilen Thematiken das Interesse von sogenannten Trashfilm-Fans zu wecken. 2011 hatte sich das Thema Dinosaurier dann wohl ein wenig überlaufen, sodass neue Kreaturen hermussten. Die Wahl fiel auf die im Deutschen Walzenspinnen genannten Achtbeiner, die immerhin ein wenig Abwechslung auf den übersättigten Tier-Trash-Markt zu bringen versprachen.
Als Regisseur wurde Jim Wynorski verpflichtet, dessen gesamte bisherige Karriere sich im Dunstkreis von Corman abspielte. Bereits das Wynorski-Frühwerk SHOPPING (1986) fand unter Cormans Fuchtel – bzw. und der seiner Frau Jodie – statt und auch nachfolgende Werke wie MYSTOR – DER TODESJÄGER II (1987) oder DER VAMPIR AUS DEM ALL (1988) sollten vom Meister persönlich produziert werden. Einzig an den diversen Ausflügen Wynorskis in den erotischen Fachbereich war Corman nicht beteiligt, dafür fanden die beiden aber für den erwähnten DINOCROC VS. SUPERGATOR wieder zusammen.
Das Drehbuch schrieb Wynorski zusammen mit J. Brad Wilke, der für die Corman/Wynorski-Mafia auch schon das Drehbuch zu PIRANHACONDA (2012) zusammengeschustert hatte. Und auch hier wurschteln die beiden ein Skript zurecht, welches jeden Sinn und Anspruch vermissen lässt. Immerhin gibt es so auch nicht allzu viel Ballast, sodass die ebenso unwichtige wie uninteressante Geschichte wenigstens zügig voranschreitet. Einzig der Versuch, in einer fünfzehnminütigen Sequenz gefühlsmäßige Verbindungen zwischen den Charakteren zu schaffen, indem diese gänzlich sinnbefreite Gespräche miteinander führen, bremst den Film merklich aus. Davon abgesehen kann man dem Film aber nicht vorwerfen, dass er sein Tempo verschleppen würde.

Captain Sturges: Ich hasse Spinnen … die beißen!
Sergeant Underwood: Das tue ich auch!

Denn zum absolut überwiegenden Teil besteht der Streifen aus Actionsequenzen, die die namensgebenden Krabbler zum Mittelpunkt haben. Diese sind selbstverständlich ein Produkt des Computers und sehen dementsprechend gänzlich albern aus. Hier wurde sich zu keiner Zeit Mühe gegeben, der vollkommen artifizielle Look ist so gewollt. Leider kommen auch das Blut und die vereinzelten Wunden aus der CGI-Konserve, sodass der Film für Freunde echten Handwerks ein echtes Desaster darstellt. Aber auch CGI-gewohnte Zeitgenossen dürften von dem Gebotenen nur unzureichend unterhalten werden.
Die Hauptrollen geben Brian Krause, bekannt aus der King-Verfilmung SCHLAFWANDLER (1992), und Melissa Brasselle, die unter anderem im – natürlich ebenfalls von Wynorski stammenden – Tier-Trasher THE CURSE OF THE KOMODO (2004) zu sehen war. Und beide leisten genau das, was man von den Hauptdarstellern eines solches Streifens erwartet: Gnadenloses Overacting mit dümmlichen Dialogen. Der Rest des vollkommen stereotypen und austauschbaren Casts tut es den beiden gleich und sorgt so dafür, dass sich der Betrachter schon während des Abspanns keiner Rolle mehr entsinnen kann.
Macht aber alles nichts, denn CAMEL SPIDERS bietet genau die uninspirierte Massenware, mit der Wynorski und Corman seit der Jahrtausendwende gutes Geld verdienen. Und auch wenn der Streifen allzu vielen Filmfreunden mal wieder nichts geben wird, so gibt es doch auch genügend Filmfans, die mit genau diesem Zeug lustige Filmabende verbringen; und warum auch nicht.

Wynorski und Corman liefern hier mal wieder den üblichen Tier-Trash ab und werden damit sicherlich wieder den Geschmack einiger Filmfans treffen; alle anderen können den Streifen aber getrost ignorieren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.